Am Meer

Am Meer

Seit Stunden schon läuft sie am Strand, immer hart an der Kante der Wellen entlang. Die Fäuste sind wütend in der Jacke vergraben, die grauen Haare vom Sturm zu wilden Locken verflochten.
Immer wieder bleibt sie stehen, schreit an gegen das Getöse des Meeres, nur einzelne Satzfetzen dringen durch zu mir. „Aber du hast es versprochen!“ und „Das kannst du nicht tun!“ Allein, es ist keiner zu sehen – ich bin nur Beobachter, mich kann sie nicht meinen.

Am Abend, zuhause vor dem warmen Kamin, lese ich in der Zeitung die Anzeige mit dem düsteren Rand. Verstorben nach kurzer Krankheit, vermisst für den Rest ihrer Zeit.

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