Trotzdem machen

Vor­hin in mei­nem Kopf der Satz: Mein Leben könnte so leicht sein, so nett und unkom­pli­ziert, wenn ich nur den Aus-Knopf für meine Gedan­ken und Gefühle fin­den würde.

Es läuft doch eigent­lich ganz gut. Ich hab eine gute Woh­nung in einem guten Haus mit guten Nachbar*innen in guter Lage in einer grü­nen Stadt mit vie­len schö­nen Ecken. Ich bin offi­zi­ell vom arbei­ten müs­sen befreit und damit auch von der so lange gefühl­ten Beweis­last, dass ich in die­ser Gesell­schaft einen Wert habe. Ich habe aus­rei­chend viel Geld, dass es zum Über-leben reicht. Ich bin mit mei­nen Krank­hei­ten noch nicht so sehr ein­ge­schränkt, als dass ich nichts mehr machen könnte. Ich habe Inter­es­sen, kann mich beschäf­ti­gen, sehe die guten klei­nen Dinge, bin eigent­lich genauso gerne unter­wegs wie allein zuhause. Ich habe eine Hand­voll Men­schen um mich herum, die mich mögen und die ich mag, zu denen ich mich zuge­hö­rig fühle. Ich habe eine wun­der­bare Fami­lie. Ich habe viel Schö­nes erlebt und darum viele gute Erin­ne­run­gen an Situa­tio­nen, Begeg­nun­gen, Rei­sen, die mich glück­lich machen. Ich habe Musik im Her­zen mei­ner Seele und genug Phan­ta­sie für Träume. Ich habe unend­lich viel über mich gelernt, bin reflek­tiert, sehe Zusam­men­hänge, ich weiß wer und wie ich bin. Ich könnte zufrie­den sein.

Wenn da nur nicht immer die Zwei­fel wären. Wenn da nur nicht all die Trau­rig­keit wäre und die Unfä­hig­keit, die Ver­gan­gen­heit los und die Wun­den hei­len zu las­sen. Wenn da nur nicht die Ein­sam­keit wäre und diese ver­dammte Sehn­sucht nach der ande­ren Hälfte, deren Feh­len mich so unvoll­stän­dig füh­len lässt und mich in der Dun­kel­heit manch­mal schier zer­reißt. Wenn da nur nicht die Ahnung wäre, wie anders, bes­ser mein Leben gewe­sen wäre auf dem ande­ren Weg. Da hilft auch kein Wis­sen, dass ich es ja nicht wis­sen kann: ich weiß es dennoch.

Ich weiß auch, dass ich die­ses Wis­sen weg schie­ben muss, damit ich das, was jetzt da ist, in Frie­den leben kann. Weil es so schlecht ja nicht ist, was ich da oben geschrie­ben habe. Weil das doch eigent­lich gut aus­reicht für ein gutes Leben. Eigent­lich. Ich weiß nur nicht, wie das mit dem Ver­ges­sen geht. Wie ich los las­sen soll, was doch zu mir gehört. Wie ich Träume auf­ge­ben kann, auch wenn schon keine Hoff­nung mehr da ist.

***

Vor eini­ger Zeit hab ich auf Insta­gram Bei­träge von einem jun­gen Mann gefun­den, der mit Depres­sion kämpft. Er hat dazu kurze Reels gemacht, in denen er zwei Per­so­nen dar­stellt, die sich unter­hal­ten: Einer, der immer wie­der nach dem Warum fragt (warum geht das nicht? warum kannst du etwas nicht? warum denkst du, dass etwas nicht geht? warum denkst du, dass du nicht gut genug bist? etc.), der aber auch “gute” Rat­schläge gibt im Sinne von “du musst doch ein­fach nur …”. Der Andere ver­sucht zu erklä­ren, was so schwer ist, warum er sich so fühlt, warum etwas nicht geht oder er denkt, dass es nicht geht. Und dass nichts “ein­fach” ist.
Aber er bleibt nicht ste­hen an die­ser Stelle. Weil Dinge getan wer­den müs­sen. Weil die Depres­sion uns belügt. Weil er trotz­dem wei­ter gehen will. Und dann fin­det er den sei­nen Weg: nicht ein­fach, son­dern trotz­dem machen. Auch wenn es nicht immer klappt.

Ich mag die­sen Gedan­ken, diese Ände­rung der Hal­tung. Ver­su­che es immer wie­der bei klei­nen Din­gen, moti­viere mich, auch im Depri-Loch all­täg­li­che Auf­ga­ben zu erledigen. 

Denn Trotz, das kann ich gut, das hab ich ja schon in frü­her Kind­heit gelernt. Das kann ich heute noch, wenn etwas unge­recht ist, wenn ich tun soll, was ich nicht will, wenn sich etwas falsch anfühlt. Nur dass ich in die­sem Fall mir selbst gegen­über trot­zig sein muss und das kenn ich bis­her haupt­säch­lich mit nega­ti­ver Wir­kung. Kann ich das umdre­hen? Nicht trot­zig gegen etwas sein, son­dern für mich? Bei der Depres­sion schaff ich es ja: nicht auf­zu­ge­ben, auch wenn es immer wie­der dun­kel wird. Da ist es kein Trotz, son­dern ein Trotzdem. 

(Beim Schrei­ben fällt mir auf, dass es da für mich wohl einen gefühl­ten Unter­schied gibt. “Trotz” ist hart, hat mit Kampf zu tun, mit Wider­stand und Unver­ständ­nis. “Trotz­dem” ist wei­cher, ver­söhn­li­cher, vor­wärts gerich­tet. Da mal wei­ter drü­ber nachdenken.)

Also:
Trotz­dem leben, auch wenn ein Teil fehlt.
Trotz­dem wei­ter gehen, auch wenn es schwer ist.

***

(Aber wenigs­tens ist mein Blog wie­der da nach zwei Wochen Aus­fall durch den erzwun­ge­nen Wech­sel des Hosters.)

Ich finde kein Ja

Ich möchte
alles und nichts
reden und schwei­gen
gehen und blei­ben
öff­nen und schlie­ßen
nicht alleine allein sein
bit­tere Trä­nen lachend ver­gie­ßen.

Weil ich
kein Ja für eins davon finde
bleibe ich stumm.


Alles liegt brach, halb geschmie­dete Pläne, die aus Angst und Unfä­hig­keit still in sich zusam­men fal­len, ein Vor­wärts ist nicht sicht­bar. Jeder Tag wird ein­zeln über­lebt, Ter­mine abge­ar­bei­tet, ich halte aus und durch, mehr nicht.

Im Hin­ter­kopf die Stimme der The­ra­peu­tin: jeder Schritt zählt, egal wie groß oder klein. Aber wenn da gar kei­ner ist? 

Ich weiß nicht, wie es wei­ter geht.

Lebenszeichen

Ein Strauß rosafarbene Pfingstrosen, die Blüten sind noch geschlossen.

Zwi­schen­durch mal nach­gu­cken, ob hier noch alles ist, wie es soll.
Ein­mal durch­lüf­ten und den Staub von den Rega­len pus­ten.
Ein Lebens­zei­chen hin­ter­las­sen und fri­sche Blu­men auf den Tisch stel­len: als Mah­nung, bald­mög­lichst wie­der zu kommen.

Foto von Janine Meu­che auf Uns­plash

(Schreib es auf, sag­ten sie, schrei­ben hilft. Beim den­ken, beim sor­tie­ren, beim ver­ar­bei­ten. Aber wie lange das dau­ert und wie viele neue Gedan­ken immer fol­gen, sobald einer zu Ende gedacht ist und wie oft das noch weh tun soll, das sagte niemand.)

Raus aus dem Winter-Schneckenhaus

Was für eine Woche! So lang, so gut, so schöne Gesprä­che und Begeg­nun­gen. Anstren­gend für Kör­per und Geist, wär­mend für Herz und Seele. Aber defi­ni­tiv war das der Schubs, den ich brauchte, um wie­der aus dem Win­ter-Schne­cken­haus zu kommen.

An vier Tagen hin­ter­ein­an­der war ich für je einen Ter­min beim Hilfe-Dings. Alles war frei­wil­lig, ich hätte jeder­zeit zuhause blei­ben kön­nen, aber ich wollte unbe­dingt durch­hal­ten. Am Ende war es wirk­lich viel und ich bin froh, dass ich danach frei hatte und ab jetzt wie­der nur zwei- oder drei­mal pro Woche weg bin. Aber es hat trotz­dem auch gut getan und vor allem neue Kon­takte und neue Ent­schei­dun­gen gebracht.

***

In der Lite­ra­tur­gruppe am Mon­tag gab es wei­te­ren Zuwachs, so dass wir inzwi­schen sechs Teil­neh­me­rin­nen und zwei Grup­pen­lei­te­rin­nen sind. Das emp­finde ich als gute Größe, um anre­gend, aber nicht aus­ufernd dis­ku­tie­ren zu kön­nen. Es gibt wei­ter­hin viele Ideen und Impulse zum lesen und zum schrei­ben, die wir noch aus­pro­bie­ren wol­len.
Bei der letz­ten Schreib­übung *) stellte ich fest, dass ich sehr von mei­nem Unter­wegs­sein auf Social Media Kanä­len beein­flußt bin: ich ver­su­che auto­ma­tisch, sehr kom­pri­miert und aus­sa­ge­kräf­tig zu schrei­ben, so dass es nicht mit der all­ge­mein übli­chen Zei­chen­be­gren­zung kol­li­diert. Das finde ich eigent­lich ganz gut, aber ich lerne jetzt neu, dass ich mir auch Raum geben darf, wenn ich für mich schreibe. Das wird auf jeden Fall span­nend für mich.

*) Wir such­ten uns aus mit­ge­brach­ten Fotos eins aus und erstell­ten zuerst eine sach­lich-neu­trale Bild­be­schrei­bung und erfan­den danach eine Geschichte zum Bild. Ich hab jetzt den Anfang eines Jugend­ro­mans, den ich ver­mut­lich aber nie schrei­ben werde :-)))

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Zu mei­nem Ein­zel­ge­spräch am Diens­tag kam ich eine Stunde zu früh: ich hatte ver­ges­sen, dass meine Bezugs­frau aus­nahms­weise einen län­ge­ren Ter­min vor­her hatte. Also bin ich noch­mal los und zum Alto­naer Bahn­hof gefah­ren, um im dor­ti­gen Krims-Krams-Laden nach einem Schreib­buch zu suchen, das ich für die Lite­ra­tur­gruppe nut­zen kann. Das gab es da zwar nicht, aber dafür einen klei­nen wei­chen gel­ben Knaut­sch­wür­fel mit einem gran­tig-lus­ti­gen Gesicht drauf, der sich ganz wun­der­bar quet­schen lässt, wenn ich mal wie­der zuviel Ener­gie oder Unruhe hab. Drei nette Post­kar­ten hab ich auch mit­ge­nom­men und das deut­li­che Gefühl, als ich da so in der Sonne auf dem Platz stand, dass es auf­wärts geht, dass da wie­der Ener­gie für Spon­ta­nei­tät und Unter­neh­mun­gen ist.

Nach dem Ein­zel­ge­spräch, über das ich noch geson­dert schrei­ben will, saß ich noch lange mit eini­gen Frauen (Kli­en­tin­nen und Betreue­rin­nen) im Gespräch zusam­men. Seit letz­tem Herbst gibt es an zwei Nach­mit­ta­gen in der Woche einen “Offe­nen Treff” genau dafür: unge­zwun­gen dort im gro­ßen Auf­ent­halts­be­reich zu sit­zen, Kaf­fee und Tee zu trin­ken, mit ande­ren Men­schen über was auch immer zu reden, zu erzäh­len, zu lachen, sich aus­zu­tau­schen und ein­fach eine gute Zeit zu haben.
Ich mag die Betreuer:innen dort sehr und genieße es, gute, erwach­sene Gesprä­che zu führen.

***

Am Mitt­woch­mor­gen war ich zwar schon ziem­lich müde, aber ich wollte unbe­dingt zur Gruppe gehen, weil auch diese ein­fach gut tut. Und so war es auch: ich konnte noch­mal über eini­ges aus dem Ein­zel­ge­spräch reden, was mich sehr beschäf­tigt. Der Aus­tausch mit den ande­ren Frauen gab mir Bestä­ti­gung und Mut, die nächs­ten Schritte wirk­lich zu gehen. Genauso gut tut es, für die ande­ren da zu sein und sie zu unterstützen. 

Ursprüng­lich hatte ich geplant, auf dem Rück­weg an einem Park aus­zu­stei­gen, ein Stück zu gehen und ab der nächs­ten Bus­hal­te­stelle wie­der wei­ter zu fah­ren; ich hatte extra die Kamera ein­ge­steckt. Aber dann hab ich mir beim Ein­stei­gen in den Bus so blöd mein Knie ver­dreht, dass ich doch gleich nach Hause fuhr. Das war aber viel­leicht nicht so schlecht, weil es auch Kraft gespart hat.

***

Ich weiß jetzt wie­der, warum ich nor­ma­ler­weise nie zum Gemein­schafts­früh­stück am Don­ners­tag gehe, obwohl es rich­tig toll ist und mit dem Start um halb elf auch eigent­lich per­fekt für mich. Doof ist halt, dass ich ja eine knappe Stunde Weg hab von Tür zu Tür und vor­her noch duschen muss und wenigs­tens einen Kaf­fee und ein Stück Brot brau­che. D.h. ich muss um halb neun auf­ste­hen und das ist ein­deu­tig nicht meine Zeit - ich bin und bleibe Nacht­eule.
Für dies­mal hab ich mich aber über­wun­den, denn beim Hilfe-Dings geht es manch­mal auch poli­tisch zu und darum war eini­ges für die Zeit rund um den Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag geplant. Unter ande­rem haben wir in unse­rer Mitt­wochs­gruppe ein klei­nes Quiz (im Stil von Wer wird Mil­lio­när) vor­be­rei­tet mit 12 Fra­gen zur Frau­en­ge­schichte, das dann eben am Don­ners­tag beim Früh­stück prä­sen­tiert wurde. Wenn ich bei so etwas mit­ma­che, dann will ich auch bis zum Schluss dabei sein.
So gab es also nicht nur lecke­res Früh­stück (incl. dem legen­dä­ren Rührei von Herrn K.), son­dern auch span­nende Fra­gen und Ant­wor­ten mit Lern­ef­fekt sowie tolle Gesprä­che im Anschluss. Lei­der waren vor allem Frauen da, aber die weni­gen Män­ner haben sich durch­aus ein­ge­bracht und inter­es­siert zuge­hört.
Aus einer Gesprächs­runde hab ich mich aller­dings irgend­wann raus­ge­nom­men, weil ich einer der Frauen sonst ins Gesicht gesprun­gen wäre. Sie fin­det zwar, dass Frauen drin­gend vor Män­ner­ge­walt geschützt wer­den müs­sen, sieht die Schuld aber zum gro­ßen Teil bei “den Flücht­lin­gen und Aus­län­dern” wegen deren Reli­gio­nen. Im Nach­hin­ein fie­len mir einige Argu­mente ein, mit denen ich sie hätte wider­le­gen kön­nen, aber in dem Moment war ich nur ver­är­gert und sprach­los. Bei sowas kann ich nicht mehr ver­nünf­tig reagie­ren, da ist mein Kopf leer und ich werde nur emo­tio­nal oder aus­fal­lend. Das bringt ja nix, also hab ich das Gespräch verlassen.

Ins­ge­samt war das aber noch ein wirk­lich wun­der­schö­ner Tag mit tol­len Men­schen und ich bin sehr froh, dass ich durch­ge­hal­ten und bei allen Anläs­sen dabei war. Mich zu spü­ren, aktiv und beweg­lich zu sein, zu den­ken, spre­chen und füh­len: das alles funk­tio­niert nicht, wenn ich in einem depres­si­ven Loch bin, selbst wenn es nur flach ist wie in der letz­ten Zeit. Das alles ist wäh­rend die­ser Woche wie­der auf­ge­wacht und viel­leicht ist das der Aus­gang aus der Winterschlafhöhle. 

Planänderung

Vor lan­ger Zeit musste ich zwecks Kre­dit­wür­dig­keit eine Lebens­ver­si­che­rung abschlie­ßen; die wurde im Mai 2024 fäl­lig und aus­be­zahlt. Für die meis­ten Men­schen wäre der Betrag ver­mut­lich lächer­lich, für mich war es aber rela­tiv viel: knapp vier­tau­send Euro gab es. Einen klei­nen Teil hab ich als Pols­ter auf mei­nem Konto gelas­sen, für den grö­ße­ren Rest rich­tete ich ein Tages­geld­konto ein, damit das Geld nicht quasi aus Ver­se­hen ver­schwin­det.
Damals hab ich aus Spaß auf mei­nem sozia­len Medium gefragt, was ich damit machen soll. Drei Optio­nen stan­den zur Aus­wahl: Woh­nung reno­vie­ren, Urlaub machen oder für meine Beer­di­gung spa­ren. Die meis­ten rie­ten mir zum Urlaub, meine Sehn­sucht nach Por­tu­gal stimmte zu. Ich wollte ja noch nach Porto und von dort aus ein biß­chen rei­sen, viel­leicht ins Lan­des­in­nere am Douro ent­lang oder nach Nazaré zu den Rie­sen­wel­len. Noch ein letz­tes Mal rich­tig weg, zwei Wochen min­des­tens, mein gelieb­tes Land erle­ben, Fotos machen für die Erin­ne­rung - und die Toch­ter mit­neh­men, die ja auch bei mei­ner ers­ten Reise nach Por­tu­gal dabei war. Sie hat sofort zugesagt.

Dann kamen Fra­gen. Würde ich kör­per­lich über­haupt noch in der Lage sein für so etwas? Lau­fen, gucken, Men­schen, tau­send Ein­drü­cke? Wäre es das wert, so viel Geld aus­zu­ge­ben dafür? Gibt es viel­leicht noch andere, nähere Ziele, die ich noch nicht kenne? Nor­we­gen zum Bei­spiel, das die Toch­ter so liebt. Da könn­ten wir mit dem Schiff hin­fah­ren, da müsste ich nicht viel lau­fen, die Fahrt würde zur Reise gehö­ren. Das klang toll, wir woll­ten es ernst­haft in Betracht ziehen.

Dann kam das Leben. Vor­her schon der Graue Star und die OPs. Im Som­mer mein Sturz zuhause mit lan­ger Phy­sio danach. Immer wie­der die Über­le­gung, noch ein­mal in die Psy­cho­kli­nik zu gehen und dann die Zusage für Malente. Auch bei der Toch­ter lief es alles andere als gut, sie musste das Stu­dio auf­ge­ben und hatte weder finan­zi­el­len noch men­ta­len Spiel­raum für Urlaub. Und so scho­ben wir die Rei­se­ge­dan­ken immer wei­ter, bis sie ziem­lich klein in unbe­stimm­ter Zukunft lagen. Irgend­wann! Ja, irgend­wann fah­ren wir mal zusam­men weg.

Ges­tern, als ich hier die Bude putzte und end­lich mal wie­der die Sonne schien und Licht hin­ein ließ in alle dunk­len Ecken, guckte ich mich um und änderte spon­tan den Plan. Ich fahr nicht weg - ich mach meine Woh­nung schön. Urlaub ist toll, aber hier werde ich mein rest­li­ches Leben ver­brin­gen und Erin­ne­run­gen erset­zen kei­nen All­tag, keine kaput­ten Schränke und kei­nen unan­sehn­li­chen Fuß­bo­den.
Meine Woh­nung ist grund­sätz­lich toll, die Nachbar:innen sind Gold wert, die Lage sowieso und inzwi­schen kann ich hof­fent­lich auch mit der Umge­bung wie­der zurecht kom­men. Woan­ders werde ich sowas nie wie­der bekom­men, dar­über muss ich gar nicht nach­den­ken. Leben im Grü­nen wäre groß­ar­tig, liegt aber ein­fach nicht mehr im Bereich des Mach­ba­ren. Dann kann ich es mir genauso gut auch hier schön machen.

Jetzt gibt es spa­ßes­hal­ber einen Ikea Wunsch­zet­tel, der finan­zi­ell gar nicht so uto­pisch ist, wie ich befürch­tet hab. Wenn der Ver­mie­ter dazu noch einen neuen Herd und eine neue Spüle stif­tet (die beide zur Woh­nung gehö­ren und nach über 40 Jah­ren Gebrauch kaputt sind) und ich jeman­den finde, der den Fuß­bo­den neu macht und die Wände streicht, dann sieht das hier wie­der rich­tig gut aus. Da ich ja nicht anspruchs­voll, son­dern mit ein­fa­chen Din­gen zufrie­den bin, könnte das, was da auf dem Tages­geld­konto liegt, sogar rei­chen. Und viel­leicht ist auch irgend­wann eine Nacht oder zwei an der Nord­see noch drin. 

Doch, ich denke, das kann gut werden.

Der Mensch in meinem Traum

Letzte Woche träumte ich in drei Näch­ten hin­ter­ein­an­der immer von dem glei­chen Mensch. Die Sze­na­rien und die Per­so­nen, die außer­dem dabei waren, wech­sel­ten, aber die Geschich­ten von die­sem Mensch und mir bau­ten auf­ein­an­der auf.

Der Mensch war etwa in mei­nem Alter, ein wenig jün­ger viel­leicht. Keine Schön­heit, etwas rund­lich, ziem­lich durch­schnitt­lich, nichts auf­fäl­li­ges auf den ers­ten Blick, aber auf eine unbe­stimmte Art sym­pa­thisch. Im ers­ten Traum waren meine Mut­ter und einige mei­ner Schwes­tern da, noch ein paar andere Leute. Sie lach­ten den Men­schen aus, mach­ten sich lus­tig über sein Aus­se­hen und seine Art, ver­hiel­ten sich über­heb­lich. Ich fand das über­haupt nicht gut, der Mensch tat mir leid, er war doch ein­fach nur da und wollte nichts. Ich fing an, mich mit ihm zu unter­hal­ten und merkte schnell, dass der Mensch rich­tig nett war, sanft, zurück­hal­tend, sehr ange­nehm. Ich mochte ihn und sagte ihm das auch. Da lachte die Fami­lie mich auch aus, so wie vor­her den Mensch.

Die bei­den nächs­ten Träume sind mir nicht mehr in allen Ein­zel­hei­ten im Gedächt­nis und ver­schwim­men auch etwas zu einem gesam­ten Traum, ich weiß aber, dass es zwei ver­schie­dene waren. Der Mensch war jeden­falls im nächs­ten Traum wie­der da, wir begrüß­ten uns herz­lich und umarm­ten uns auch. Es fühlte sich gut und rich­tig an. Es war warm, wir waren irgendwo drau­ßen und rede­ten, saßen uns gegen­über, ich nahm seine Hände in meine. Der Mensch war zurück­hal­tend, traute sich und mir erst nicht. Ich sagte ihm wie­der, dass ich ihn wirk­lich gerne mag. Spä­ter - oder im nächs­ten Traum? - ließ er zu, dass wir uns anein­an­der anlehn­ten und im Arm hiel­ten und ich konnte spü­ren, dass wir uns nah waren und zusam­men sein wollten.

Beim Nach­den­ken über die Bedeu­tung die­ser Träume sah ich darin zuerst meine zur Zeit wie­der­mal sehr große Sehn­sucht nach einem Part­ner. In vie­len Träu­men der letz­ten Zeit kam M. vor, mehr als ein­mal wachte ich mit Trä­nen auf. Die drei Träume mit die­sem neuen Men­schen waren dage­gen leicht, fried­lich, warm und deck­ten den Schmerz zu. Ich freute mich und hoffte im Stil­len, dass er wie­der käme irgendwann.

Heute dann aus dem Nichts die Erkennt­nis: die­ser Mensch, das bin ich. Und ich in dem Traum bin auch ich selbst und genauso die Per­so­nen aus­ser­halb, die uns aus­lach­ten. Alle ste­hen für einen Anteil von mir. Den unsi­che­ren, den freund­li­chen, den hämisch lachen­den und auch den für­sorg­li­chen. Das bin immer ich.

Winterblues?

Für das eng­li­sche Wort “grumpy” gibt es ziem­lich viele deut­sche Ent­spre­chun­gen, z.B.: mür­risch, gran­tig, gries­grä­mig, muf­fe­lig, brum­mig, grum­me­lig, ver­drieß­lich, miss­mu­tig, knur­rig, übel­lau­nig, knat­schig, unleid­lich, unwirsch. Alle tref­fen zur Zeit auf mich zu.

Wäre ich nicht schon längst aus der menstru­ie­ren­den Zeit raus, würde ich den­ken, ich hätte PMS, denn so fühlt es sich an. Alles und jedes stört mich, Dinge und Men­schen, Gerü­che und Geräu­sche, das Drin­nen inzwi­schen fast so sehr wie das Drau­ßen. Ich finde an kaum etwas Freude, leben ist nur Pflicht, den­ken macht unglück­lich und noch schlech­tere Laune.

Aber anstatt die­sen Zustand ein­fach zu akzep­tie­ren und anzu­neh­men, so wie ich es doch gelernt habe, schieb ich ihn weg, lass ihn nicht zu. Ich muss doch nichts, was soll denn das, das darf nicht sein, ich sollte zufrie­den sein, ich kann doch machen, was ich will. Aber in mir drin drängt etwas. Es drän­gelt und quän­gelt und treibt und redet mir ein, dass ich was tun muss – aber es jam­mert, wenn ich dann wirk­lich was muss (Grup­pen, Tref­fen, Arzt­ter­mine …) und es macht alles madig, was ich tun möchte. Oh, und da ist ja auch diese alte Stimme wie­der, die mir ein­re­det, dass ich eh nur höchs­tens Mit­tel­maß bin und unwich­tig und nie­man­den inter­es­siert, wie es mir geht. Wie soll ich denn dage­gen ankom­men? Wie kann ich damit umge­hen, wenn irgend­wie nichts hilft?

Und ich weiß immer noch nicht, woran es liegt, woher die­ser Zustand, diese (Ver)Stimmung kommt. Ist es doch ein­fach nur der Win­ter­blues? Seit (gefühlt) Wochen haben wir hier kein Blau am Him­mel, keine Sonne, nur mat­schi­ges Grau, dre­ckige Schnee­reste und Kälte. Ich sehne mich so sehr wie noch sel­ten nach Wärme, Licht, Vogel­stim­men, bun­ten Blü­ten, Früh­lings­duft, milde Luft auf der Haut.
Statt des­sen grabe ich mich ein zuhause, möchte eigent­lich immer noch nie­man­den sehen, vor allem nicht weg gehen müs­sen um zu reden, nicht erst noch umständ­lich for­mu­lie­ren und schrei­ben müs­sen um zu kom­mu­ni­zie­ren. Möchte schla­fen in mei­ner Höhle, bis es vor­bei ist. 

***

Immer, ein­fach immer, muss ich alles alleine machen. Ich meine nicht die “gro­ßen” Sachen wie Arbeit und Kind frü­her oder jetzt Behör­den­kram und so, son­dern die täg­li­chen Klei­nig­kei­ten. Kaf­fee kochen, Früh­stück machen, ein­kau­fen, abwa­schen, Haus­halt, Wäsche und all das. Schon viel zu lange ist da nie­mand mehr, der mit­macht, der teilt, der da ist. Da sitzt nie­mand neben mir, den ich mal eben anspre­chen kann, dem ich meine Gedan­ken und Gefühle mit­tei­len kann und der mir dann auch noch antwortet.

Ich hab Freund:innen und meine Fami­lie, ich bin nicht wirk­lich allein. Aber manch­mal sehr einsam. 

***

Lying to mys­elf I can make it on my own
Making it alone is lonely
Twis­ting and I’m tur­ning
Oh I’m cras­hing and I’m bur­ning
So reach out your hand to me
Come down
Res­cue my heart I’ll drown
Wit­hout you
Come down
And res­cue my heart I’m deep under­ground
I can’t dig my way out
So come down
(Res­cue my heart)
(Res­cue my heart)
[…]

Achtsam und selbstfürsorgend

Ges­tern Abend, nach­dem ich hier gebloggt hatte, schrieb ich an Frau R. vom Hil­fe­Dings, dass ich heute lie­ber mit ihr tele­fo­nie­ren würde, anstatt zum Tref­fen nach Altona zu fah­ren. Vor allem ging es darum, dass ich auch noch ein Rezept von mei­ner Haus­ärz­tin abho­len und danach drin­gend ein­kau­fen musste - die Vor­räte sind auf­ge­braucht, nach­dem ich das seit Frei­tag immer wei­ter weg schiebe. Alles zusam­men war mir aber zuviel: zu viele Ter­mine, zu viel Weg, zu viel Orga­ni­sa­tion, zu lange unter­wegs. Wie gut, dass in so einem Fall das Tele­fo­nat eine wirk­li­che Alter­na­tive ist. 

So konnte ich den Tag also in Ruhe begin­nen und dachte bis zum Mit­tag auch, dass das alles klappt, wie ich es wollte, merkte aber irgend­wann, wie sich inner­lich wie­der alles sträubte und dage­gen stemmte und bestimmt komm ich mit den Lebens­mit­teln auch bis mor­gen aus, schließ­lich geht Kaf­fee auch ohne Milch oder ob ich mal so einen Lie­fer­dienst … Him­mel nein, das ist ja Wucher, das geht gar nicht und wer weiß, wie das Gemüse aus­sieht und über­haupt, so weit kommt’s noch.

Und dann erin­nerte ich mich daran, dass ich hier die Erwach­sene bin und ges­tern auch den Haus­halt geschafft hab und dass kleine Schritte bes­ser sind als keine. Das neue Rezept war­tet also bis Don­ners­tag und ich muss heute nur ein­kau­fen. Die Stra­ßen sind schnee­frei, der Super­markt mit dem Rad schnell erreicht und dann hab ich Ruhe. Außer­dem hab ich getan, was seit Malente gar nicht mehr vor­kam: ich hab mir eine Beloh­nung ver­spro­chen. Jetzt hab ich Milch zum Kaf­fee, Erd­nuss­flips und Kuchen - und einen gefüll­ten Kühlschrank.

Trotz­dem: da grum­melt deut­lich was in mir. Ich weiß nicht genau, ob es nur das Grau drau­ßen ist oder ein depres­si­ver Schub. Neben dem grade vor­herr­schen­den Wunsch, mich wie für einen Win­ter­schlaf in eine Höhle zu ver­krie­chen, ist da noch was dif­fu­ses, als wür­den sich Gefühle hin­ter einer Mauer stauen. Als gäbe es etwas, was ich möchte, mir aber nicht erlaube. Ver­schwom­mene Gedan­ken, ich kann sie noch nicht in Worte fas­sen.
Aber ich darf nicht drän­geln; es wird kom­men, wenn es reif ist. Wie ich es gelernt habe: Acht­sam­keit und Selbst­für­sorge. Anneh­men, was ist. Akzep­tie­ren, dass es so ist. Ich muss nichts, außer gut zu mir sein und zusam­men mit Igor auf mich aufpassen. 

Temperatur und Stimmung: plusminusNull

Und noch­mal Schnee (nicht nur) in Ham­burg. Dies­mal nicht leicht und flo­ckig und alles bede­ckend, son­dern mit Regen ver­mischt, so dass alles ganz schnell zu Matsch wird. Plus­mi­nus­Null, zu warm und gleich­zei­tig zu kalt für schön, in wel­che Rich­tung auch immer. Der graue Him­mel macht nichts bes­ser und die Stim­mung passt sich an.

Plus­mi­nus­Null als Stim­mung ist gar nichts. Null­li­nie ohne große Aus­schläge. Es ist weder gut noch schlecht, es ist irgend­wie okay, aber auch nicht wirk­lich. Es ist auch kein rich­ti­ges depres­si­ves Loch, aber Freude geht anders.

Vor­hin, als ich end­lich und schon lange über­fäl­lig die Woh­nung gesaugt und das Bad geputzt hab, dachte ich: es ist nicht so, dass ich wäh­rend der Depres­sion keine Lust zu irgend­was hab. Son­dern so, dass alles, was sowieso schon doof ist, ein­fach noch viel schwe­rer fällt als sonst. 

Jeder Mensch hat - davon geh ich aus - Tätig­kei­ten, die kei­nen Spaß machen, die ein­fach nur Pflicht und Not­wen­dig­keit sind. Bei mir ist es vor allem die Put­ze­rei und das Auf- oder Weg­räu­men von Zeug, das rum­steht und kei­nen fes­ten Platz hat wie alles andere. Abwa­schen z.B. stört mich über­haupt nicht. Egal, wie mies es mir geht: die Küche ist immer ordent­lich, das Geschirr wird immer nach dem Essen abge­wa­schen. Wäsche waschen und auf­hän­gen ist auch leicht, weg­räu­men schon weni­ger, aber der Wäsche­stän­der stört ja eigent­lich nicht. Ein­kau­fen ist schwer und manch­mal - so wie heute - schieb ich es dann eben noch einen Tag weg oder zwei oder drei. Solange ich Kaf­fee, eine Not­fall­pa­ckung Brot­back­mi­schung und genug Klo­pa­pier hab, geht es. Zur Not sind Pom­mes im TK-Fach oder ich nutze den Lie­fer­dienst – Haupt­sa­che, ich muss nicht durch das ganze Pro­ze­dere des Raus-Gehens *). Und die dre­ckige Woh­nung sieht ja nie­mand aus­ser mir, weil ich an sol­chen Tagen sowieso nie­man­den hier haben wollte.

*) geduscht haben, Schlam­per­kla­mot­ten aus, anstän­dige Kla­mot­ten an, nicht zu warm und nicht zu kalt, feste Schuhe, Schal, Jacke, Taschen ein­pa­cken, Fahr­rad­korb mit­neh­men, war­ten, dass kei­ner im Trep­pen­haus ist …

Das klingt viel­leicht nach einem leich­ten Umgang damit, aber das ist es nicht. An sol­chen Fol­gen merke ich, dass eben doch was nicht wirk­lich okay ist in mir. Wenn das Pen­del von Null = irgend­wie okay nach unten schwingt. Wenn es nicht mehr nur “keine Lust” ist, son­dern wenn es schwer wird, wenn ein Gewicht auf mei­nem Rücken und mei­ner Brust liegt und mich an der Bewe­gung hin­dert. Wenn mein Kör­per eine Tonne wiegt und ich nicht vom Stuhl auf­ste­hen kann, die Gedan­ken aber wie ein Karus­sell durch den Kopf wirbeln.

Nein, leicht ist das nicht und Spaß macht es kei­nen. Aber ich halte aus, bis es wär­mer wird und backe fri­sches Brot. Das ist ja immer­hin was.

No more binge scrolling

Heute Mor­gen hab ich spon­tan und ohne lan­ges Nach­den­ken die Insta­gram App *) vom Handy gelöscht. Wie so oft in letz­ter Zeit war ich vor dem Schla­fen­ge­hen ver­sackt in sinn­lo­sen, zeit­rau­ben­den und völ­lig unwich­ti­gen Videos (“Reels”), die sich so schön schnell durch und wei­ter scrol­len las­sen, ohne im Gehirn haf­ten zu blei­ben. Die vom Algo­rith­mus bestimmt wer­den und mei­nen zukünf­ti­gen Algo­rith­mus beein­flus­sen. Ein paar Mal zu lange bei lus­ti­gen Pfer­de­film­chen zuge­guckt und am nächs­ten Tag hab ich nur noch Pferde in der (“zufäl­li­gen” *haha*) Aus­wahl. Oder eben Kata­stro­phen­vi­deos, an Roh­kost knab­bernde Sta­chel­schweine, dumme Unfälle von dum­men Men­schen oder wie jemand Dreck aus den Ohren von jeman­dem pult. Und immer öfter weiß ich nicht, ob die echt sind oder per KI pro­du­ziert. Aber ich weiß eigent­lich schon immer, dass sie auf Dauer nicht gut sind, auch nicht die nied­li­chen Filme, auf denen Einer ver­schie­de­nen Tie­ren was vor­singt und sich auf sei­ner rosa Gitarre beglei­tet. Sie haben kei­nen Mehr- und schon gar kei­nen Nähr­wert. Sie machen nur müde und sen­ken meine Auf­merk­sam­keits­spanne noch wei­ter run­ter. Schluss damit.

Der zweite Grund, die App zu löschen, ist, dass mich die poli­ti­schen Nach­rich­ten kaputt machen. Nicht umsonst hab ich mir auf Mast­o­don einen zwei­ten Account extra dafür ein­ge­rich­tet, auf dem ich nur lese, wenn ich psy­chisch sta­bil genug bin. Auf Insta­gram poste ich nur noch sel­ten Fotos, son­dern benutze es in den letz­ten Mona­ten fast aus­schließ­lich, um mich über Poli­tik zu infor­mie­ren. Aber so wich­tig ich es für mich finde, auf dem Lau­fen­den zu blei­ben, so fer­tig macht es mich zeit­weise. Ich kann immer schlech­ter ertra­gen, was in unse­rer Welt durch die HERR­schaft alter wei­ßer Män­ner geschieht. Ich möchte manch­mal nur noch schreien und um mich schla­gen, aber damit ist nie­man­dem gehol­fen - am aller­we­nigs­ten mir.
Darum mach ich Pause. Beschäf­tige mich mit ande­ren Din­gen, schö­nen Din­gen. Lese Gedichte von neu ent­deck­ten Lyri­ke­rin­nen, ver­su­che mich selbst wie­der im Schrei­ben, plane die Begrü­nung mei­nes Bal­kons, gestalte meine Web­sei­ten neu, freue mich auf ein neues Tat­too und atme.

*) Nur die App, nicht den Account. Ich kann theo­re­tisch über den Desk­top drauf zugrei­fen, aber das funk­tio­niert so schlecht, dass ich es so gut wie nie mache.

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Fun­fact: in der ZEIT ist ein Arti­kel genau zu die­sem Thema, den ich grade gefun­den habe, weil ich wis­sen wollte, ob es für die­ses Sucht­ver­hal­ten einen Namen gibt. Der Arti­kel war aber nur über ein Abo zu lesen, also hab ich jetzt ein 5-wöchi­ges Test-Abo der ZEIT. Damit ich wei­ter­hin nichts ver­passe. [An die­ser Stelle bitte sar­kas­ti­sches Lachen einfügen.]

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