04-05-2021 Akzeptanz und Veränderung

Seit August 2017 nutze ich meine Stim­mungs­app (Day­lio). Vor ein paar Tagen habe ich ent­deckt, dass ich zu den vor­ein­ge­stell­ten 5 Stim­mun­gen wei­tere hin­zu­fü­gen kann. Das beson­dere daran ist aber nicht, dass ich so eine Blitz­mer­ke­rin bin ;-), son­dern dass ich das Bedürf­nis hatte, zwi­schen den bestehen­den Stim­mun­gen “okay” und “gut” eine wei­tere ein­zu­tra­gen. Weil das “okay” von heute nicht mehr das glei­che ist wie von letz­tem Jahr. Es ist tat­säch­lich ein bes­se­res - ein “okay +” sozu­sa­gen.
Das ist das Ergeb­nis von The­ra­pie und har­ter Arbeit und es macht mich stolz und glücklich.


Aller­dings hab ich die neue Stim­mung seit­dem noch nicht benutzt, denn aktu­ell sind die Tage - mit einer Aus­nahme - eher wie­der grau. Nicht dun­kel, wie es in einem depres­si­ven Loch wäre, son­dern grau wie nichts­sa­gend, lang­wei­lig, lust­los und müde. Ich komme selbst für Klei­nig­kei­ten nicht in Gang, schieb alles weg, ver­kriech mich lie­ber wort­los ins Schne­cken­haus.
Vor allem aber drü­cke ich mich vor anste­hen­den Auf­ga­ben, weil sie Ver­än­de­rung bedeu­ten oder weil ich lang erprob­tes Ver­hal­ten ändern müsste dafür. Weil ich mich was trauen müsste. Weil ich Angst habe und nicht (mehr) weiß, wie das geht: mich was zu trauen.

Wenn ich mein Leben ändern möchte, muss ich es zuerst so akzep­tie­ren, wie es ist. Wenn ich meine Ängste über­win­den möchte, muss ich zuerst akzep­tie­ren, dass sie da sind und einen Ursprung, viel­leicht sogar eine Berech­ti­gung haben. Ich weiß das inzwi­schen und denke auch, dass ich die­sen Schritt geschafft habe. Jetzt müsste ich nur noch akzep­tie­ren, dass das mit der Ver­än­de­rung Zeit braucht und nicht von selbst geht.


Muss ich wirk­lich mein gan­zes Leben lang ler­nen? Oder wird es noch eine letzte Phase geben, in der alles in Ord­nung ist und ich end­lich aus­ru­hen kann?


Was sonst noch war:

  • Mehr Fami­li­en­zeug, über das ich wei­ter­hin nicht schrei­ben kann, weil ich noch viel zu nah dran bin
  • Neues Fami­li­en­zeug, wo ich über­haupt nicht weiß, was ich dazu sagen soll
  • Ein her­zens­gu­ter Sonn­tag mit Toch­ter und Enkel
  • Und der über­ra­schende Anruf mei­ner Haus­ärz­tin: ich habe einen Impf­ter­min! Am Don­ners­tag ist es soweit und ich bin jetzt ein­fach mal total opti­mis­tisch, dass das alles gut geht und wird.

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