04-10-2021 Weil es mir gut tut

Irgend­was pas­siert da in der letz­ten Zeit nachts wie­der mit mir, was ich aber erst am Mor­gen merke an den boh­ren­den Kopf­schmer­zen, die laut­los ver­schwin­den, sobald ich auf­ge­stan­den bin. Ich sehe dann, dass meine Kis­sen schräg lie­gen und das Bett­la­ken irgend­wo­hin ver­rutscht ist und schließe dar­aus, dass ich mich im Traum mit bewege, je nach­dem, was ich so träume. Ich würde das gerne auf­schrei­ben, aber so wild und bunt und aber­wit­zig die Träume sind, so schnell ver­flüch­ti­gen sie sich auch wie­der im Licht und zurück blei­ben nur selt­same Fet­zen, die ich nicht ein­ord­nen und schon gar nicht in Worte fas­sen kann.
Aber immer­hin sind die Schmer­zen schnell vor­bei, meistens.


Seit es mir psy­chisch wie­der bes­ser geht, läuft mir die Zeit wie­der weg. Ich will so viel tun, hab so viele Ideen und komme gar nicht zu allem. Bleibe bei einer Sache hän­gen und stelle nach 20 Minu­ten fest, dass schon 2 Stun­den ver­gan­gen sind. Eigene Fotos bear­bei­ten, Fotos von ande­ren gucken, nach zu mir pas­sen­den Hash­tags bei Insta­gram suchen, dazwi­schen dies gucken und noch das lesen und die Wäsche auf­hän­gen und schon ist der Nach­mit­tag vor­bei.
Aber dann fällt mir ein: das macht über­haupt nichts. Es gibt ja noch mor­gen und über­mor­gen und die Woche ist noch ganz frisch und sowieso muss ich mich an nichts hal­ten außer an die zwei oder drei Ter­mine in der Woche. Ich kann das alles ein­tei­len und auf­tei­len und hand­ha­ben, wie ich es will und das ist so unglaub­lich gut, auch wenn ich mir das ja immer noch nicht so rich­tig erlau­ben darf.
Nicht toll ist, dass mein Kör­per mir Gren­zen setzt, vor allem, was das Unter­wegs­sein angeht. Aber viel­leicht ist das auch eine Gewohn­heits- und Übungs­sa­che, immer­hin war ich den gan­zen Som­mer über echt wenig drau­ßen. Ich hab mir jeden­falls vor­ge­nom­men, neben den Ter­mi­nen wenigs­tens ein­mal in der Woche für mich selbst raus zu gehen. Es wird wie­der eine Monats­karte für den HVV geben, so dass ich mir immer ein Ziel suchen kann, ohne mich zu überfordern.

Den Anschub­ser dafür gab es letz­ten Sams­tag. Ich hab es geschrie­ben: ich hatte ein Date mit der Toch­ter und ihren Kame­ras in Plan­ten un Blo­men. Es war so schön! In mei­ner Stim­mungs­app gibt es die­ses Jahr 5 Tage mit der bes­ten Bewer­tung - das war einer davon.
Wir hat­ten rich­tig viel Zeit für uns, zum sit­zen und reden (immer, wenn ich eine Pause brauchte, um den kaput­ten Rücken zu ent­las­ten), aber auch um die Kame­ras und ver­schie­dene Objek­tive aus­zu­pro­bie­ren. Tja, und jetzt will ich nichts ande­res mehr.
Mein neues Handy ist schon recht gut, aber so eine digi­tale Spie­gel­re­flex­ka­mera ist halt was ande­res. Am Sams­tag hab ich vor allem die auto­ma­ti­schen Ein­stel­lun­gen genutzt, um erst­mal die Kamera ken­nen zu ler­nen, aber da gibt es natür­lich noch end­los viel zum aus­pro­bie­ren. Sehr genial ist, dass ich mit dem Tele­ob­jek­tiv ganz nah an die Motive komme, ohne auf dem Boden krie­chen oder mich allzu sehr ver­ren­ken zu müs­sen.
Im Moment sind es haupt­säch­lich Pflan­zen und Land­schafts­auf­nah­men, aber mit so einer Kamera kann ich viel­leicht end­lich auch mehr ein­fan­gen. Diese klei­nen Aus­schnitte und Beson­der­hei­ten, die man nur sieht, wenn man ganz nah ran geht. Beson­dere Blick­win­kel, Schat­ten­spiele, Details. Schon klar, sowas gibt es schon hun­dert­tau­send­mal, aber das ist mir egal: ich will MEINE Bil­der machen. Weil ich Spaß dran hab und weil es mir gut tut. Ohne Druck, ohne Pflicht, eben für mich. Wer weiß, was sich dar­aus ent­wi­ckelt.
Und wenn dann noch ein oder zwei Men­schen da drau­ßen sind, denen meine Fotos auch gefal­len und die für einen Moment gelä­chelt haben des­halb, dann war es rich­tig gut.

Und was ich über mei­ner Begeis­te­rung ganz ver­ges­sen hab zu schrei­ben, ist: die Toch­ter mur­melte was von Geburts­tag in fünf Wochen und Bezie­hun­gen, die sie hat und eige­ner Kamera und immer, wenn ich daran denke, wird mir sehr warm im Her­zen und das Grin­sen im Gesicht sehr groß … 

(Viel­leicht leg ich hier mal eine Foto­seite mit an, damit sie nicht nur auf Insta­gram zu sehen sind.)


Und jetzt ist schon wie­der eine Stunde wie im Flug vergangen … 🙂

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