09-10-2020 Stop & Go

Letzte Nacht einer die­ser Alp­träume. Jemand hält mich fest, ich kann mich nicht bewe­gen, nicht weh­ren, nichts tun. Blanke Angst. Ich ver­su­che auf­zu­wa­chen und die­ser Jemand ist kein Traum mehr, son­dern wirk­lich da, in mei­nem Zim­mer, auf mei­nem Bett, hin­ter mir. Ich will rufen, mich befreien, ich kann nicht - und wache auf, schrei­end, mit Herz­ra­sen. Da ist nie­mand, natür­lich nicht, nur der Traum und die Angst.

(Wahr­schein­lich war ich ein­fach nur zu fest ein­ge­wi­ckelt in meine Decke, aber das nächt­li­che trau­ma­ti­sierte Hirn macht eben so was draus.)


Ges­tern in der The­ra­pie sprach ich davon, dass ich es nicht anders kenne, als dass auf ein Hoch immer prompt ein Tief kommt. Und dass ich es nicht geschafft habe, nach dem schö­nen Aus­ruh-Moment letzte Woche wie­der von der Bank auf­zu­ste­hen und wei­ter zu gehen. Es ist ein ewi­ges Stop & Go. Gehen, sit­zen, einen Schritt gehen, sit­zen blei­ben. Und je län­ger ich da sitze, desto schwe­rer wird es.
Ich sagte: warum kann es denn nicht end­lich mal wie­der eine Weile flie­ßen? Eins nach dem ande­ren, es muss ja gar nicht schnell sein, aber ein­fach mal wei­ter gehen? Und dann schaute ich hoch und sah ihren Blick und musste lachen. “Ach, ich bin schon wie­der zu unge­dul­dig?” Und sie lachte auch und sagte “Ja, vielleicht?”


Je näher ich einem Tief komme, je wei­ter es abwärts geht, desto weni­ger mag (kann) ich reden, schrei­ben, kommun­zie­ren. Je weni­ger ich kom­mu­ni­ziere, für eine:n andere:n for­mu­liere, desto mehr rut­sche ich ab. Ich stehe dane­ben, schaue zu und kann es nicht ändern. Die Worte fin­den kei­nen Weg aus den Gedan­ken heraus.

Die Dor­nen­he­cke hat mich noch immer in ihrem Griff.

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