15-09-2020 Keine Löffel mehr

Wie zu erwarten war, hab ich unruhig geschlafen. „Nur ja nicht den Wecker überhören und was wird der Tag wohl bringen“-Unruhe. Aber von Eros hab ich geträumt … 😊


Die Müdigkeit wegduschen. Und dann passiert heute tatsächlich das, wovor ich seit Jahren Angst habe: beim Raustreten aus der Dusche rutsche ich auf dem feuchten Boden aus und lande rückwärts wieder in der Dusche. Mit *aaauuuutsch* komplett zusammengeklapptem Knie. Zum Glück ist alles andere heil geblieben – und zum Glück hat niemand gesehen, wie ich mich danach mühsamst in die Senkrechte manövriert hab.


Dann alle Termine abgearbeitet. Natürlich war ich überall zu früh, aber lieber hol ich mir noch einen Kaffee und sitze im Schatten auf der Bank, als abgehetzt und verschwitzt irgendwo anzukommen.


Termin 1: Orthopädie am Schlump. Kurze Warteschlange an der Anmeldung. Ausdruck der Patientenkartei in Empfang genommen. (Eine DIN A4 Seite. Die natürlich auf keinen Fall per Post geschickt werden konnte, weil die 80 Cent ja nicht im Budget drin sind. Wenn das Jede:r wollte, was käme da für ein Verlust zusammen! Nicht auszudenken.) Draußen gelesen und erstmal herzlich-bitter gelacht: Wenn Ärzt:innen nicht zuhören, was die Patient:innen sagen, dann wird in der Kurzzusammenfassung des Unfallgeschehens aus einem kleinen Lieferwagen schonmal ein LKW und mein Rad fällt ganz weg. Wenigstens hat er mein Gewicht nicht nochmal erwähnt. Ich hoffe, der neue Orthopäde ist besser.

Termin 2: Diabetespraxis. Wie immer sind alle super nett. Das ist wirklich inzwischen die einzige Ärztin, zu der ich gerne gehe. Sie nimmt sich Zeit, ist zugewandt, hört zu. Sie weiß, dass ich depressiv bin und geht auch drauf ein, obwohl es ja überhaupt nicht ihr Fachgebiet ist. Aber meine psychische Verfassung hat Einfluß auf meine körperliche und z.B. ja auch aufs Essen, insofern ist es für sie auch wichtig.
Jedenfalls hab ich das (zu hohe – ich weiß es ja) Gewicht immerhin gehalten seit dem Frühjahr, aber der Blutdruck und vor allem der HBA Wert waren noch nie so hoch wie heute. Darum heißt es nun, zusätzlich zu den Tabletten auch noch zu spritzen. Schön mitten rein in die Bauchfalte (ist ja genug von da), einmal am Tag eine Dosis. Ich hab vorhin beschlossen, dass ich damit morgen anfange. Nicht noch mehr Stress heute.

Termin 3: Treffen mit Frau R., wie immer im Park. Da können wir – mit Abstand natürlich – ohne Maske sitzen und in Ruhe reden. Und das tun wir dann auch, die vollen zur Verfügung stehenden eineinhalb Stunden (und ich glaube, sogar noch mehr). Sie tun wirklich gut, diese Gespräche irgendwo zwischen Beratung, Hilfestellung und etwas, das manchmal schon fast in Richtung Therapie geht. Ich fühle mich wirklich gesehen und angenommen – und ja, liebe Frau R., ich mag Sie auch richtig gerne! 😉

Termin 4: ein halber Wocheneinkauf bei Aldi und dann mit vollen Taschen mit der Bahn nach Hause. Auspacken, duschen, schlafen.


Und jetzt sind alle Löffel verbraucht – nicht nur die von heute, sondern auch schon fast alle von morgen. Ich bin so erschöpft, dass ich kurz vorm Weinen bin, einfach so, ohne Anlass. Meine Füße tun weh, ich schlurfe wie eine uralte Frau durch die Wohnung, die Energieanzeige leuchtet dunkelrot. Aber ich hab den Tag durchgehalten und alles erledigt, und das bei annähernd 30°.
Ja, das hab ich gut gemacht.


Und für später oder morgen freu ich mich sehr drauf, den Podcast mit Vanessa und Christian zu hören, auch wenn das Thema – Panikattacken und die Angst vor der Angst – nicht unbedingt einfach und schön ist.

4 Kommentare

  1. Grad wollt ich fragen, wie es dir geht. Brava! Ich freue mich, dass du das alles abhaken kannst und es geschafft ist. Gute Besserung für die Duschunfallfolgen. Erhol dich so gut es geht! Morgen Pausentag, gäll? 😘😘😘

  2. Eros scheint gerade durch die Nächte zu fliegen – bei mir auch – und neben schön, heilt er. Heilt er? So eine Frage, die mich durch den Tag begleitet hat.
    Dir sende ich einen GROSSEN Heilesegen – so ein Sturz sitzt ja im System, aber gut scheint es dorch irgendwie gegangen zu sein?
    Morgen dir gutes Löffel auffüllen,
    herzlichst, Ulli

    1. DER Eros? Bei dir auch? 😀
      Mir hat er geholfen vor vielen Jahren (siehe „Über mich und diesen Blog“) und auch heute noch ist seine Musik ein bißchen wie nach Hause zu kommen.

      Alles heil geblieben beim Sturz, vielen Dank für deine Gedanken.

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