20-12-2020 Schlaflos

Wer klaut eigent­lich in der letz­ten Zeit immer mei­nen Nacht­schlaf? Oder woran liegt es, dass ich schon drei­mal in die­ser Woche müde ins Bett gehe und ihn ein­fach nicht fin­den kann?

Ange­fan­gen hat es in der Nacht zu Don­ners­tag, als der Lütte über mir anschei­nend hef­tige Alp­träume hatte und mehr­mals lange und laut schrie und sich so gar nicht beru­hi­gen wollte. Jedes­mal war ich grade kurz vorm ein­schla­fen, schreckte hoch und lag dann lange wach.
Die nächste Nacht hielt mich wohl haupt­säch­lich die Sorge, dass das wie­der pas­siert, vom Schla­fen ab. Nach einer Stunde oder mehr und vie­lem Von-einer-Seite-auf -die-andere-Dre­hen nahm ich schließ­lich die letzte Schlaf­ta­blette aus der Packung, die ich mir vor lan­ger Zeit mal besorgt hatte (MHD bis 2015!), wech­selte vom knis­tern­den Kuschel­kis­sen zu einem, das weni­ger Geräu­sche macht und holte dann noch das Tablet mit der Ein­schlaf­mu­sik. Ver­mut­lich hat von allem die Tablette am meis­ten gehol­fen, denn den gan­zen Frei­tag über war ich ziem­lich schlapp.
Letzte Nacht dann das glei­che Spiel: ich gehe müde ins Bett, kuschel mich zurecht, mach die Augen zu - und bin wach. Nichts hilft: kein Atmen, kein Zäh­len, keine Traum­reise an mei­nen Lieb­lings­ort. Das Vogel­g­zwit­scher von der Schlaf-App nervt eher, weil es eben doch nicht echt ist und sich alle paar Minu­ten wie­der­holt, was mich als HSP irgend­wann ver­rückt macht. In dem Ohr, das auf dem Kis­sen liegt, höre ich mei­nen Herz­schlag über­laut und bei jedem davon bewege ich mich und das Kis­sen mit und es “knis­tert” wie­der. Dazu spüre ich jedes Haar, jeden Wind­hauch und sowieso alle mög­li­chen Stel­len auf der Haut, die aus dem Nichts krib­beln und sich nicht igno­rie­ren las­sen. Vom Tin­ni­tus fang ich gar nicht erst an. Letz­ten Endes bin ich auf­ge­stan­den, hab mich ange­zo­gen und mich aufs Sofa geku­schelt, die Onleihe-App aktua­li­siert, ein belang­lo­ses Buch aus­ge­lie­hen und über eine Stunde gele­sen.
Aber auch danach fühlte es sich noch an, als stünde ich genau an der Grenze zum Schlaf, käme aber ein­fach nicht rüber. Die Träume sug­ge­rier­ten mir, dass ich gar nicht schlafe - was gar nicht sein konnte bei dem Mist, der da pas­sierte, aber es fühlte sich eben so an.

Was gäbe ich drum, mal ein paar Nächte tief und traum­los schla­fen zu kön­nen. Ein­fach mal rich­tig kom­plett abschal­ten zu kön­nen. So sind die Nächte nicht wirk­lich erhol­sam - und das macht sich natür­lich am Tag danach bemerk­bar. Ich bin müde, kann mich nur kurz kon­zen­trie­ren und nur wenig auf­neh­men. Natür­lich muss ich nichts oder nur sel­ten etwas “leis­ten”, aber irgend­wie sind es den­noch ver­lo­rene Tage, die ich lie­ber anders ver­bracht hätte.


Aber ihr kennt mich: auch dabei ver­su­che ich, etwas Posi­ti­ves zu fin­den. Das Schöne, das zu sol­chen leicht ver­han­ge­nen Tagen passt, zumal in der dunk­len Win­ter­zeit, ist Musik wie diese:

Album “Lux” von dem bri­ti­schen Ensem­ble Voces8

Und viel­leicht ver­such ich doch noch, mit dem Web­shop für die Toch­ter wei­ter zu kom­men. Der soll ja schließ­lich in die­sem Jahr noch fer­tig werden.

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