Weil ich es will.

Schrieb da neulich Einer was auf seinem Blog (und auf Twitter, wo ich es las), das war so einleuchtend, dass ich staunend davor saß und dachte: Ja. Natürlich. Einfach weil ich es will.

“Ich blogge wieder.”
“Was denn?”
“Was mir so ein- und auffällt, Alltagskram, was ich so erlebe.”
“Aber du erlebst doch nichts.”
“Macht doch nichts.”
“Und das wollen Leute lesen?”
“Keine Ahnung. Aber ich will das schreiben.”

https://larsreineke.de/14-juni-2020-abends/

Eigentlich ist das doch der einzig legitime Grund zu schreiben, zu bloggen, aus dem eigenen Leben zu erzählen: weil ich das will. (Und schon schränke ich das wieder ein, indem ich ein „eigentlich“ davor setze. Ja, so funktioniere ich.)

Vor gut 3 Jahren hab ich mal angefangen mit etwas, das ich „Wochenkisten“ nannte: weil ich dachte, dass ich das tägliche Schreiben nicht schaffen könnte, dass ich meinem Anspruch nicht genügen würde, dass ich überhaupt irgendeinem Anspruch genügen müsste. Ich hab es nach 4 Wochen sein lassen, weil … keine Ahnung, irgendwie war es das halt auch nicht.
Der Kompromiss waren die „Depression Notes„, in denen ich mir erlaubt habe, über mehr als ein Thema zu schreiben oder auch mal „einfach so“.

Und trotzdem dachte ich immer wieder darüber nach, wie schön das doch wäre, jeden Tag einfach aufzuschreiben, was ich gemacht hab oder auch nicht, was ich gedacht, gefühlt, gesehen, gehört hab, einfach so, einfach für mich und wen es vielleicht da draußen noch interessiert. Aber da ist ja dann noch dieses Thema aus der Therapie neulich, das ich doch noch vertiefen wollte. Und jener Gedanke, den ich unbedingt dringend formulieren muss zuerst. Und heute kann ich sowieso nicht, weil ich viel zu müde bin. Und morgen, nein, da hab ich ja nichts erlebt, worüber sich zu schreiben lohnen würde. Und überhaupt. Aber das ist alles eigentlich (ha!) völlig egal, weil: wenn ich schreiben will, dann schreib ich. Und wenn nicht, dann nicht. Ganz einfach.

Also.


Nach 2 Tagen übelster Hitze kam gestern abend doch noch das Gewitter nach Eimsbüttel und brachte mit dem Regen auch etwas Wind und große Erleichterung. Ich kann bei Temperaturen ab 25° nicht mehr denken, ich zerfließe innen und außen. Ich kann nur aushalten und abwarten und mich möglichst wenig bewegen, bis es vorbei ist.
Heute also angenehme um die 20°, leicht bewölkt, schöner Durchzug dank geöffneter Fenster auf beiden Seiten. Die App sagt weiterhin Regen voraus, meine Tomaten freuen sich.


Mittags kam eine Mail von meinem uralten Postfach bei Yahoo, die ich interpretierte als entweder hackt da grade jemand meinen Account oder eine Namensschwester versucht vergeblich, sich einen einzurichten und Yahoo kriegt es nicht auf die Reihe. Das war dann endlich die Gelegenheit, zu tun, was ich seit langem tun wollte: das Ding endlich leer zu räumen incl. aller E-Mails aus der Zeit von 2007 bis 2012 (seitdem nutze ich es nur noch für meinen Spielaccount auf facebook) und löschen zu lassen. Ballast abwerfen: so gut.


Und sonst gab es noch: viel Twitter und Blogs lesen, auf allen WP-Seiten die Plugins aktualisieren, nochmal kurz reingucken in ein paar von den CRM-Systemen, die ich in den letzten Tagen rausgesucht hatte für die Tochter, leckeres Essen kochen und vor allem die Ruhe genießen, die dank des Regenwetters heute war da draußen vor dem Balkon. Ja, und schreiben: weil ich es will. Fühlt sich gut an.


(Wie nenn ich das, wenn ich das hier vielleicht regelmäßig_er mache? Das Kind die Kategorie will einen Namen. Ich auch. Irgendwelche Vorschläge?)

7 Kommentare

    1. Oh, das klingt schön! Und in so manchen Zeiten frag ich mich das ja öfter mal, wenn wieder ein Tag in den anderen verschwimmt …

      Dir auch, liebe Bee, und weiterhin viel Kraft, Geduld und positive Gedanken! <3

  1. Ich finde auch, du solltest den Mut haben, täglich bzw. wann immer du das Bedürfnis danach hast zu schreiben. Denn du hast Recht: man macht es für sich. Und ich lese auch sehr gern. Deine Zweifel teile ich. Und möchte sie dir trotzdem nehmen. DailyMood finde ich auch gut. Everyday life finde ich auch schön. Deutsche Alternative : Mein Leben und ich.

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