25-01-2021 Müde. So müde.

Es gibt grade nichts zu schrei­ben, sagen, mit­tei­len. Ich bin müde, phy­sisch und psy­chisch. Ein kur­zer Aus­flug an den Hafen letz­ten Don­ners­tag nach der The­ra­pie war wun­der­schön, aber kör­per­lich sehr anstren­gend. Noch dazu hab ich das Knie letz­tens irgend­wann komisch ver­dreht, seit­dem tut es wie­der weh beim Gehen.
Im Tage­buch der Corona-App ist über­deut­lich zu sehen, wie iso­liert ich lebe, auch das macht müde. Die Tage wie­der­ho­len sich im Einer­lei, manch­mal frage ich mich beim Ins-Bett-Gehen am Abend, was ich eigent­lich gemacht hab die ganze Zeit, aber da war eben nichts.


Seit einem Jahr ist das Virus hier bei uns und die Entscheidungsträger:innen in der Poli­tik krie­gen es nicht gere­gelt, gemein­sam dage­gen vor­zu­ge­hen, weil JedeR seine eigene Suppe kochen muss, auf Bie­gen und Bre­chen. Ich bin es so leid.


Gele­sen: Corona-Lock­down in Neu­see­land.

Wäh­rend deut­sche Poli­ti­ker oft sagen, man müsse an die Maß­nah­men “noch mal ran­ge­hen” und sie “nach­schär­fen”, als seien sie ein etwas stump­fes Schwert, das in den Schleif­ser­vice gehört, war die Maß­nah­men­klinge in Neu­see­land so scharf, dass man sich ver­letzt hätte, wäre man “noch mal ran­ge­gan­gen”.

Nach sie­ben Wochen hatte Neu­see­land Corona besei­tigt. Statt Kur­ven­dis­kus­sio­nen zu füh­ren, hatte man die Infek­ti­ons­zah­len auf Null gedrückt, und so haben wir die ver­gan­ge­nen Monate eine eigen­ar­tige Par­al­lel­exis­tenz im Ver­gleich zum Rest der Welt geführt.

In Neu­see­land hat man es, was die Arbeits­welt angeht, nie bei Emp­feh­lun­gen belas­sen. Das Home­of­fice wurde nicht ange­ra­ten, es wurde ver­hängt. Abge­se­hen von Ärz­tin­nen, Apo­the­kern und Super­markt­mit­ar­bei­tern war es Men­schen schlicht­weg unter­sagt, zur Arbeit zu gehen. Selbst Bau­stel­len lagen brach. Wirt­schafts­in­ter­es­sen und die Sorge um Gesund­heit wur­den nicht als Gegen­sätze gese­hen, son­dern man ver­trat die Mei­nung, dass der Öko­no­mie nichts mehr hilft als die Besei­ti­gung des Virus. Und tat­säch­lich steht die neu­see­län­di­sche Wirt­schaft nach star­ken Ein­bu­ßen wie­der sehr gut da.

So geht das. Aber hier zählt ja die Wirt­schaft mehr als die Menschen.

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