27-10-2021 Bin ich schon bereit?

Müde und im Nie­sel­re­gen mit dem Rad zur Mitt­wochs­gruppe. Doch, das war gut. Eine anre­gende Unter­hal­tung zu fünft, eine ruhige halbe Stunde mit lesen und malen als Aus­klang. Es ist nichts gro­ßes, aber das muss es auch nicht. Ich mag die Frauen, ich mag die Tref­fen und dass ich hier Kon­takte “zum anfas­sen” hab (wenn auch coro­nabe­dingt ohne anfassen).

Danach der übli­che Wochen­ein­kauf und das bepackte Rad nach Hause schie­ben. Lang­sam, Schritt für Schritt, bewußt. Der Fuß mag das nicht, aber mir tut es gut.


Spä­ter, beim Kochen, über­legte ich, über was ich wohl mor­gen in der The­ra­pie spre­chen könnte. Über den Besuch von Igor neu­lich? Über den Grund für die fast schlaf­lose Nacht letz­tens? Oder wie­der ein­mal über die­ses ambi­va­lente Bedürf­nis, gese­hen zu wer­den und mich gleich­zei­tig ver­ste­cken zu wol­len, weil ich mich so über­haupt nicht mag und nicht ernst nehme und mich immer so scheisse klein mache?
Und dann stelle ich plötz­lich fest: ich hab diese Situa­tio­nen alle alleine gelöst. Ich bin durchs dunkle Loch gekrab­belt, hab geheult und getrau­ert und bedau­ert und Igor danach ins Körb­chen zurück beför­dert. Ich hab sogar fest­ge­stellt, dass ich nicht nur eine Liebe und eine Zukunft ver­lo­ren, son­dern auch ganz viel ande­res, unge­plan­tes gewon­nen habe. Ich hab mir tau­send Gedan­ken gemacht wäh­rend einer Nacht, sie am nächs­ten Tag auf die Seite gepackt und die (für mich) rich­ti­gen Worte gefun­den, ohne jeman­den zu über­fah­ren und zu ver­let­zen. Und ich lerne, den Wider­spruch in mir zu akzep­tie­ren, immer wie­der neu und immer besser.

Bin ich also bereit, die The­ra­pie von mir aus zu beenden?

Nicht sofort, nicht mor­gen. Ein paar Stun­den noch, sie fin­den ja sowieso schon nur alle vier Wochen statt. Aber viel­leicht hab ich wirk­lich so viel gelernt und bin all­mäh­lich auch in der Lage, es umzu­set­zen und ein­zu­set­zen, ohne es vor­her noch zu bere­den. Oder danach. Viel­leicht brau­che ich die Beglei­tung nicht mehr sehr und nicht mehr lange. Vielleicht.

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