Achtsam und selbstfürsorgend

Ges­tern Abend, nach­dem ich hier gebloggt hatte, schrieb ich an Frau R. vom Hil­fe­Dings, dass ich heute lie­ber mit ihr tele­fo­nie­ren würde, anstatt zum Tref­fen nach Altona zu fah­ren. Vor allem ging es darum, dass ich auch noch ein Rezept von mei­ner Haus­ärz­tin abho­len und danach drin­gend ein­kau­fen musste - die Vor­räte sind auf­ge­braucht, nach­dem ich das seit Frei­tag immer wei­ter weg schiebe. Alles zusam­men war mir aber zuviel: zu viele Ter­mine, zu viel Weg, zu viel Orga­ni­sa­tion, zu lange unter­wegs. Wie gut, dass in so einem Fall das Tele­fo­nat eine wirk­li­che Alter­na­tive ist. 

So konnte ich den Tag also in Ruhe begin­nen und dachte bis zum Mit­tag auch, dass das alles klappt, wie ich es wollte, merkte aber irgend­wann, wie sich inner­lich wie­der alles sträubte und dage­gen stemmte und bestimmt komm ich mit den Lebens­mit­teln auch bis mor­gen aus, schließ­lich geht Kaf­fee auch ohne Milch oder ob ich mal so einen Lie­fer­dienst … Him­mel nein, das ist ja Wucher, das geht gar nicht und wer weiß, wie das Gemüse aus­sieht und über­haupt, so weit kommt’s noch.

Und dann erin­nerte ich mich daran, dass ich hier die Erwach­sene bin und ges­tern auch den Haus­halt geschafft hab und dass kleine Schritte bes­ser sind als keine. Das neue Rezept war­tet also bis Don­ners­tag und ich muss heute nur ein­kau­fen. Die Stra­ßen sind schnee­frei, der Super­markt mit dem Rad schnell erreicht und dann hab ich Ruhe. Außer­dem hab ich getan, was seit Malente gar nicht mehr vor­kam: ich hab mir eine Beloh­nung ver­spro­chen. Jetzt hab ich Milch zum Kaf­fee, Erd­nuss­flips und Kuchen - und einen gefüll­ten Kühlschrank.

Trotz­dem: da grum­melt deut­lich was in mir. Ich weiß nicht genau, ob es nur das Grau drau­ßen ist oder ein depres­si­ver Schub. Neben dem grade vor­herr­schen­den Wunsch, mich wie für einen Win­ter­schlaf in eine Höhle zu ver­krie­chen, ist da noch was dif­fu­ses, als wür­den sich Gefühle hin­ter einer Mauer stauen. Als gäbe es etwas, was ich möchte, mir aber nicht erlaube. Ver­schwom­mene Gedan­ken, ich kann sie noch nicht in Worte fas­sen.
Aber ich darf nicht drän­geln; es wird kom­men, wenn es reif ist. Wie ich es gelernt habe: Acht­sam­keit und Selbst­für­sorge. Anneh­men, was ist. Akzep­tie­ren, dass es so ist. Ich muss nichts, außer gut zu mir sein und zusam­men mit Igor auf mich aufpassen. 

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