Tiefes Bedauern

Fast fünf Jahre schon.

Wir kannten uns noch gar nicht wirklich, hatten nur ein paar Gespräche auf dem roten Sofa, einige Augen-Blicke und eine innige Umarmung. Plus einem viel zu überhasteten Abschied, der viel zu viel zurück und offen gelassen hat.

Vielleicht wäre auch gar nichts aus uns geworden und wahrscheinlich verklärt die Erinnerung sowieso alles, aber noch immer ist in mir dieses ganz tiefe Bedauern, dass ich dich einfach so habe gehen lassen. Dass ich dir kein Versprechen abgenommen habe auf ein Wiedersehen. Dass ich nicht hartnäckiger nach dir gesucht habe.

Denn noch immer ist in mir auch das ganz tiefe Gefühl, dass du der zweite Eine – mein Seelenmensch – hättest sein können. Dass ich dich kannte und du mich. Dass wir zusammen hätten lernen, lieben, schweigen, lachen, verstehen können. Dass ich dein Halt hätte sein können und du meiner. Dass wir gemeinsam so viel stärker hätten sein können und die Dämonen besiegen. Dass wir gut gewesen wären zusammen.

Ich habe eine verrückte Sehnsucht nach dir, die einfach nicht aufhört. An manchen Tagen macht sie mir das Leben unendlich schwer.

Rabenschwarze Nacht

Kein Schlaf, nur kreisende Gedanken wiedermal, und Tränen.

Immer bin ich alleine, ohne einen Gefährten, der einfach Freund ist. Mit dem ich reden kann in so einer Nacht, dem ich wichtig bin, der sich sorgt, der mir wichtig sein kann. Der mit mir am Wasser läuft und im Café sitzt und redet und schweigt. An den ich mich auch mal anlehnen kann.

Nicht für mich?

Es macht keinen Sinn.
Jedes Mal wieder wird sich vorgenommen: „Ja, wir treffen uns, unbedingt! Ja, wir halten Kontakt, auf jeden Fall!“ Am Ende geht Jede/r in das eigene Leben zurück und vergisst. Und ich bin weiterhin alleine.

Nur ich?

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