Traumlos schlafen

Traumlos schlafen
endlos
oder wenigstens
durch zwei Nächte
und den ganzen Tag
dazwischen

um die bleigraue
Müdigkeit
zu vertreiben
die mich jeden Tag
und immer wieder
für einen Moment
oder noch viel länger
hinunter zieht
in den Schacht
ohne Licht.

Ich wache auf.
Ich bin so müde.

Herzenswunsch

Ich möchte nach getaner Arbeit
dort in der Sonne sitzen,
die Oliven und die Schafe zählen
und wissen, was wichtig ist.

Ich möchte den Wind im Haar
und das Salz des Meeres in der Nase
das farbige Leuchten der Hauswände im Abendlicht
und wissen, was die Seele braucht.

Ich möchte zufrieden
und endlich in Frieden sein
mit mir – und mit Dir
und wissen, was bis zum Ende reicht.

Veröffentlicht in Poems

Eine Handvoll Herz

In der finstersten Zeit meines Lebens
fandest du den Weg zu mir
– oder doch ich zu dir?
Vor dir machten sich andre Dinge breit,
buhlten um meine Beachtung
mit allerlei Pomp und Tand und Siehmichan!
Doch das war noch nie
was mein Auge, meine Hand ersehnt:
deine Schlichtheit ist so viel mehr
als Glitzer je mir geben könnte.
Deine Oberfläche schmeichelnd weich,
deine Form rund und spitz zugleich,
passt du perfekt in meine Hand.
Fester Begleiter in Not und Glück
bist du für mich geworden,
an dir halt ich mich fest –
du gibst mir Halt,
mein Herz aus Holz.

#frapalymo 30/30


Was frau paulchen schreibt:
der impuls für das #frapalymo gedicht am 30. november lautet: „was in eine hand passt“.

All die Worte

All die Worte

die harten
die falschen
die bösen und
die lauten
die dahin gesagten
die an den Kopf geworfenen
die vor Spott triefenden
die, die im Streit verletzen
und die, die die Wahrheit verdrehen sollten

Sie gruben
wie mit schweren Pflügen
tiefe Narben in die Seele

Sie machten dich glauben
dass du die Schuld trägst
an dem

was dich erfriert
dich lähmt
dich quält
dich verstört
dich zerfrisst
dich von dir selbst entzweit

Liebe
wäre auch eine Möglichkeit gewesen
Spuren zu hinterlassen

#frapalymo 29/30


Was frau paulchen schreibt:
der impuls für das #frapalymo gedicht am 29. november lautet: „sichtbare spuren“.

Es war einmal…

Es war einmal ein armer Tropf
der saß am Rand mit aufgestütztem Kopf
und seufzte tief und klagte weh:
„ach jemine, ach jemine!“

Sein Herz war schwer, er weinte fast
der Rücken krumm von all der Last.
Es war zu spät, er konnt‘ nicht mehr
obschon er flehte gar so sehr.

Die Hülle gab schlussendlich nach
und platzte auf mit Donnerkrach.
Der Tropf verwandelt sich, ach welch ein Segen
in einen höchst willkomm’nen Sommerregen.

#frapalymo 27/30


Was frau paulchen schreibt:
der impuls für das #frapalymo gedicht am 27. november lautet: „alle texte starten mit ‚es war einmal…‘“.