Depression Notes 13-08-2019

Seit Monaten war in meinem Duschschlauch ein Loch. Notdürftig zugeklebt mit Klebeband. Dann gab es bei Penny im Angebot Duschschlauch und -kopf. Hab ich natürlich genutzt und beides neu besorgt.
Nächste Aktion: das alte Ding abmontieren. Tja, rührt sich nicht. Alles verkalkt? Also tagelang Entkalker drauf, immer wieder die Zange angesetzt, nichts geht. Mist.
Was mache ich? Aushalten, was sonst. Dann bleibt es eben kaputt, ist ja typisch für mich, ich krieg das eben nicht hin und bin sowieso selbst schuld.

Am Samstag hab ich dann meinen netten Nachbarn getroffen und spontan gefragt, ob er vielleicht demnächst ein paar Minuten Zeit hat für mich. Kräftiger junger Mann, ihr wißt schon. Gestern war er da. Guckt, setzt die Zange an, dreht – und schwubb ist er ab, der olle Schlauch.
Stellt sich raus, ich hab in die falsche Richtung gedreht. Rechts rum statt links. Kann ja nichts werden. Ist mir ja peinlich, aber ich steh jetzt dazu.

Aber:
das ist sooo typisch für mich, für die Depression. Dass ich 100%ig davon ausgehe, dass es natürlich an mir liegt, dass ich das Ding nicht ab kriege. Dass ich deswegen auch kein Recht auf Hilfe habe oder überhaupt auf einen neuen Schlauch. Weil ich es ja selbst so weit habe kommen lassen, dass alles verkalkt ist, weil ich nicht geputzt habe und dass ich darum mit dem kaputten Ding leben muss für immer. Auch wenn ich mich jeden Tag ärgere. Selbst Schuld eben.
So überzeugt bin ich von diesen Gedanken, dass ich nicht einmal auf die Idee komme, es mal andersrum zu versuchen.

Da frage ich mich doch: wieviele andere Dinge verbau ich mir in meinem Leben, weil ich vor lauter „geschieht mir ganz recht“ und „ich habs ja selbst verbockt“ stur in eine Richtung gucke und nichts anderes zulassen kann?

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