Der Mensch in meinem Traum

Letzte Woche träumte ich in drei Näch­ten hin­ter­ein­an­der immer von dem glei­chen Mensch. Die Sze­na­rien und die Per­so­nen, die außer­dem dabei waren, wech­sel­ten, aber die Geschich­ten von die­sem Mensch und mir bau­ten auf­ein­an­der auf.

Der Mensch war etwa in mei­nem Alter, ein wenig jün­ger viel­leicht. Keine Schön­heit, etwas rund­lich, ziem­lich durch­schnitt­lich, nichts auf­fäl­li­ges auf den ers­ten Blick, aber auf eine unbe­stimmte Art sym­pa­thisch. Im ers­ten Traum waren meine Mut­ter und einige mei­ner Schwes­tern da, noch ein paar andere Leute. Sie lach­ten den Men­schen aus, mach­ten sich lus­tig über sein Aus­se­hen und seine Art, ver­hiel­ten sich über­heb­lich. Ich fand das über­haupt nicht gut, der Mensch tat mir leid, er war doch ein­fach nur da und wollte nichts. Ich fing an, mich mit ihm zu unter­hal­ten und merkte schnell, dass der Mensch rich­tig nett war, sanft, zurück­hal­tend, sehr ange­nehm. Ich mochte ihn und sagte ihm das auch. Da lachte die Fami­lie mich auch aus, so wie vor­her den Mensch.

Die bei­den nächs­ten Träume sind mir nicht mehr in allen Ein­zel­hei­ten im Gedächt­nis und ver­schwim­men auch etwas zu einem gesam­ten Traum, ich weiß aber, dass es zwei ver­schie­dene waren. Der Mensch war jeden­falls im nächs­ten Traum wie­der da, wir begrüß­ten uns herz­lich und umarm­ten uns auch. Es fühlte sich gut und rich­tig an. Es war warm, wir waren irgendwo drau­ßen und rede­ten, saßen uns gegen­über, ich nahm seine Hände in meine. Der Mensch war zurück­hal­tend, traute sich und mir erst nicht. Ich sagte ihm wie­der, dass ich ihn wirk­lich gerne mag. Spä­ter - oder im nächs­ten Traum? - ließ er zu, dass wir uns anein­an­der anlehn­ten und im Arm hiel­ten und ich konnte spü­ren, dass wir uns nah waren und zusam­men sein wollten.

Beim Nach­den­ken über die Bedeu­tung die­ser Träume sah ich darin zuerst meine zur Zeit wie­der­mal sehr große Sehn­sucht nach einem Part­ner. In vie­len Träu­men der letz­ten Zeit kam M. vor, mehr als ein­mal wachte ich mit Trä­nen auf. Die drei Träume mit die­sem neuen Men­schen waren dage­gen leicht, fried­lich, warm und deck­ten den Schmerz zu. Ich freute mich und hoffte im Stil­len, dass er wie­der käme irgendwann.

Heute dann aus dem Nichts die Erkennt­nis: die­ser Mensch, das bin ich. Und ich in dem Traum bin auch ich selbst und genauso die Per­so­nen aus­ser­halb, die uns aus­lach­ten. Alle ste­hen für einen Anteil von mir. Den unsi­che­ren, den freund­li­chen, den hämisch lachen­den und auch den für­sorg­li­chen. Das bin immer ich.

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