Die -losigkeiten in gewissen Zeiten

Hallo, mein Name ist Ulrike und ich bin despressiv.

Natür­lich bin ich noch ganz viel mehr: schlau, wit­zig, musi­ka­lisch, sehn­süch­tig, har­mo­nie­süch­tig, freund­lich, unsi­cher, eifer­süch­tig und sowas. Aber seit eini­gen Jah­ren eben auch des­pres­siv, und auch wenn ich die Krank­heit inzwi­schen ganz gut im Griff hab, beglei­tet sie mich doch wei­ter­hin, jeden Tag, immer. So wie ich diese gewisse Sen­ti­men­ta­li­tät und Sehn­sucht und Melan­cho­lie schon immer und für ver­mut­lich den Rest mei­nes Lebens in mir habe, trage ich auch die Depres­sion mit mir und als Teil von mir.

In gewis­sen Zei­ten, am liebs­ten nach schö­nen Erleb­nis­sen, macht sie sich bemerk­bar. Klopft an die Haus­tür, weht nachts durch das geöff­nete Fens­ter her­ein, mogelt sich in meine Ein­kaufs­ta­sche - und nimmt dann Besitz von mei­nen Gedan­ken, Gefüh­len, Wör­tern. Ver­dreht den Sinn, so dass es ihr bes­ser in den Kram passt. Klaut mir die Far­ben und Töne und lässt mich allein mit den -losigkeiten:

  • Lust-
  • Antriebs-
  • Moti­va­tions-
  • Wort-
  • Schlaf-
  • Dis­zi­plin-
  • … (tbc)
    • - losig­keit

Immer noch habe ich kein Patent­re­zept dage­gen. Immer noch fühle ich mich schul­dig. Immer noch kann ich das mit nie­man­dem tei­len, weil nie­mand ver­steht, der damit nicht selbst zu kämp­fen hat.

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