Heute erinnerte ich mich an den Tag im letzten Spätherbst, als ich das erste Mal nach langer Zeit die Balkontür morgens wieder ganz schloß. Wie üblich stand ich kurz draußen, um aufs Thermometer zu schauen und die Luft zu spüren, ob es wohl noch einmal mild genug wäre, um die Tür wenigstens gekippt zu lassen. Aber es war zu frisch geworden, mir war kalt, ich machte sie wieder zu.
Im Nachhinein fühlt sich dieser Tag wie der Anfang eines Rückzugs nach innen an. Als hätte ich mit der geschlossenen Tür meine Verbindung zur Außenwelt gekappt. Auch wenn ich nicht gerne unter (vielen) Menschen bin, möchte ich ja trotzdem nicht alleine sein. Draußen auf dem Balkon zu sitzen und das Leben zu sehen, ist ein bisschen so, als wäre ich dabei, als gehörte ich dazu. Wie in meinem sozialen Medium: so lange ich die anderen lesen kann, bin ich Teil davon, obwohl mich nicht viele sehen.
Für mich ist es gut so: ich kann es dosieren und ich kann da sein, wenn ich es schaffe. Ich _muss_ nicht, sondern entscheide selbst, wie es am besten ist für mich. Wenn ich raus gehe, dann bin ich gezwungen, fremde Menschen auszuhalten, genau in diesem Moment, ob ich will oder nicht.
Ja, natürlich, es war ein langer Sommer, er war mit Malente ausgefüllt, mit Menschen, mit so viel Neuem, ich war müde irgendwann. Am Anfang war der Rückzug willkommen, ich brauchte die Ruhe und die Zeit, alles zu verarbeiten. Aber wenn ich nur noch zuhause bin, dann vermeide ich und schaff es immer weniger, weg zu gehen, grade in der Winterzeit. Das tut mir auch nicht gut, weil ich dann auch den Kontakt zu vertrauten Menschen verhindere - den “analogen” genauso wie den “virtuellen”, weil ich mich auch von dort zurück ziehe. Dann bin ich wirklich allein. Und das öffnet der Depression die Tür.
Es wird Zeit, dass es Frühling wird sich was ändert. Dass _ich_ was ändere. Ich muss und ich will wieder raus ins Leben.
(Kann mal jemand dieses hässliche nasse Grau weg machen, bitte?)

Was brauchst du dazu?
Ach, wenn ich das doch so genau wüßte. Frühling. Heile Füße, die nicht schon nach 500m Gehen weh tun. Eine Freundin in Hamburg, die das mit macht. Stärkere Batterien. Sowas in dieser Art wäre ein guter Anfang. Ob es sowas auf Bestellung und Lieferung gibt?
Weiß nicht. Aber vielleicht wenn ich es teile?
Die Hamburger Bubbles scheint nicht klein zu sein?
Das ist lieb von dir, aber im Moment nicht so wirklich angesagt. Freundschaften und ich sind eine schwierige Sache …