Am Meer

Ein paar Tage vor allem fliehen, die Monster alleine lassen. Energie tanken, in die Ferne schauen, Ruhe spüren.

Ein Fellwesen dabei, das sich immer wieder unter meine Hand schiebt und dafür sorgt, dass ich Berührung erlebe.

Vertrautheit mit einer Freundin, die ich nur einmal gesehen habe und die ich doch kenne.

Verstaubt

Ich bin umgeben von alten Sachen. Angesammelt in verschiedenen Leben, längst abgenutzt und überholt. Überall sammelt sich der Staub, bedeckt Vergessenes, klebt an den Dingen wie an mir.

schrank

Ausmisten! Abhaken und wegwerfen: das sollte ich damit tun. Nützliches ersetzen mit Neuem.

Kann mir jemand dabei helfen?

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Rabenschwarze Nacht

Kein Schlaf, nur kreisende Gedanken wiedermal, und Tränen.

Immer bin ich alleine, ohne einen Gefährten, der einfach Freund ist. Mit dem ich reden kann in so einer Nacht, dem ich wichtig bin, der sich sorgt, der mir wichtig sein kann. Der mit mir am Wasser läuft und im Café sitzt und redet und schweigt. An den ich mich auch mal anlehnen kann.

Nicht für mich?

Es macht keinen Sinn.
Jedes Mal wieder wird sich vorgenommen: „Ja, wir treffen uns, unbedingt! Ja, wir halten Kontakt, auf jeden Fall!“ Am Ende geht Jede/r in das eigene Leben zurück und vergisst. Und ich bin weiterhin alleine.

Nur ich?

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Auf ein Neues

Eine lange Pause, die dringend nötig war. Einen Strich unter den Bruch gezogen, um den Fall ins Bodenlose aufzuhalten. Um Hilfe gebeten.

Vor mir liegt jetzt der Scherbenhaufen, der sich mein Leben nennt. Eine Ansammlung von bunten Stücken: groß und klein, scharfkantig und weich geschliffen, klar zu erkennen und verschwommen. Ich sitze davor und sortiere, bemühe mich, ein Bild daraus zu legen.

Viele Bruchstücke habe ich vollständig vergessen oder anders in Erinnerung. Über manches freue ich mich, sehr vieles bringt mich zum Weinen, einiges tut unendlich weh. Ich lerne, damit umzugehen. Ich lerne, auszuwählen, was davon über mich bestimmt.

Ich lerne wieder, was mich ausmacht und wer ich bin.

Was mir helfen könnte, wären Gespräche mit anderen, tiefsinnig und alltags-leicht. Feedback, um mich wieder erkennen zu können.
Ich möchte wieder lernen zu reden. Ich bin dankbar für jedes Wort.

Ist da draußen noch jemand?

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Einsamkeit und Hoffnung

Letzte Woche kam ganz unerwartet und überraschend meine alte Vertraute, die Einsamkeit, wieder zu Besuch. Stand einfach da in meinem Wohnzimmer, ich hab sie gar nicht kommen gehört.

Ich sollte ihr den Schlüssel wegnehmen, dann muss sie das nächste Mal klingeln und ich kann entscheiden, ob ich sie herein lasse oder nicht.

Da saß sie nun auf meinem Sofa, ganz in Schwarz gekleidet, hat sich breit gemacht und zu allem Übel auch noch die Hoffnung vertrieben.
Wir haben dann zwei Tage miteinander geweint und getrauert, aber es gibt keinen Trost dafür. Darum bleibt nichts anderes im Moment, als sie in die Küche zu schicken und einfach zu ignorieren. Ich spüre dann zwar ihre Anwesenheit, aber immerhin ist sie nur schemenhaft zu erkennen.

Gestern abend hab ich die Hoffnung in ihrem hellblauen Gewand für eine kurze Zeit auf dem Balkon sitzen sehen.

Angst, Schmerz, Tränen

Sehnsucht nach Liebe wechselt mit der Angst davor und endet in Tränen. Der Wunsch nach Nähe endet in Einsamkeit und Tränen.

Ich möchte geliebt, umarmt, gehalten werden. Die Sehnsucht danach ist so übergroß, dass ich sie nicht tragen kann und in die Tiefe verbanne. Von dort kommt sie mit Magenkrämpfen wieder und endet in Tränen.

In mir tobt kein Sturm mehr: er stirbt langsam vor sich hin. Jeden Tag, jedes Jahr ein Stück mehr. Jedes Stück wird tief in mir begraben, bis keine Liebe und keine Sehnsucht danach mehr zu spüren ist.

Die Leere wird ausgefüllt mit Sinnlosigkeit. Ängste werden eingemauert durch Nichtigkeit. Ich baue meinen Gefühlen ein Gefängnis, damit ich leben kann. Es ist kalt dort.

Angst, Schmerz, Tränen. Leer.

Molto Stanca

„Frei, für 9 Tage.
Das Zahnfleisch, auf dem ich die letzte Zeit gekrochen bin, vom Boden abkratzen. Das Karussell in meinem Kopf zur Ruhe bringen. Herausfinden, wieviele Stunden Schlaf zuviel sind. Den Schal für Johnny stricken, bevor der Winter vorbei ist.
Nicht arbeiten.“

Das hatte ich am 19.1.2012 geschrieben, gereicht haben die Tage bei Weitem nicht. Jetzt: „aus dem Verkehr gezogen“, vorerst für 2 Wochen.
Am Ende der Kraft angekommen.

Am Ende der Kraft, die ich immer wieder dafür aufbringe, den Job und mich selbst auszuhalten. Trotzdem gibt es keinen Plan, wie der Weg weiter gehen soll.

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