AugenBlick

Innehalten
in dem was
meine Hände tun
aufschauen
mein Blick fällt
in Deinen
findet Halt
und Liebe.

Diesen Moment
noch einmal er-
leben zu dürfen
mit Dir:
ich gäbe alles.

#frapalymo 2018 18/30


Was frau paulchen schreibt: der impuls für das gedicht am 18. november lautet: „meinen blick ausruhen, auf deinen händen*“ – nach einem tweet von @tschabuhjahhh

I just wanna feel something

Das gab es schon eine ganze Weile nicht mehr: dass ich mehr zufällig auf einen YouTube Link klicke, den jemand bei Twitter gepostet hat und vom ersten Ton an zu tausend Prozent berührt bin, so dass der Song jetzt seit 3 Stunden in Dauerschleife läuft – inzwischen über Kopfhörer, damit meine armen Nachbarinnen nicht verrückt werden.

Stimme, Musik, Text, einfach alles. Es trifft mitten ins Tränenzentrum. Ganz besonders die Stelle bei 2:35. Puh…

Sanity, where have you gone?
You leave at night, return at dawn
I fall from grace, here in the dark
Turn the dive into a work of art


I kissed somebody, I don’t know her name
My baby saw me, but I felt no shame
I start to fight with anyone who’s in
Hurt everybody, but I feel no pain


I just wanna feel something
I just wanna feel something


Hear me now, laugh with the crowd
But inside the silence screaming loud
Touch me now, my body is warm
But inside, I’m frozen to the bone


I held some bodies tried to crush the cold
But I’m not sorry for the hearts I stole
I wish I could give you tears from my eyes
But it seems that I forgotten how to cry

I just wanna feel something
I just wanna feel something


I’m drinking until I’m drunk
I’m sinking until I’m sunk
But nothing I do, nothing I do seems to fill me
I’m bleeding but I’m still numb
I’m wasted but I still run (still run)
Run right into, run right into what might kill me


Just to feel something

I just wanna feel something
Just to feel something
(I just wanna feel something)


Sanity, where have you gone?
You leave at night, return at dawn


Beipackzettel

Gebrauchsanweisung
auf dem Beipackzettel:

Die bedürftige Person
mindestens 3x täglich
vor und nach dem Essen
in die Arme nehmen,
sehr festhalten für mindestens
fünf Minuten oder gerne mehr,
währenddessen süße Worte
in beide Ohren träufeln
und hin und wieder die Lippen
mit zarten Küssen bedecken.
Linderung sollte daraufhin
in kürzester Zeit eintreten.

Mit folgenden Nebenwirkungen
kann gerechnet werden:
seliges Lächeln, funkelnde Augen,
manchmal Tränen des Glücks,
starkes Herzklopfen, rote Wangen
und sehr weiche Knie.

Das Mittel ist anzuwenden
bei akuter Einsamkeit
oder in allen anderen Lebenslagen
je nach Bedarf.
Vorsicht! Macht schnell abhängig!
(aber wer will das nicht?)

#frapalymo 2018 17/30


Was frau paulchen schreibt: der impuls für das gedicht am 17. november lautet: „verdichtet einen beipackzettel“

Zuversicht

Müde wandere ich
durch die engen Gassen der alten Stadt.
Der Tag war lang,
die Gedanken sind schwer.
Wo geh ich hin, wo komm ich her,
was ist der Sinn und warum bleibe ich?

Durch die verwinkelten Häuser
blinkt immer wieder
der ruhige große Fluß
und glitzert im abendlichen Sonnenlicht.
Die Luft ist sommerweich
und duftet nach frischer Wäsche.
Mein Schritt wird leichter,
ein Lächeln huscht über mein Gesicht.

Auf dem kleinen Platz vor der Kirche
verweile ich einen Moment,
lausche dem Rufen aus einem der Häuser –
    – Você está vindo? (Kommst du?)
    – Não, não posso. (Nein, ich kann nicht.)
    – Então vou sozinha! (Dann geh ich alleine!)
    – Sim, apenas vá. (Ja, geh nur.)
und mache mich dann wieder auf
dorthin, wo ich zuhause bin.

Der Weg, den wir wählen,
er wird uns schon passen.
Mit Absicht und Zufall
und allen Entscheiden:
am Ende sind wir doch die,
die wir sollten sein.

#frapalymo 2018 15/30


Was frau paulchen schreibt: der impuls für das gedicht am 15. november lautet: „dichtet zur musik, dem largo aus der dritten sonate von frédéric chopin (gespielt von der wunderbaren Maria João Pires)

Nachlass

Fein säuberlich abgeheftet
ein ganzes Leben als Beleg.
Papier für Papier
akkurat in der Mitte gelocht,
Ordner für Ordner
thematisch nach Farben sortiert.
Damit sich findet was nötig
wenn du eines Tages gehst.

#frapalymo 2018 14/30


Was frau paulchen schreibt: der impuls für das gedicht am 14. november lautet: „verdichtet den tag des lochers.

Utopie

Am Ende neben dir
auf der Bank
unter dem Apfelbaum zu sitzen,
meine Hand in deiner.
Zurück zu blicken
in Frieden
und sagen zu können
„weißt du noch…?“

Ein Traum.
Utopie.

Da ist keine Bank,
kein Baum,
kein Du.
Und am Ende
sind auch die Erinnerungen
nur Träume von einst.

#frapalymo 2018 13/30


Was frau paulchen schreibt: der impuls für das gedicht am 13. november lautet: „utopie“.

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