02-05-2022 Ein Zwischenstand

Was ich da jetzt auf­ge­schrie­ben hab in den letz­ten 10 Tagen, waren also an 7 davon viele Ter­mine, Vor­ha­ben, Pläne und bewußte Frei­zeit und an 3 Tagen nichts.
Mein ers­tes Fazit, erst­mal ohne Wer­tung und Absicht: mit Ter­mi­nen geht es mir men­tal bes­ser, weil ich das Gefühl habe, was sinn­vol­les zu tun. Dann kann ich auch gut ent­span­nen und für mich sor­gen. Ohne Ter­mine bin ich genauso und doch anders müde, dafür aber vor allem anfäl­li­ger für Igor und das Schneckenhaus.

Ich brau­che also Aufgaben.

Ich hätte da eine To-Do-Liste im Kopf, aber die will ich nicht. Da ste­hen viele blöde Sachen drauf, die Über­win­dung kos­ten, anstren­gend sind, Hilfe von außen benö­ti­gen, mich überfordern.

Tja.

29-04 bis 01-05-2022 Frei(e)-Tag(e)

Und was mach ich jetzt mit die­sen unge­plan­ten freien Tagen? Tja, wie immer: nichts. Wenn es keine Ter­mine gibt, keine Auf­ga­ben, keine Pläne, dann steh ich nur müh­sam auf irgend­wann, hab keine Moti­va­tion für nichts, kann mich nicht auf­raf­fen für irgend­was sinn­vol­les. Ich bringe die Zeit rum, den Tag rum, ein­fach nur, damit er weg ist.
Das ist eben so, es ist auch irgen­wie okay oder zumin­dest nicht furcht­bar schlimm, aber es macht halt auch kei­nen Spaß so insgesamt. 

Ich hab mir zwar vor­ge­nom­men, die Web­seite trotz­dem fer­tig zu machen so für alle Fälle, außer­dem sind da noch einige Fotos von letz­ter Woche zu bear­bei­ten und eigent­lich will ich ja immer auch schrei­ben und mich mal wie­der der Lyrik zuwen­den und ganz prak­tisch ist da das Bal­kon­pro­jekt, aber die Luft ist raus. Da sitz ich wie­der wie ange­klebt und bewe­gungs­los auf der Null-Linie und dann guckt auch Igor schon wie­der so komisch um die Ecke.

Was kann ich denn tun?
Wo ist mein Platz in die­ser Welt?
Wer bin ich ohne sozia­les Umfeld?
Wie finde ich den Sinn für’s Wei­ter­ma­chen und Durchhalten?

28-04-2022 Enkelglück (nachgetragen)

Weil die Arbeit an der Toch­ter­web­seite unter­bro­chen wurde und keine wei­te­ren Ter­mine im Kalen­der stan­den, hab ich mir einen freien Tag gegönnt. Aus­ge­schla­fen, lange gefrüh­stückt, Nach­rich­ten und Blogs gele­sen, in der Sonne geses­sen, ein frü­hes klei­nes Mit­tag­essen zube­rei­tet (früh, weil ich nor­ma­ler­weise erst abends koche). So lang­sam ver­zog sich dann auch die blöde Stim­mung vom Mitt­woch und machte Platz für die Vor­freude auf den Enkel, den ich ab dem frü­hen Abend “hüten” sollte.

Als ich dort ankam, war der Enkel noch an den Haus­auf­ga­ben und wollte nicht gestört wer­den, die Toch­ter räumte die Küche auf und ich saß auf dem Hocker und guckte zu und dann gab es eines die­ser schö­nen Mut­ter-Toch­ter-Gesprä­che. Sie sagte mir, warum die Web­seite erst­mal stoppt *), wir spra­chen über ihre - dem ADS geschul­dete - Sprung­haf­tig­keit und wie das frü­her schon so war, ohne dass ich es wußte und kamen dann von einem zum ande­ren und das war eine wun­der­bare, her­zens­warme halbe Stunde, die wir da zusam­men hat­ten und hab ich schon­mal gesagt, dass ich die­ses Kind, diese Frau unend­lich liebe?

*) Sie will mal eine Weile selbst expe­ri­men­tie­ren und ganz viel pro­bie­ren, mir damit aber nicht so viel quasi umsonst Arbeit machen und ich ver­steh das kom­plett und bin über­haupt nicht böse, wie sie ein biß­chen befürch­tet hatte.

Dann kam der Enkel aus sei­nem Zim­mer, die Toch­ter & der Freund zogen los ins Kon­zert und der Rest des Abends ver­ging mit reden, erzäh­len, zei­gen, quas­seln, lachen, gucken, Abend­essen, vor­le­sen und vie­len, vie­len Umar­mun­gen und am Ende war der kleine Große fast pünkt­lich im Bett und die Granny sehr müde und sehr glücklich.

27-04-2022 Katzenjammer

Vor dem Wecker auf­ge­wacht und fest­ge­stellt, dass ich den heute Nacht im Halb­schlaf auf eine halbe Stunde spä­ter gestellt hab, als ich wollte. Raus aus dem Bett, Bröt­chen in den Ofen gesteckt, unter die Dusche geschli­chen, Kaf­fee gekocht und irgendwo da unter­wegs hat er mich ange­hüpft, der Kat­zen­jam­mer. Die gute Stim­mung ver­flo­gen, statt des­sen mau­lig und knat­schig. Es pas­sen eben nicht mehr als 2 gute Tage hin­ter­ein­an­der in meine Stimmungs-App.

Dann hab ich die Mitt­wochs­gruppe abge­sagt, die Bal­kon­tür auf­ge­macht, gegen Igors Wil­len Musik ange­stellt und nach dem Früh­stück wei­ter an der neuen Web­seite gear­bei­tet. Zwi­schen­durch Fotos auf Insta­gram gela­den, wo es neu­er­dings immer mehr Gefäll­t­mirs gibt. Ich bin auch mit den neu­es­ten aus Plan­ten & Blo­men wirk­lich zufrie­den - und nutze anschei­nend die rich­ti­gen Hash­tags, um die ent­spre­chen­den Leute zu errei­chen. Da war die Social Media Fort­bil­dung ja doch zu was gut.
Wäh­rend ich am Nach­mit­tag so schön am Port­fo­lio der Toch­ter sitze, kommt eine SMS von ihr, dass ich die Web­seite nicht wei­ter machen soll, die Erklä­rung gäbe es mor­gen. Ich liebe meine Toch­ter, wirk­lich, aus tiefs­tem Her­zen, aber manch­mal … [hier tie­fen Seuf­zer ein­fü­gen].
Nun gut, umsonst ist sowas ja nie wirk­lich, immer­hin hatte ich mal wie­der was zu tun und außer­dem lerne ich immer was dabei. Und wer weiß, ob die Ent­schei­dung wirk­lich end­gül­tig ist, viel­leicht sagt ihr chao­ti­scher ADS-Kopf nächste Woche wie­der was anderes.

Den Rest des Tages hab ich mir dann frei genommen.

26-04-2022 Treffen sich zwei rote Kacheln

Früh ins Bett, acht­ein­halb Stun­den gut und durch­ge­schla­fen, rela­tiv frisch mit dem Wecker auf. Der erste Blick aufs Handy und die Corona App zeigt, dass aus der einen wenig ris­kan­ten (und darum grü­nen) Begeg­nung letz­ten Mitt­woch meh­rere gewor­den sind, wes­halb die Mel­dung jetzt rot leuch­tet. Also schrieb ich Frau R. vom Hil­fe­Dings noch vor dem Duschen, ob wir uns auf unse­rer Bank im Park tref­fen könn­ten statt in ihrem Büro. Kurz dar­auf kam ihre Ant­wort mit dem Screen­shot ihrer eige­nen roten Warn­mel­dung und ich ver­mute mal, dass uns das in nächs­ter Zeit noch öfter pas­sie­ren wird.
Als ich letzte Woche am Ende mei­ner Fotor­unde in Plan­ten & Blo­men in diese Men­schen­menge geriet und auch spä­ter an den Lan­dungs­brü­cken dachte ich noch, dass das mit Sicher­heit eine Warn­mel­dung gibt bei so vie­len Leu­ten, die alle ohne Maske rum­lau­fen, weil sie ja drau­ßen sind und da kann ja gar nix pas­sie­ren und über­haupt, ja, denkste. Und nein, ich will den Mist immer noch nicht haben.

Jeden­falls hatte ich zwi­schen Früh­stück und Tref­fen noch genug Zeit, meine Twit­ter- und Insta­gram­runde zu dre­hen, die Doku­mente für den Spen­den­an­trag zu dru­cken und ein paar Hand­griffe für die Web­seite zu machen.
Ab halb zwei saßen Frau R. und ich dann (beide mit MNS) in schöns­ter Früh­lings­sonne auf zwei getrenn­ten Bän­ken, bespra­chen diverse Dinge, reg­ten uns über die Poli­tik auf und freu­ten uns vor allem, dass wir uns mal wie­der in echt gese­hen hat­ten.
Danach der Wochen­ein­kauf, den ich gemüt­lich mit dem Fahr­rad nach Hause schob. Zwi­schen­durch über­holte mich eine Frau mit Kind und drehte sich dann grin­send zu mir um: D., eine Kol­le­gin aus dem alten Job. Wir plau­der­ten ein Stück Weg lang mit­ein­an­der; zum Abschied meinte sie, dass sie sich immer freut, mich zu sehen. Tja, wie sag ich es ihr? Liebe D., ich freu mich gar nicht. Nicht, weil du nicht nett wärst und wir uns eigent­lich meis­tens ver­stan­den haben, son­dern weil du mich ein­fach immer an die beschis­sene letzte Zeit im Büro erin­nerst, denn du warst (unbe­ab­sich­tigt und sicher unge­wollt) der Grund, wes­halb mir Unter­stüt­zung und Ent­las­tung ver­wei­gert wurde und ich mit Bur­nout gegan­gen bin und ich weiß jetzt schon, was ich in den nächs­ten Näch­ten träu­men werde. Also, liebe D., mach es gut und bitte sprich mich ein­fach nicht mehr an, wenn du mich auf der Straße siehst, danke und tschüss. Aber natür­lich sag ich sowas nicht.

Der Rest des Tages geht schnell: aus­pa­cken, Kaf­fee & die ers­ten Erd­bee­ren des Jah­res, schrei­ben mit Freun­din D., Foto­kram für die Web­seite, eine gute halbe Stunde Sofa-Siesta, kochen, Greys Ana­tomy online (ich hab immer noch nicht auf dem Plan, dass das jetzt mon­tags kommt und nicht mehr mitt­wochs wie in den letz­ten 17! Jah­ren) und dann noch der mehr oder weni­ger erfolg­rei­che Ver­such, mich auf Mastodon als Alter­na­tive für Twit­ter anzu­mel­den, für den Fall, dass Mr. Elon Musk irgend­was Blö­des damit vor­hat, nach­dem er es für unfass­bare 44 Mil­li­ar­den Dol­lar gekauft hat, anstatt mit soviel Kohle irgend­was groß­ar­ti­ges und sozia­les zu machen, das ihm end­lich mal wohl­wol­len­des Anse­hen gebracht hätte. Aber was weiß ich denn schon, wie das so ist als einer der reichs­ten Men­schen der Welt, ich steck da ja nicht drin.
Und weil die Mitt­wochs­gruppe sich mor­gen doch nicht in P&B trifft, son­dern am übli­chen Ort, zu dem ich mit dem Rad fah­ren kann, fall ich jetzt ziem­lich bald ins Bett.

Der Start in die Erd­beer­sai­son heißt für mich, dass jetzt wirk­lich Früh­ling ist und dass es irgend­wann Som­mer wird und auch für so eine des­pres­sive Nacht­eule wie mich ist das ziem­lich gut.

25-04-2022 sittin’ on the dock of the bay, wastin’ time

Ein lan­ger Tag war es heute, darum nur noch kurz, bevor mir die Augen zufallen.

Viel zu spät ins Bett (jaja, ich weiß es ja), aber mit dem Wecker­klin­geln um vier­tel vor neun auf­ge­stan­den, um für den Rauch­warn­mel­der­prü­fer wach zu sein. Erst­mal nur Kat­zen­wä­sche, dann Kaf­fee und war­ten. Um halb zehn kam der Mensch dann, setzte beim Rein­kom­men in die Woh­nung seine Maske auf (hätte er auch schon im Trep­pen­haus machen kön­nen, aber so klein­lich wollte ich dann auch nicht sein), ich trug meine und nach 5 Minu­ten war er auch schon wie­der weg.
Theo­re­tisch wär mir nach einer Mütze Schlaf gewe­sen, aber wenn ich schon­mal auf bin so “früh” und auch noch ver­hält­nis­mä­ßig wach, dann kann ich mich auch an die Arbeit set­zen. Da hab ich dann noch eini­ges weg­ge­schafft und mich dann mit gutem Gefühl um kurz vor zwei auf den Weg zur The­ra­pie­stunde gemacht. Dar­über wird an ande­rer Stelle noch zu schrei­ben sein, denke ich.

Ursprüng­lich hatte ich vor, danach zu Ikea zu fah­ren und den neuen Bal­kon­tisch zu holen, aber der ist als Paket so unhand­lich, dass ich den nur mit Schwie­rig­kei­ten in Bus & Bahn nach Hause bekomme - das über­trage ich dann doch lie­ber an Toch­ter und Freund, die haben ein Auto und müs­sen sowieso zum Schwe­den. Trotz­dem hab ich den Bus nach Altona genom­men, bin am Fisch­markt aus­ge­stie­gen und run­ter zum Schiffs­an­le­ger gegan­gen. Die Sonne streute Glit­zer auf die Wel­len, es roch inten­siv nach Nord­see, die Möwen mach­ten, was Möwen eben machen und ich saß auf der Bank und tat — nichts. Und das fühlte sich ver­dammt gut an. Eine Fähre nach der ande­ren ließ ich weg­fah­ren, mochte gar nicht auf­ste­hen, bis der Bauch irgend­wann mel­dete, dass das Früh­stück jetzt doch schon recht lange her sei.
Dann also mit dem Schiff zu den Lan­dungs­brü­cken, mit der U-Bahn wei­ter, zwi­schen­drin kurz was ein­ge­kauft, nach Hause, essen, Sofa, Füße hoch. 

Ein lan­ger Tag. Ein guter Tag.

24-04-2022 Arbeits-Sonn(en)tag

Wie meis­tens lag ich gegen drei im Bett - recht­zei­tig genug für den Schlaf. Um halb neun mel­dete sich die Blase, aber das war mir defi­ni­tiv zu früh, um wach zu sein. Aus den gedach­ten 2 Stun­den wei­ter­schla­fen wur­den vierl zu viele und ich wollte doch duschen und arbei­ten und warum muss ich eigent­lich immer diese bescheu­er­ten Träume haben, kann mir die nicht­mal jemand abnehmen?

Jeden­falls saß ich ab zwei mit Kaf­fee und Früh­stück am Rech­ner und drehte die übli­che Runde (Insta­gram, Twit­ter, Blogs), die ich ein­fach zum auf­wa­chen und in den Tag star­ten brau­che. Wenn ich Zeit hab - oder sie mir nehme, so wie heute - dau­ert das so zwei Stun­den. Danach war der Akku gela­den und ich konnte kon­zen­triert an der neuen Web­seite für die Toch­ter wei­ter arbei­ten. Eine ganze Weile hab ich noch - immer­hin erfolg­reich! - mit der Suche nach allem mög­li­chen Zeug ver­bracht, das mir jetzt und auch in Zukunft bei ande­ren Sei­ten zugute kom­men wird.
Gut drei­ein­halb Stun­den spä­ter sah die Start­seite dann end­lich dem ähn­lich, was die Toch­ter mir als Vor­lage gege­ben hatte. Bis zum End­ergeb­nis fehlt zwar noch so eini­ges, aber ich merke, dass ich jetzt end­lich wie­der im Fluss bin und bin darum zuver­sicht­lich in Bezug auf die Deadline.

Nach einem kur­zen Chat mit D. und Essen kochen gab es noch den Poli­zei­ruf aus Ros­tock, einen Moment Tages­the­men mit dem Wahl­er­geb­nis aus Frank­reich, dann Abwasch und noch 2 Fol­gen einer Serie, die nur noch bis mor­gen online ist und jetzt (2:30) sollte ich wohl ganz drin­gend ins Bett, weil mor­gen ab 9 der Mensch kommt, der die Rauch­warn­mel­der tauscht und da will ich wenigs­tens schon den Kaf­fee gekocht haben.

***

23-04-2022 WMDEDGT, aber täglich

Es gibt da in bestimm­ten Blog­ger­krei­sen so eine hüb­sche Tra­di­tion, gestar­tet im April 2013 von Frau Brül­len, die nennt sich “WMDEDGT” oder auch “Was Machst Du Eigent­lich Den Gan­zen Tag?” und fin­det nor­ma­ler­weise immer am 5. eines Monats statt. Jede*r, die*der über einen Blog ver­fügt, kann mit­ma­chen und kann sich auch in die Liste bei Fr. Brül­len ein­tra­gen (oder auch nicht).
Heute ist nicht der 5., aber weil ich ja so oft das Gefühl hab, dass ich über­haupt nichts tu und auf die Reihe kriege, dachte ich, ich könnte das mal eine Weile hier für mich auf­schrei­ben. Also eben das, was ich über den Tag ver­teilt mache, aber auch, wenn ich mal nichts mache. Ein­fach, um das zu sehen, was ich ver­mute: dass ich gar nicht so wenig mache, wie ich denke.

Ich fang mal mit ges­tern (Frei­tag) an, weil ich da den Gedan­ken hatte.

Nachts schon wie­der zu lange wach gele­gen. Das ist, als ob der Schlaf so von Tür zu Tür geht und wer dann nicht im Bett liegt, kriegt nichts ab. Ich grü­bel nicht, ich mach mir keine Sor­gen (nur manch­mal sehr selt­same Gedan­ken wie z.B. was für Musik an mei­ner Beer­di­gung gespielt wer­den soll), ich schlafe nur ein­fach lange nicht ein. Der Schlaf, der dann irgend­wann doch kommt, bleibt an der Ober­flä­che, ist unru­hig und voll mit wir­ren Träu­men.
Mit dem Wecker um 12 auf­ge­stan­den, geduscht, Früh­stück gemacht. Whats­App von der Toch­ter beant­wor­tet, ob wir spä­ter tele­fo­nie­ren kön­nen.
Um 13 Uhr der ver­ab­re­dete Anruf von Frau R. vom Hil­fe­Dings. Es geht im Moment um den Spen­den­an­trag für den Ergo­me­ter, sie hatte mir da ein Gerät raus­ge­sucht (mit Lie­ge­sitz, was für mich nicht in Frage kommt) und ich dar­auf­hin noch­mal ein ande­res, auf das wir uns nun geei­nigt haben, so dass sie die ent­spre­chende - für mich ver­dammt hohe - Summe bean­tra­gen kann. Sie musste mich vor­her sehr davon über­zeu­gen, dass ich das anneh­men darf, dass ich es wert bin, dass es rich­tig ist. Nächs­ten Diens­tag muss ich dann den Antrag unter­schrei­ben und dann geht das sei­nen Gang. Auf­re­gend!
Danach rief ich dann die Toch­ter an und wir rede­ten eine gute Stunde über unsere Befind­lich­kei­ten, Pläne für nächste Woche, Ein­käufe bei Ikea und im Bau­markt (sie kann mir even­tu­ell eini­ges abneh­men, was mit dem Auto ein­fach prak­ti­scher ist) und über die neue Web­seite. Es gibt jetzt eine Dead­line: bis Mon­tag soll sie im Prin­zip fer­tig sein, dann gucken die bei­den sich alles an und schi­cken Kor­rek­tur­wün­sche und am 1. oder 2. Mai geht sie online. Ich hoffe, der Druck durch den fes­ten Ter­min hilft mir.
Dann gab es end­lich mal Früh­stück und eine gemüt­li­che Twit­ter­runde für mich, ein biß­chen Insta­gram und dies und das und dann gings raus zum lei­di­gen Wochen­ein­kauf. Immer­hin: ich hab Mehl und Klo­pa­pier bekom­men! Danach war ich so müde, dass ich mich für gut ein­ein­halb Stun­den aufs Sofa gepackt und geschla­fen hab.
Noch­mal Twit­ter, dies und das, Essen auf­ge­wärmt und abends zwi­schen Let’s Dance und The Voice Kids hin und her geschal­tet, danach am Rech­ner noch ein biß­chen Seri­en­kram. Im Bett um 3, rela­tiv schnell eingeschlafen.

Heute (Sams­tag) gegen 12 auf­ge­stan­den, Kaf­fee & Früh­stück gemacht, dazu die übli­che Twit­ter­runde und ein paar von den neuen Fotos auf Insta­gram gepos­tet. Um halb zwei bei schöns­ter Sonne auf den Bal­kon, zwei Käs­ten von alter Erde befreit, einen mit fri­scher neu befüllt und end­lich die Rank­pflan­zen aus­ge­sät. Und weil ich so schön im Tun war, hab ich dann noch über­all gesaugt und das Bad geputzt, bevor ich mich an den Schreib­tisch gesetzt und 2 Stun­den gut für die Web­seite gear­bei­tet hab. Die Vor­ar­bei­ten (Schrift, Logo, But­tons, Farb­aus­wahl etc.) sind so gut wie erle­digt, mor­gen geht’s ans Gestal­ten der Start­seite und an den ande­ren Rest. Puh, da ist noch eini­ges zu tun.
Danach Essen, Serie, kurz mit D. geschrie­ben, Twit­ter, eine bestimmte Musik gesucht und gefun­den und ich glaube, mehr wird es heute nicht mehr geben. Mir wäre nach einer Sofarunde, aber dann geht der Schlaf heute Nacht wie­der an mir vor­bei und das wär schlecht für die Produktivität.

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Die gefun­dene Musik (weil Klaus auf Twit­ter von Haydn schrieb und mir wie immer sofort die Sonate in As-Dur ein­fiel, die ich ent­ge­gen dem Wunsch mei­ner Kla­vier­do­zen­tin bei mei­ner Abschluß­prü­fung gespielt hab, weil im zwei­ten Teil des ers­ten Sat­zes diese eine Stelle ist, die mich immer an “Lamb lies down on Broad­way” von Gene­sis erin­nert - im ver­link­ten Video ab 4:46):

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Bei Twit­ter lief mir Eine über den Weg, die schöne Sachen schreibt.

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Bei Frau Casino ein berüh­ren­der Bericht über einen Stu­den­ten aus Cara­cas (Vene­zuela).

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Ein neuer Blog zu lesen: its just a thought. only a thought. Ich weiß gar nicht, wer dahin­ter steckt, es ist nir­gends zu fin­den, aber das macht nichts, die Texte fan­gen mich auch ohne diese Info.
(Über­haupt: inwie­fern lasse ich mich beim Lesen beein­flus­sen durch Äußer­lich­kei­ten wie Geschlecht, Alter, Her­kunft, Wohn­ort, Beruf etc.? Das ist doch die Gele­gen­heit, mal völ­lig unbe­las­tet zu lesen.)

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Mor­gen dann wei­ter, auf dass das mal wei­ter geht hier … ach, egal, es pas­siert, was will.

03-04-2022 Therapiearbeit

Wie war das noch: wenn in der The­ra­pie die Trä­nen flie­ßen und / oder du hin­ter­her kom­plett alle bist, war es eine gute Sit­zung? Tja, dann war die Sit­zung letz­ten Don­ners­tag eine von der rich­tig guten Sorte. Mit von tief unten aus­ge­gra­be­nen Erin­ne­run­gen, Zwei­feln, Fra­gen, Gedan­ken und eben mit Trä­nen, weil: manch­mal darf Eine auch Mit­leid mit sich selbst haben für alles, was ihr pas­siert ist und wegen allem, was ihr gefehlt hat und noch immer fehlt.

Ich hatte erzählt von dem, was ich im vor­letz­ten Bei­trag geschrie­ben hatte. Dass da nie Sicher­heit war in mei­nem Leben und nie­mand, der sie mir gege­ben hätte. Und dass ich einen Zusam­men­hang sehe mit mei­ner Schwie­rig­keit, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und sie danach auch umzu­set­zen. Denn wie soll ich mich auf etwas fest­le­gen, wenn es doch keine Sicher­heit gibt, dass es dann auch rich­tig und gut wird? Und da ist ja auch nie jemand, der mich bestär­ken oder bestä­ti­gen könnte, der mir Sicher­heit geben könnte, auf den ich mich ver­las­sen könnte. Immer muss ich mich auf mein eige­nes Gefühl ver­las­sen - aber was ist denn, wenn das gar nicht stimmt? Wie soll ich mir ver­trauen, wenn ich mir des­sen nicht sicher bin?

Und dann blitzte vor mei­nen Augen ein Bild auf: von rich­tig gutem Essen, das es viel­leicht ein­mal im Monat gab frü­her, und ich sitze am Tisch und freue mich und fange grade an zu genie­ßen, da kommt jemand und nimmt mir den Tel­ler weg, obwohl ich noch lange nicht fer­tig und erst recht nicht satt bin und die­ses Bild steht eigent­lich für alles in mei­ner Kindheit.

Essen, Liebe, Gebor­gen­heit, Sicher­heit, Unter­stüt­zung … Von allem, was ein Kind zum Groß­wer­den braucht, gab es immer nur eine Ahnung, grade mal so viel, dass ich merkte, was mir fehlte.
Wie soll Eine sich denn sicher sein und ver­trauen, die nie bekam, was sie brauchte? 

***

Frau K., die im Rah­men ihres Prak­ti­kums beim Hil­fe­Dings immer wie­der mal in unse­rer Mitt­wochs­gruppe war, brachte zu ihrem letz­ten Mal Geschenke mit. Unter ande­rem gab es selbst gebas­telte Glückskekse mit von ihr selbst geschrie­be­nen Sprü­chen, von denen Jede sich einen aus­su­chen konnte. In mei­nem stand das:

Hoff­nung ist
an und für sich
immer Gabe und Auf­gabe zugleich

Ich bin nicht sicher, ob ich die Gabe wirk­lich habe, aber wenn ich nicht auf­ge­ben will, bleibt es (meine) Auf­gabe, wei­ter­hin Hoff­nung zu haben: dass mein Leben noch ein­mal bes­ser wird. Dass ich schaffe, was ich mir vor­nehme. Dass ich mir mei­ner selbst sicher sein und mei­nem Gefühl ver­trauen kann. Irgend­wann vielleicht.

***

Letz­tens kam so ein Gedanke in mei­nen Kopf:
Was, wenn ich auf die Frage “Und, was machst du so den gan­zen Tag?” nur noch ant­wor­ten würde mit “Alles, was mir gut tut”? Werde ich das je mit Über­zeu­gung sagen können?

20-03-2022 Fehlende Aussichten

Diese blö­den sen­ti­men­ta­len Tage zwi­schen­durch, immer wie­der … Ich brauch immer so lange wie­der zurück zur nor­ma­len All­tags­tris­tesse. Und sollte ich nicht über­haupt lang­sam mal aus dem Alter raus sein? *seufz*

***

Schon wie­der hab ich eine rote War­nung in der Corona App wegen einer ein­zel­nen Begeg­nung am letz­ten Frei­tag. Da war ich aber nur alleine im Klein­gar­ten­ge­lände unter­wegs. Wenn es ein*e Nachbar*in wäre, wür­den meh­rere Tage ange­zeigt, soweit ich weiß. Dann kann es eigent­lich nur jemand sein, der*die im Haus zu Besuch war. Bei den Ober­nach­barn hatte vor ein paar Tagen jemand Geburts­tag, da wurde ordent­lich gefei­ert mit Erwach­se­nen und Kids, ich weiß aber den Tag nicht mehr. Könnte Frei­tag gewe­sen sein; ich erin­nere mich nur, dass ich erst genervt war und dann dachte, es ist Wochen­ende, lass sie fei­ern.
Bei den der­zei­ti­gen Zah­len ist es aber sowieso nur noch eine Frage der Zeit, bis die Warn App durch­gän­gig rot bleibt. In HH (und ande­ren Bun­des­län­dern) wurde der “Free­dom­Day” zum Glück ver­scho­ben bis zum 02. April und ich hoffe sehr, dass da noch­mal gründ­lich nach­ge­dacht wird und zumin­dest die Mas­ken in allen Innen­räu­men vor­ge­schrie­ben blei­ben. Ande­rer­seits: wenn die keine Pflicht mehr sind, erkennt man die Coronaleugner*innen wenigs­tens schon von wei­tem und kann hof­fent­lich recht­zei­tig aus­wei­chen. (In allem auch das Gute sehen oder so …)

***

Am Don­ners­tag hab ich The­ra­pie­ge­spräch und über­lege nun, wor­über ich reden könnte. Die Ter­mine sind so sel­ten, dass ich sie eigent­lich nicht mit rei­nem Erzäh­len der Zeit dazwi­schen ver­brin­gen will, son­dern lie­ber etwas bear­bei­ten, was noch nicht gut ist.

Letzte Woche schrieb ich: “[…] all die Erkennt­nisse aus der The­ra­pie haben nur bewirkt, dass es nicht mehr so schlimm ist, aber nicht, dass es bes­ser ist.” Daran denke ich seit­dem rum.
Ich hab im letz­ten Jahr gelernt zu akzep­tie­ren, was jetzt ist. Dass ich so viel weni­ger Kraft habe, dass ich nicht mehr gere­gelt arbei­ten werde, dass ich mit die­ser Krank­heit lebe und dass das okay ist. Dass ich nicht schlecht bin des­we­gen und trotz­dem ein Recht dar­auf habe, dass es mir gut geht. Das waren müh­same Schritte, bis das halb­wegs sicher in mei­nem Gefühl ange­kom­men ist. Halb­wegs, weil ich die Hälfte der Zeit immer noch hadere damit.
In den letz­ten Tagen stand immer öfter der Gedanke im Raum: viel­leicht kann ich das immer noch nicht voll­stän­dig akzep­tie­ren, weil mir eine Per­spek­tive fehlt. Ich emp­finde die Akzep­tanz des “so ist es jetzt” eher als einen fes­ten Punkt, sie beinhal­tet aber keine Bewe­gung. Wie geht es wei­ter damit, was pas­siert jetzt? Das muss doch irgend­wo­hin füh­ren? Ich kann nicht jeden Tag ein­fach nur auf­ste­hen und dies oder das machen und mich um mich küm­mern oder auch nicht und das für die nächs­ten 10 oder 20 Jahre.
Ich hab die Arbeit in der The­ra­pie immer als Weg gese­hen, als Ent­wick­lung. Jetzt fühlt es sich an wie Still­stand. Die klei­nen Grä­ben, in die ich immer mal falle, zäh­len nicht als Bewegung. 

Was ist der nächste Schritt, was ist meine nächste Auf­gabe, wo soll ich jetzt hin? 

Ja, doch, mir würde da schon was ein­fal­len, aber das sind alles nur so Sachen, die ich nicht ange­hen will, weil ich sie nicht kann:
Mich hand­fest und ganz prak­tisch um mich küm­mern (Woh­nung, Gesund­heit). Mir einen Platz suchen, an dem ich mich mit mei­nem Schrei­ben ein­brin­gen kann und Bestä­ti­gung erfahre (die Zei­tung vom Hil­fe­Ding? Gedichte im Selbst­ver­lag?). Regel­mä­ßig das tun, was ich “Arbeit” nenne und sei es _nur_ für mich. Neue soziale Kon­takte suchen.
Das alles fällt mir super­schwer. Aber es ist auch das, was ich will (wenn das mit dem wol­len zwi­schen­durch mal geht), womit ich mich wohl füh­len könnte und wo ich Bewe­gung sehe.
Wie kann ich das nur kön­nen? Wie kann ich das lernen?

All die schö­nen Träume, die ich von mir habe. Werde ich da jemals hinkommen?

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