04-09-2020 Selbstfürsorgliche Entspannung

Obwohl hundemüde und auch körperlich ausgepowert, kam ich dennoch nicht wirklich früh ins Bett. Manchmal ist es so, dass ich zu müde zum schlafen bin. Aber dann wurden doch 11 Stunden draus.
Zwischendurch war ich wach, hörte das Elefantenjunge über mir, schlurfte ins Bad und zurück ins Bett, registrierte die Kita-Kids auf dem Spielplatz … Mir egal, ich will schlafen und den schönen, samtweichen Traum weiter träumen von dem Unbekannten, der soo gut küssen konnte und in dessen Armen ich geborgen war. Hachja.


Frühstück mit Sonne und Bach, für die Tochter ein bißchen Bildbearbeitung und Webseitenaktualisierung, lesen hier und stöbern da, ohne Druck. Entspannte Selbstfürsorge. Und im Kopf die Versuche, die gestrige Therapiestunde in Worte zu fassen, damit ich begreife und nicht vergesse. Das Ende der Stunde wird der Anfang:

Es geht hier nur um mich. Nur ich entscheide, was ich will.

03-09-2020 Ausgrabungsarbeiten

Therapiestunden, in denen ich Erinnerungen und Ereignisse ausgrabe, die 30 Jahre und mehr zurück liegen, sind mental und körperlich extrem anstrengend, auch wenn am Ende ein guter Satz steht.
Ich möchte schlafen, stunden-, nein tagelang. Zurück gezogen im Schneckenhäuschen, eingewickelt in eine warme Decke. Gehalten werden, am liebsten.

Wer denkt denn schon, dass Vergangenheit so lange haltbar ist.

01-09-2020 Fast geschafft

Als erstes eine kleine Erinnerung an mich selbst:
Das wunderschöne, unglaublich gemütliche Sofa ist nicht, ich wiederhole: NICHT zum Schlafen geeignet. Egal wie kurz oder lang, egal wann ich dort schlafe, ich werde einfach immer aufstehen und Schmerzen haben irgendwo, meistens im Rücken. Zum Schlafen, auch für den kleinen zwischendurch, bitte immer einfach aufs (oder ins) Bett. Danke.


Nach dem (Arbeits-)besuch von der Tochter gestern abend ist mein „Stapel der zu erledigenden Dinge“ wieder ein Stück kleiner und ein Stück größer geworden. Von der Hoffnung, doch noch ein für sie passendes CRM-System zu finden, hab ich mich endgültig verabschiedet. Wir werden das anders lösen und in dieser Hinsicht einfach klein denken. Dass sie in den letzten 2 Monaten die Schließung #wegenderaktuellensituation fast aufgearbeitet und viele neue Kund:innen erreicht hat, ist groß genug.
Wie sie das alles meistert mit ihrer Arbeit, der Selbständigkeit, dem nicht einfachen Freund, dem noch weniger einfachen Sohn und all ihren eigenen Baustellen: ich bin wirklich stolz auf sie.


Heute mittag hab ich mich dann mal ran gesetzt an das, was wir gestern überlegt hatten – und dabei dann ganz knapp die Sprechzeiten der ÖRA verpasst, um endlich den blöden Anruf zu erledigen.
Fast hätte ich es geschafft. So schade aber auch. Aber der Wille war da!


Für morgen war geplant, mit der Mittwochsgruppe vom Hilfedings einen Ausflug zum Pferdehof zu machen. Wir wollten da picknicken, im Grünen sein, Viecher anfassen, reden … einfach mal eine schöne Aktion mit allen zusammen.
Dann sagte Anfang letzter Woche die erste ab, am Ende der Woche die nächste. Die Frage, wer was zum Essen mitbringt, konnte nie wirklich geklärt werden, weil sich die Hälfte gar nicht gemeldet hat. Heute kamen drei weitere Absagen. Da war ich so genervt, dass ich vorgeschlagen hab, das ganze zu verschieben. Kurz vor knapp schrieb dann die, die die ganze Zeit nichts gesagt hat, dass sie das doof fände.
Das Ende vom Lied ist, dass sie sich jetzt am normalen Ort treffen, so wie immer. Eine von denen, die heute abgesagt hat, ist da dann aber doch wieder dabei. Und ich kann nicht, weil das Knie noch nicht so lange Rad fahren kann und die Öffentlichen so umständlich sind, dass ich viel zu lange unterwegs wäre.
Und genervt bin ich, von diesem larifari Hin und Her und ach, ich weiß nicht und ja, klar, aber lieber doch nicht … Meine Güte. Aber ja, wir haben alle einen Grund, warum wir das Hilfedings brauchen und manchmal stehen diese Gründe ziemlich im Weg rum. Und vielleicht seh ich das mit der Verbindlichkeit einfach aufgrund meiner Macken anders. Vielleicht ist das ja eine meiner Macken.
Jedenfalls ist es verdammt schade, dass ich morgen keine Pferde streicheln werde.

30-08-2020 Spätsommersonntag

Das kennen andere sicher auch: aus einem langen Traum aufwachen, sich umdrehen und den Traum weiter oder nochmal träumen. Gerne auch mehrmals hintereinander und besonders gerne bei schlechten Träumen. Ich hab jedenfalls heute morgen ein paar Katzen aus einem Schrank befreit, in den ich sie vermutlich Tage vorher gesteckt und dann vergessen hab. Und das vier oder fünf Mal, immer wieder von vorne, bis ich endlich richtig wach wurde und aufstand.

Abgesehen davon war es ein guter Tag. Einer von der Sorte mit weit offener Balkontür, nackten Füßen, Sonne zwischen weißen Wolken am tiefblauen Himmel, ganz weicher Luft, die nach frisch gewaschener Wäsche riecht, schöner Musik und Gedichten von Fernando Pessoa. Keine großen, schweren Gedanken, einfach lassen.

“Ein Hauch von Musik oder Traum, irgend etwas, das beinahe fühlen lässt, irgend etwas, das kein Denken erlaubt.”

Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe

29-08-2020 Nicht meine Welt

Geschlafen: geht so, dafür aber lang. Seltsame Träume, aber das ist ja nicht neu.


Zum Frühstück den gestern gebackenen Zwetschgenkuchen und dazu Bilder und Berichte aus Berlin, wo unfassbar viele Menschen, die aussehen wie du und ich, aus völlig abstrusen Gründen zusammen mit Rechtsradikalen, Identitären, AfD-Idiot:innen und offen agierenden Nazis für eine Freiheit demonstrieren, die sie schon immer haben, denn sonst könnten sie gar nicht auf die Straße gehen und alles missachten, was einem der gesunde Verstand gebieten würde, wenn da noch Verstand wäre.
Ich verstehe es nicht. Und ich bin soweit, dass ich es nicht mehr verstehen will. Ich bin soweit, dass ich mir wünsche, dass da welche mit Corona dabei waren, die den Virus verbreitet haben, auf dass sie erkennen, wie unsinnig ihr Protest ist.


Gestern wurde der Gehweg vor dem Nebenhaus repariert, da gab es lose Platten, die wurden ausgetauscht. Die Arbeiter haben einen Container stehen lassen an der Straße, gefüllt mit Platten verschiedener Größe, Sand etc. Das ist das Eine.
Das Andere: seit Wochen laufen Freitagnachts Horden junger Leute durchs Viertel. Lautstark gröhlend, rücksichtslos, oft betrunken. Hocken auf den Treppen vor den Häusern, hören Musik, machen Lärm; dass da Menschen wohnen und schlafen, interessiert sie nicht.
Nachts stand ich kurz auf dem Balkon, da kommt so eine Bande vorbei. 6 bis 8 Jungs, geschätzt um die 18. Greift sich einer von denen eine Gehwegplatte aus dem Container, holt aus und wirft sie mit aller Kraft gegen ein Fahrrad, das am Geländer zur Souterrain-Wohnung angeschlossen steht. Einfach so. Ich hab nur runter gebrüllt, ob er den Arsch offen hat oder was. (In solchen Momenten hab ich keine Kinderstube mehr, sorry. Da bin ich nicht mehr nett.) Brüllt er zurück, ich F… soll mich verziehen.
Seit wann sind die Menschen so, grade auch die jungen? Was ist da bitte so gründlich schief gelaufen? Hat denen niemand beigebracht, dass sie nicht alleine sind auf der Welt und schon gar nicht der Mittelpunkt davon? Dass sie mit Rücksicht und Miteinander viel weiter kommen als mit diesem Arschlochverhalten? Ich verstehe es nicht.


Heute las ich auf Instagram, dass der HVV ein Angebot hat, womit man:frau im November an allen vier Samstagen umsonst fahren kann, und zwar in fast dem gesamten Netz. Bis nach Lüneburg, Stade oder Ratzeburg kommt man damit, das ist wirklich weit und normalerweise kostet das Tagesticket 23,70 €. Klar ist das Werbung und Marketing, aber trotzdem: umsonst nach Lüneburg, das ist doch toll.
Und dann les ich die Kommentare. Die eine Hälfte freut sich, die andere jammert rum. „Das ist ja blöd, ich hab eine Monatskarte, da hab ich ja gar nichts davon, ich will das aber auch, warum wird meine Karte dann nicht billiger!!einself!“ usw. usf. Weil über den Tellerrand gucken und gönnen ja komplett aus der Mode ist. Weil, was man selbst nicht braucht, ja auch niemand anders haben darf. Ich verstehe es nicht.


Ich verstehe das alles nicht. Die Menschen nicht, das Geschrei, die Rücksichtslosigkeit, dieses immer ich, immer haben wollen, aber ich zuerst und du noch lange nicht. Aber ich will es auch nicht mehr verstehen, weil das nicht (mehr) meine Welt ist.

Wie unendlich froh bin ich, dass es noch eine andere gibt, in der ich zuhause sein kann, auch wenn sie kleiner und manchmal auch stiller wird.

28-08-2020 Guter Schlaf (und anderes)

Nein, Pflicht soll es nicht sein, das Schreiben, aber wenn ich nicht bald wieder in den zumindest fast täglichen Rythmus komme, ist das hier kein Tagebuch mehr. Und wenigstens einmal wollte ich doch wieder mal was durchhalten.

Das Nacherzählen der nicht geschriebenen Tage gehört jedoch nicht zur Chronistenpflicht. Ich schreib einfach weiter, schließlich ist das hier ja für mich.


Viele meiner Tagebucheinträge fangen damit an, wie ich geschlafen hab. Schlaf ist wichtig für mein Befinden, oft hängt die ganze Tagesform davon ab. Schlechte Träume hallen lange nach und drücken mich runter, ausreichend tiefer Schlaf macht dagegen vieles leichter. Dummerweise bin ich, was meinen Schlaf angeht, sehr sensibel.

Nicht zu warm darf es sein, auf keinen Fall so heiß wie kürzlich. Kalte Füße sind aber auch nicht gut. Im Laken sollten keine Falten sein, solange ich sie sehen kann – wenn ich irgendwann schlafe, ist es auch egal. Während zweidrittel des Jahres muss die Decke leicht sein und darf nur locker über mir liegen, nur im Winter will ich mich einwickeln können, aber immer muss der Hals frei bleiben, weil ich sonst nicht atmen kann. Das Kissen darf keine Geräusche machen, das lässt mich nicht schlafen. Und natürlich ist das ganze Jahr über absolut jede Nacht das Fenster offen. Darum könnte ich niemals an einer lauten Straße wohnen: Lärm von Verkehr und Menschen ist nachts noch schlimmer als tagsüber. Meeresrauschen ist übrigens verdammt laut, wenn es sehr nah ist, aber trotzdem super zum Einschlafen.

Im Sommer schlafe ich mit dem leeren Bettbezug als Zudecke. Seit die große Hitze weg ist und die Nächte irgendwas von Herbstahnung in sich tragen, liegt über dem Bezug eine leichte Fleecedecke. Das ist der Idealzustand für mich: frische Luft, leichte Decke, aber sowas von kuschelig, dass sogar die Träume nur noch schön sind. Ich könnte also – wenn ich doch nachtragen wollen würde – für die letzten Tage schreiben:

Geschlafen: nicht immer so lang, wie ich es gebraucht hätte, aber meistens gut.


Die Therapiestunden und auch die letzten Hilfedings-Treffen haben viele neue und spannende Gedanken und ein paar Erkenntnisse in meinem Kopf hinterlassen. Sie sind noch immer nur grob sortiert; ich werde in den nächsten Tagen hier mal versuchen, eine gewisse Ordnung hinein zu bringen. Da passiert grade wiedermal viel in mir.


Den Instagramaccount von Einer gefunden, der ich schon auf Twitter folge. So schön. Zitate und Absätze aus Büchern, Gedichte, viel von Pessoa, den ich so liebe. Dazu zarte, wunderschöne und vor allem passende – eigene – Fotos.
Und gleich wieder der Gedanke: sowas kannst du nicht, wirst du nie können, und wenn du es noch so sehr wolltest. Aber was ist denn mit meinen Fotos, so laienhaft und mit mangelnder Ausrüstung sie entstehen? Was ist mit meinen Gedichten? Und haben die Postkarten, die ich mit viel Liebe, Vergnügen und besonderem Blick zusammen stelle, denn überhaupt einen Wert? Für irgendjemanden außer mir?
(Ja, ich bin enttäuscht, dass ich einige davon verschenkt habe in letzter Zeit und dann so gar keine Reaktion kam. Dass nicht bemerkt wird, dass ich Foto und Spruch für den Menschen speziell ausgesucht hab. Dass die Schrift eine besondere ist, dass die Farben harmonieren, dass überhaupt alles zusammen passt. Wieviel Mühe ich mir damit gegeben habe. Dann kann ich es auch lassen.)
(Nein, meine liebe D., DU bist damit nicht gemeint. Im Gegenteil. <3)

Wie gerne ich oft eine Andere wäre. Oder wenigstens leichter.


Neue Musik, zufällig gefunden von Googles Algorithmus vorgeschlagen bekommen.

25-08-2020 Pro ohne Contra

Frau R. vom Hilfe-Dings gab mir letzte Woche eine Hausaufgabe: ich solle alle Gründe aufschreiben, warum ich Schmerzendgeld für das blöde Knie verlangen darf.
Okay, here we go.

Physische Beeinträchtigungen

  • 2 Wochen starke Schmerzen im Knie bei jeder Bewegung und selbst in Ruhestellung
  • 4 Wochen abklingende, aber weiterhin spürbare Schmerzen: bei und nach dem Gehen, Beugen, Heben, zeitweise immer noch auch in Ruhestellung
  • ca. 1 Woche Schmerzen an den geprellten und aufgeschürften Stellen an Armen und Bein
  • nach 6 Wochen immer noch sichtbare, druckempfindliche Beule am rechten Arm, wo das Rad drauf gefallen ist
  • bis heute nur mit Schwierigkeiten und Schmerzen in die Dusche und wieder raus
  • am Morgen ist das Knie immer noch steif und tut weh

Psychische Beeinträchtigungen

  • Lange Zeit angewiesen zu sein auf die Hilfe von anderen Menschen, insbesondere meine Tochter
  • Grade wieder in der Mittwochsgruppe gewesen, die so lange ausgefallen war wegen der besonderen Umstände, so dass meine Sozialstörung schlimmer als zuvor war, und nun konnte ich wieder nicht teilnehmen
  • Alle anderen Gelegenheiten, nach draußen zu gehen und damit aktiv die Sozialstörung zu verbessern, fielen ebenfalls weg
  • Panikattacke am 3.Tag, so dass ich den Notdienst rufen musste am Abend
  • Die Angst, wieder auf’s Fahrrad zu steigen
  • Die Angst, wieder auf der Straße Fahrrad zu fahren zwischen und neben all den Autos

(To be continued …)

24-08-2020 (Keine) Pflicht und Erwartung

Wenn das Bloggen zur Pflicht wird, darf ich es auch lassen. Darum gibt es hier manchmal ein paar Tage Pause und das ist überhaupt nicht schlimm.


Seit einer Woche gehen die Temperaturen schrittweise zurück, inzwischen regnet es häufig und ich hab Wollsocken und Strickjacke wieder raus gekramt. So unerträglich die Hitze war, geht mir das mit dem plötzlichen Herbstgefühl dann aber doch zu schnell. So ein bißchen Sommer wär schon noch ganz schön. Wärme und Licht auftanken, Farben und Gerüche im Kopf speichern, um gut über den Winter zu kommen. Aber wir Menschen haben uns das ja selbst versaut, dann müssen wir eben damit leben.


Das vergangene (blog-freie) Wochenende war angenehm entspannt, vor allem, nachdem ich am Samstag beschloß, dass Kaffee und Kühlschrankinhalt auch noch bis zum Wochenanfang reichen und ich nicht mehr in die Welt hinaus muss.
Das ist mir einfach das liebste, wenn ich den Tag für mich hab und mit mir allein sein kann. Wenn ich arbeite, wann immer ich Energie dafür hab oder genüßlich ein bis vierfünfsechs Folgen einer Serie gucke, wenn ich nichts anderes mag und kann. Wenn ich eineinhalb Stunden Igor Levit zugucken darf, wie er Beethovens Klaviersonaten auf eine Weise interpretiert, dass ich glücklich vor mich hin grinse, ohne irgendwas anderes dabei zu machen. Wenn niemand was von mir will und ich nichts muss, was Druck macht …

… weil alles, was ein „du musst“ vorne hat (egal, ob von mir selbst oder von außen), mich nach wie vor irgendwie unter Druck setzt, erst einmal Überwindung braucht und einen Antrieb, den ich oft einfach nicht habe.
Auf Twitter schrieb da grade Eine was, das passte gut:

Mich setzt es unter Druck, erwartet jemand etwas von mir. Auch wenn das Dinge sind, die überhaupt nicht oder nicht sofort passieren müssen. Das einzige, was ich muss, ist mir die Frage stellen: Was erwarte ich hier von mir? Und nur danach handeln, unabhängig der Erwartung.

https://twitter.com/1himbeere/status/1297567099414609923?s=20

Viel zu lange hab ich mich selbst verurteilt, wenn ich mal wieder was nicht geschafft hab und dabei nur ein schlechtes Gefühl gegen ein anderes getauscht: erledigt hab ich die Dinge trotzdem nicht. Letztes Jahr irgendwann hab ich endlich gelernt zu akzeptieren, dass vieles nicht geht, dass die Angst da ist und ich trotzdem okay bin. Dadurch hab ich aber vieles gleich gelassen und gar nicht erst versucht. Statt dessen wieder ausgehalten, weil ich das ja so gut kann.
Aber irgendwo muss es doch einen ganz anderen Weg geben, Aufgaben oder gar Herausforderungen nicht mehr als riesige, unüberwindbare Hürden zu sehen. Vielleicht mit dieser Frage von oben: Was erwarte ich von mir? Will ich das auch, was ich grade als Druck von außen empfinde und was mich deshalb lähmt? Und vielleicht schaff ich es irgendwann, das Ziel deutlicher zu sehen als die Angst und den Weg dahin deshalb leichter zu nehmen.

20-08-2020 Müde und dankbar

Nach knapp 3 Wochen Pause von allem und dank Hitze nahezu permanenter Bewegungslosigkeit – körperlich und mental – ging diese Woche alles wieder los:
am Dienstag ein wunderbares, ermutigendes Treffen im Park mit Frau R. vom Hilfe-Dings, dazu das erste mal seit dem Unfall wieder aufs Rad getraut; am Mittwoch in kleiner Runde (2 Betreuerinnen, ich natürlich und die beiden Frauen, die mir am liebsten sind in der Gruppe) unter einer riesigen Kastanie gesessen, Kaffee getrunken und geklönt; heute seit einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder Therapie und die dann auch gleich mit einem ganz wichtigen Impuls, der mich in einer schwierigen Sache hoffentlich weiter bringt.

Ich bin erschöpft und müde, mein Knie tut weh, der Kopf ist voll und ich bin zufrieden. Glücklich. Positiv. Müde. Dankbar für die Menschen in meinem Leben.

17-08-2020 Regen

Gestern: wie schon die Tage vorher einfach nur zu heiß. Temperaturen, bei denen die Haut trocken ist in dem Moment, in dem du aus der Dusche kommst.


Irgendwann gegen halb zwei bin ich ins Bett gegangen, als es langsam ein wenig kühler wurde weniger heiß war. Alle Fenster weit offen, es wird eh nicht regnen, aber so gibt es einen kleinen Windhauch.
Grade war ich eingeschlafen, da rief aus einem der Nachbarhäuser ein Mann in den Hinterhof „geht das auch ein bißchen leiser, oder was?“ und ich war schlagartig wach. Ich hatte allerdings nichts gehört, keine Party, keine lauten Stimmen – und plötzlich war ich im Film drin. War fest davon überzeugt, dass er nur mich mit meinem lauten Schnarchen meinen konnte. Dass der ganze Hinterhof mich hört und genervt ist. Mochte nicht mehr einschlafen, hielt mich krampfhaft wach, sackte dennoch immer wieder weg und wurde dann von meinen eigenen Geräuschen wach. Wie in der ersten Nacht in Malente, als diese furchtbare Zimmergenossin bei jedem Laut von mir stöhnte und jammerte und ich mich so schrecklich schuldig fühlte.
Entsprechend miserabel war die Nacht und unruhig der Schlaf, der doch irgendwann kam. Um halb acht drückte dann zum zweiten Mal die Blase, da konnte ich dann auch aufstehen.


Am Vormittag waren die Temperaturen etwas erträglicher und ich konnte endlich mal wieder ein paar Stunden was arbeiten. Das war zwar nicht so ergiebig und erfolgreich, wie ich es mir wünschte, aber immerhin saß ich nicht wieder unbeweglich in einer Ecke rum.

Am Nachmittag kam er dann endlich, der heiß ersehnte Regen. Nicht sehr lang und auch nicht so viel, wie die Natur und wir alle brauchen könnten, aber es hat abgekühlt und die Luft ist spürbar leichter.


Diese Woche geht es nun wieder los mit allem: Termine mit Frau R. vom Hilfe-Dings, die Mittwochsgruppe und am Donnerstag Therapie. Außerdem hoffe ich, dass ich mich endlich traue, aufs Rad zu steigen. Da hat sich inzwischen eine große innerliche Hürde aufgebaut, die darf nicht noch größer werden. Ich brauche das Fahrrad, ich bin sonst überhaupt nicht mobil.

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