Lili, mein Lili

Meine ganz weiße Katze Lili sitzt aufrecht und schaut mich aufmerksam an.

Ein Engel, mein Engel warst du.

Immer freundlich, hell, rein, und unglaublich liebevoll, zärtlich. Dein kleines „Miep“, mit dem du mich begrüßt hast, höre ich noch immer, sehe noch immer, wie du dein Köpfchen schief legst und mich anstupst damit.
Du hast so viel Liebe gebraucht, als du zu uns kamst, und hast so unendlich viel Liebe zurück gegeben in all den Jahren. Du hast mich so oft lächeln lassen, wenn mir zum Weinen war, und hast mich getröstet, wenn die Tränen doch kamen.

Abends hast du mein Bett angewärmt und mich morgens mit deinem Schnurren geweckt. Lagst still an meiner Seite oder hast vor Glückseligkeit laut gebrummt. Und als die Krankheit kam, hast du dich nur leise in deine Ecke zurück gezogen und es ertragen.

Nie zuvor habe ich so eine Seelennähe gespürt wie zu dir.

Heute vor 7 Wochen, am 15.Januar 2010, bist du eingeschlafen in meinen Armen. Nun endlich konnte ich dir deinen letzten Platz und deine Ruhe geben.
Ich wünsche dir eine gute Reise, meine Kleine – und verlier die Münzen für den Fährmann nicht! Irgendwann sehen wir uns wieder!

Meine Katze Lili, kurz nachdem sie friedlich eingeschlafen ist. Sie liegt in eine Wolldecke eingehüllt in einem Karton.

Meine Lili, mein Engel. Danke für dich.

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Verlorene Worte

Irgendwo auf meinem Weg habe ich die Worte verloren.

Es gab so viele davon, früher: einzigartige, ungewöhnliche, wunderbare und farbige Worte. Gelesen, geschrieben, gesagt, gehört. Worte, die schmeckten nach reinem, klarem Wasser oder wie Kaffee nach einer durchwachten Nacht.
Es waren die Worte, in denen ich zu finden war und in denen ich mich willkommen und zu Hause fühlte. Die Worte webten das Band zwischen mir und den anderen, und wenn ich viel Glück hatte, mussten sie nicht gesprochen werden.
Nächtelang und seitenlang flossen sie, in Telefonhörer und Gesichter, auf Papier. Worte, die so lange gedreht und gewendet wurden, bis sie rein waren und genau so wie sie sollten. Nur Worte konnten beschreiben, was ich fühlte und nicht zu sagen wagte.

Und es gab die immer wieder genutzten und dann irgendwann abgenutzten Worte. Die, die nicht mehr gehört wurden, die abprallten am Schweigen. Die auch geschrien keine Reaktion mehr erzeugen.
Dann gehen auch alle anderen Worte mit verloren und übrig bleiben nur Hülsen, die einen den Alltag überstehen lassen. Guten Tag, mach’s gut, kannst du mal, ich will. Damit lässt sich nicht leben, nur existieren.

Irgendwo auf dem Weg sind mir die alten Worte entfallen und nur manchmal erinnere ich eine Ahnung von ihrem Geschmack. Die Sehnsucht, die dann aufkommt, ist schwer auszuhalten.

La strada del mio cuore

La strada del mio cuore io ritroverò
in equilibrio fino in fondo arriverò
da solo dentro il blu
da solo senza mai cadere giù…
mai più…

Die Strasse zu meinem Herzen werde ich wieder finden,
irgendwann.
Am Ende im Gleichgewicht sein.
Allein, ohne wieder zu fallen…
nie wieder…

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