Tonnenschwer

“…die seele wiegt ein und ‘n hal­ben kilo” sagt ein klei­nes Mäd­chen an ande­rer Stelle.

Mein Leben wiegt so circa unge­fähr 437,8 Ton­nen, mehr oder weni­ger. Es ist wie ein Zug, der stur vor sich hin­rollt und immer neue Wag­gons anhängt, in denen sich die Ver­gan­gen­heit befin­det. Wenn ich gut auf­räume darin, kann ich manch­mal einen die­ser Wag­gons abhän­gen. Aller­dings kann es dabei auch pas­sie­ren, dass neue Wag­gons sicht­bar wer­den, die dahin­ter ver­steckt waren. Bis ich es geschafft habe, den Inhalt darin zu sich­ten und zu ord­nen, zie­hen sie an mir mit ihrem gan­zen Gewicht und brem­sen mich aus.

Lei­der gibt es kei­nen Aus­bil­dungs­platz für Lok­füh­re­rin­nen die­ser Art. Ich kann nur impro­vi­sie­ren und immer wie­der ver­su­chen, damit klar zu kom­men. Oder den Zug alleine fah­ren lassen.

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