Vermissenskatzenjammer

Seit genau zwei Wochen bin ich wie­der zuhause, aber so rich­tig gut fühlt sich das grade nicht an. Die erste Woche mit meh­re­ren Ter­mi­nen und viel Erzäh­len über­all hat die eupho­ri­sche Stim­mung, mit der ich aus Malente kam, noch auf­recht gehal­ten. Jetzt ebbt sie ab, die Glas­glo­cke löst sich auf und übrig bleibt ein selt­sa­mes Gefühl der Ver­lo­ren­heit – und ganz große Sehn­sucht: nach bestimm­ten Men­schen, dem gere­gel­ten Kli­nik­all­tag, der The­ra­pie­bank, dem See und der Katze. Ein­fach nach die­sem geschütz­ten Ort. 

Außer­dem fehlt der Aus­tausch in den The­ra­pie­grup­pen. Die ande­ren zu sehen und zu wis­sen, dass wir im glei­chen Boot sit­zen. Die Unter­stüt­zung und gegen­sei­tige Moti­va­tion. Das Reden und das Feed­back der Therapeut:innen und der Mitpatient:innen. Das ist so wert­voll und hilf­reich bei der Arbeit an den eige­nen The­men.
Ich weiß, dass das ein Pri­vi­leg war. Ich wußte, dass es das zuhause nicht mehr gibt in die­ser Form. Aber ich ver­misse es so sehr. (Allein sein ist scheisse.)

Und nicht­mal meine Res­source, das Schrei­ben, funk­tio­niert, weil es die Erin­ne­run­gen vor­holt und das Ver­mis­sen ver­stärkt und weh tut.

Aber ich weiß es ja: ich bin wie­der ein­mal zu unge­dul­dig, denke nur in “ganz oder gar nicht”. Und ver­gesse dabei, dass die Kli­nik­zeit erst zwei Wochen her ist. So schnell funk­tio­nie­ren Ände­run­gen nicht, nicht nur bei mir. Und, wie B. mich vor ein paar Tagen erin­nerte: ich bin in einem Pro­zeß, der in Malente begann und hier wei­ter geht. Dran zu blei­ben erfor­dert Hoff­nung, Mut und Zuver­sicht - und kleine Schritte.

Ich könnte mich daran machen, meine Auf­zeich­nun­gen aus Malente zu über­tra­gen in den Blog. Viel­leicht geht es mir bes­ser, wenn ich mich aktiv damit beschäf­tige und die Sehn­sucht nicht ver­su­che zu ver­drän­gen, son­dern umwandle in was Positives.

Ein Kommentar

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert