Was Depression macht (2)

Und dann stehst du da und eigent­lich war doch alles ganz okay in den letz­ten Tagen und du kommst ja auch irgend­wie klar, aber wie aus dem Nichts ist da ein Gefühl, ein Gedanke, eine Erin­ne­rung und plötz­lich lau­fen die Trä­nen und die Kehle ist zu und der Kör­per ist bis zum rei­ßen gespannt und du weißt wie­der nicht was los ist und wo das her kommt und warum es jetzt grade pas­siert, du weißt nur, dass du wie­der Stun­den brau­chen wirst, um da wie­der raus zu kommen.

Und du hast ein­fach Angst, dass das immer so wei­ter gehen wird und du diese Momente ein­fach nie kom­men sehen wirst, weil sie so unver­mit­telt und schein­bar ohne Anlass über dich her­ein stür­zen und dich über den Hau­fen schmei­ßen und dich begra­ben unter sich.

Du hast diese Angst, weil du in all den The­ra­pien und Kli­ni­ken und Ent­span­nungs­übun­gen und Medi­ta­tio­nen über Speck­steine schon so viel gelernt und dafür getan hast, mit der Krank­heit zurecht zu kom­men und deine Skills zu ent­de­cken und zu trai­ni­nie­ren und deine Gedan­ken zu ändern und den Hund an die Leine zu neh­men und es dir trotz­dem ver­fluchte Scheiße immer wie­der passiert.

Und da wun­dern sich die Leute, dass du ein­fach so unend­lich müde bist und nicht mehr magst und eigent­lich auch nicht leben willst mit so einer Krank­heit, obwohl du doch nichts lie­ber tätest als zu leben und zu lachen und zu lie­ben und ein­fach du selbst zu sein.

4 Kommentare

  1. Das kennel ich gut. Und such die Frus­tra­tion, dass es immer so zu blei­ben scheint. Ich habe es irgend­wann auf­ge­ge­ben von mir zu erwar­ten, dass diese Situa­tio­nen nicht mehr pas­sie­ren. Ich sehe das jetzt als Teil mines Lebens und reagiere mit extra Self­care - Selbst­pflege? Keine Ahnung ob es dafuer ein deut­sches Wort gibt. Und such das Man­tra “This too shall pass” “Auch dies wird vor­bei­ge­hen”. Das hilft manch­mal Aber nicht immer. Das ist ein­fach so. Ich sende hei­lende Ener­gie und zuende eine Kerze fuer Dich an!

    1. Danke für deine lie­ben Worte!
      Meine frü­here The­ra­peu­tin sagte in so einer Situa­tion ein­mal: “Das ist nur eine Krise, sie wird vor­bei gehen.” Ab einem bestimm­ten Zeit­punkt bin ich auch in der Lage, das so zu sehen und dann kann ich auch wie­der an Selbst­für­sorge den­ken. Aber bis dahin ist es halt ein­fach immer wie­der ein anstren­gen­der Weg…

  2. Genau so! Tref­fen­der hätte ich es nicht sagen kön­nen. Man macht und tut, und es funk­tio­niert auch irgend­wie. Und trotz­dem bleibt man krank, auch wenn man es zwi­schen­durch nicht spürt. Manch­mal will dann plötz­lich nichts mehr von dem Gelern­ten hel­fen. Trotz­dem geht es auch wie­der wei­ter. Es ist wirk­lich müh­sam. Aber die Licht­mo­mente wer­den häu­fi­ger und länger.

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