Für das englische Wort “grumpy” gibt es ziemlich viele deutsche Entsprechungen, z.B.: mürrisch, grantig, griesgrämig, muffelig, brummig, grummelig, verdrießlich, missmutig, knurrig, übellaunig, knatschig, unleidlich, unwirsch. Alle treffen zur Zeit auf mich zu.
Wäre ich nicht schon längst aus der menstruierenden Zeit raus, würde ich denken, ich hätte PMS, denn so fühlt es sich an. Alles und jedes stört mich, Dinge und Menschen, Gerüche und Geräusche, das Drinnen inzwischen fast so sehr wie das Draußen. Ich finde an kaum etwas Freude, leben ist nur Pflicht, denken macht unglücklich und noch schlechtere Laune.
Aber anstatt diesen Zustand einfach zu akzeptieren und anzunehmen, so wie ich es doch gelernt habe, schieb ich ihn weg, lass ihn nicht zu. Ich muss doch nichts, was soll denn das, das darf nicht sein, ich sollte zufrieden sein, ich kann doch machen, was ich will. Aber in mir drin drängt etwas. Es drängelt und quängelt und treibt und redet mir ein, dass ich was tun muss – aber es jammert, wenn ich dann wirklich was muss (Gruppen, Treffen, Arzttermine …) und es macht alles madig, was ich tun möchte. Oh, und da ist ja auch diese alte Stimme wieder, die mir einredet, dass ich eh nur höchstens Mittelmaß bin und unwichtig und niemanden interessiert, wie es mir geht. Wie soll ich denn dagegen ankommen? Wie kann ich damit umgehen, wenn irgendwie nichts hilft?
Und ich weiß immer noch nicht, woran es liegt, woher dieser Zustand, diese (Ver)Stimmung kommt. Ist es doch einfach nur der Winterblues? Seit (gefühlt) Wochen haben wir hier kein Blau am Himmel, keine Sonne, nur matschiges Grau, dreckige Schneereste und Kälte. Ich sehne mich so sehr wie noch selten nach Wärme, Licht, Vogelstimmen, bunten Blüten, Frühlingsduft, milde Luft auf der Haut.
Statt dessen grabe ich mich ein zuhause, möchte eigentlich immer noch niemanden sehen, vor allem nicht weg gehen müssen um zu reden, nicht erst noch umständlich formulieren und schreiben müssen um zu kommunizieren. Möchte schlafen in meiner Höhle, bis es vorbei ist.
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Immer, einfach immer, muss ich alles alleine machen. Ich meine nicht die “großen” Sachen wie Arbeit und Kind früher oder jetzt Behördenkram und so, sondern die täglichen Kleinigkeiten. Kaffee kochen, Frühstück machen, einkaufen, abwaschen, Haushalt, Wäsche und all das. Schon viel zu lange ist da niemand mehr, der mitmacht, der teilt, der da ist. Da sitzt niemand neben mir, den ich mal eben ansprechen kann, dem ich meine Gedanken und Gefühle mitteilen kann und der mir dann auch noch antwortet.
Ich hab Freund:innen und meine Familie, ich bin nicht wirklich allein. Aber manchmal sehr einsam.
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Lying to myself I can make it on my own
Making it alone is lonely
Twisting and I’m turning
Oh I’m crashing and I’m burning
So reach out your hand to me
Come down
Rescue my heart I’ll drown
Without you
Come down
And rescue my heart I’m deep underground
I can’t dig my way out
So come down
(Rescue my heart)
(Rescue my heart)
[…]