11-05-2022 Wie Blei

Wenn ich nur wüßte, woher sie kommt. Diese Müdig­keit, die wirk­lich - ich muss das Sprich­wort gar nicht neu erfin­den - wie Blei über mir liegt. Die hin­ter den Augen beginnt und sie zudrückt, die dann wei­ter wan­dert über die Ohren und den Hin­ter­kopf, auf die Schul­tern, den Rücken hin­un­ter, mich wie in einen dunk­len Man­tel ein­hüllt. Die jeg­li­che Kon­zen­tra­tion ver­hin­dert und nur ins Bett will und schla­fen, als hätte ich das nicht in der Nacht getan. Diese Müdig­keit, die mich dazu bringt, zuhause zu blei­ben, anstatt in die Mitt­wochs­gruppe zu gehen, die mir eigent­lich Kraft gibt. Die nicht wie Igor ist, ihn aber gerne aus der Ecke holt und dann noch schlim­mer wird.

Wenn ich wüßte, woher diese elende Müdig­keit kommt, ich könnte viel­leicht was dage­gen unternehmen.

08-05-2022 70er Nostalgie

Okay geschla­fen. Die Träume wer­den wie­der ruhi­ger: letzte Nacht hab ich mich immer­hin nur noch ein­mal in einer ver­meint­lich bekann­ten Stadt verlaufen.

Kaf­fee und Crois­sants (diese knack-und­back-Din­ger, ich sollte mir lang­sam mal mer­ken, dass die nicht schme­cken), Inter­net­runde, offene Bal­kon­tür, aus­halt­bare Geräu­sche von draußen. 

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Die Rank­pf­länz­chen haben die erste Nacht ohne Abde­ckung gut über­stan­den und wach­sen sicht­bar. Nächste Woche will ich ein paar bunte Pflan­zen für die Käs­ten an der brei­ten Seite holen und viel­leicht schaff ich es auch zum Bau­markt, das wär gut. Mit den neuen Möbeln von den Kin­dern, die vor­aus­sicht­lich Ende der Woche kom­men, wäre der Bal­kon dann (theo­re­tisch) auch zu nutzen.

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Aus irgend­ei­ner Ecke in mei­nen Gehirn­win­dun­gen sprang mir eine Melo­die ins Ohr und als ich danach bei Spo­tify suchte, fand ich noch ganz viel ande­res aus mei­nen gelieb­ten 70ern und jetzt gibts in mei­ner Biblio­thek noch eine Play­list. Die musste ich heute zeit­wei­lig sehr laut stel­len, damit man drau­ßen nicht hören konnte, dass ich aus vol­lem Hals und Her­zen mit­singe und hachja, das war schon ne geile Zeit damals trotz allem Schmerz und Herz­weh und beschis­se­ner Schule und Fami­lie, also viel­leicht doch nicht so geil, aber wenigs­tens die Musik war toll.

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Außer­dem hab ich die Fotos von Frei­tag gesich­tet und die ers­ten bear­bei­tet und hoch­ge­la­den, spon­tan einen saule­cke­ren Apfel­ku­chen geba­cken, Rest­nu­deln gebra­ten, einen Tat­ort zum nach­den­ken geguckt und dabei viel an den Enkel gedacht, der ja auch Einer ist, für den unser Sys­tem nicht gemacht ist. Zum wie­der run­ter­kom­men jetzt noch ein biß­chen Inter­net und viel­leicht eine Folge von irgend­ei­ner belang­lo­sen Serie und dann ist diese Woche auch wie­der geschafft.

07-05-2022 Gestern und heute

Ges­tern war ich so müde, dass ich total ver­ges­sen hab zu schrei­ben. Sowas.

Ich mach das mal kurz.
Aus­ge­schla­fen, gefrüh­stückt, mit der Bezugs­frau vom Hil­fe­Dings tele­fo­niert, gele­sen und gein­ter­net­tet, hin­ge­legt und 5 Minu­ten spä­ter wie­der auf­ge­stan­den, weil ich eigent­lich nicht müde war, einen Salat gemacht und beim essen Videos über Bild­be­ar­bei­tung geguckt (da gibts noch soooo viele Sachen, die ich nicht kenne!) und wie vor­ge­nom­men um kurz vor 18 Uhr mit dem Rad und natür­lich der Kamera ins Klein­gar­ten­ge­lände gefah­ren. Beste Ent­schei­dung überhaupt!

Wie das da grade riecht! Obst­bäume und Büsche ste­hen in vol­ler Blüte, dazu geht der Flie­der auf, die Luft ist ein ein­zi­ges Süß­wa­ren­pa­ra­dies. Weiß nicht, wie oft ich ein­fach nur da stand auf dem Weg mit geschlo­ße­nen Augen und tiiiiiieeeeef ein­ge­at­met hab.
Und natür­lich ist es eine Pracht, das alles anzu­schauen. Die Far­ben der Blü­ten inmit­ten des fri­schen Grüns … die Natur explo­diert wirk­lich - und für die­sen einen Abend wenigs­tens war ich dabei! 

In den nächs­ten Tagen wer­den dann wie­der Fotos sor­tiert und aus­ge­sucht und bear­bei­tet (bei mir heißt das i.d.R. ein wenig mit Gra­dati­ons­kur­ven und Ton­wert­kor­rek­tur zu spie­len und meine Signa­tur ein­zu­fü­gen): über hun­dert sind es schon wie­der gewor­den in den ein­ein­halb Stun­den, die ich unter­wegs war. Die sind nicht alle gut und es sind immer auch viele vom glei­chen Motiv, aber das spielt bei der digi­ta­len Kamera ja keine Rolle. Ich bin jeden­falls sehr sehr glück­lich über den klei­nen Ausflug.

Abends gab es dann noch eine TK-Pizza, Let’s Dance, Ärger (s.u.), Sofa­schlaf und ins Bett.

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Den Tag heute konnte ich dafür erst­mal in die Tonne kloppen.

Ges­tern dachte ich schon: ich hätte nicht schrei­ben sol­len, dass es mit dem Lärm noch aus­halt­bar ist und hof­fent­lich nicht so schlimm wird. Beim nach Hause kom­men sah ich näm­lich, wie das Café rechts von mir den Außen­be­reich bis auf die Straße ver­grö­ßerte. Es war auch schon gut was los. Im Hip­ster­re­stau­rant waren irgend­wann alle Tische besetzt, beim Bur­ger anschei­nend auch und bei den Alkis in der Eck­kneipe sowieso. Das alles ver­an­lasste mich zu ent­spre­chen­den Tweets.

Ich hab dann irgend­wann die Bal­kon­tür zu gemacht; zum Glück wurde es so kühl, dass ich nicht das Gefühl hatte, etwas zu ver­pas­sen.
Heute mit­tag nach dem Auf­ste­hen wurde ich von der jetzt wohl wie­der übli­chen Geräusch­ku­lisse emp­fan­gen und war sofort schlecht gelaunt. Ich hab zwar noch ver­sucht, mir mein Früh­stück nicht ver­der­ben zu las­sen, aber irgend­wann war ich nur noch krib­be­lig und genervt und hab zum abre­agie­ren dann die Bude geputzt. Danach gings halb­wegs wieder.

Die gute Nach­richt des Tages kam von der Toch­ter: sie brin­gen nächste Woche ihre Bal­kon­mö­bel von zuhause ins Stu­dio und ich bekomme dafür den klei­nen Holz­tisch mit zwei Stüh­len von dort und das passt natür­lich ganz her­vor­ra­gend, weil mei­ner ja grade aus­ein­an­der fällt.

Und so fin­det der Tag doch noch ein gutes Ende und das ist ja auch was.

05-05-2022 Freier Donnerstag

Um kurz nach eins heute Nacht, wäh­rend ich grade gemüt­lich noch eine Seri­en­folge auf Net­flix guckte, ver­ab­schie­dete sich das Inter­net und ver­wei­gerte hart­nä­ckig den Dienst. Ich nahm das als Zei­chen, mal etwas frü­her ins Bett zu gehen und konnte tat­säch­lich auch gut und schnell ein­schla­fen. Träume: siehe die letz­ten bei­den Nächte.

Und dann hab ich aus­ge­nutzt, dass heute schon wie­der nichts auf dem Plan stand und hab mich nach dem kur­zen Klo-Wach gegen halb acht gemüt­lich wie­der in mein Bett geku­schelt und nach dem zwei­ten gegen elf auch noch­mal und am Ende geschla­fen bis zwan­zig nach zwölf. 

Als hätte er es geahnt, klin­gelte 5 Minu­ten, nach­dem ich auf­ge­stan­den (aber noch nicht ange­zo­gen) war, mein Lieb­lings­pa­ket­bote von Her­mes - ich konnte mich grade noch in Leg­gins und Shirt schmei­ßen - und brachte die bestell­ten vier Som­mer­s­hirts, die *juhu* tat­säch­lich alle gefal­len und pas­sen und so hab ich jetzt end­lich wie­der mehr als zwei Shirts zum Anzie­hen für wenn ich raus gehe. Ich bin ja nun­mal kein modi­scher Mensch und Kla­mot­ten sind mir rela­tiv egal, darum trag ich die weni­gen so lange, bis sie echt aus­ein­an­der fal­len, weil sie halt dau­ernd gewa­schen werden.

Danach kam der beste Teil des Tages: Bal­kon­tür auf, Kaf­fee und auf­ge­ba­ckene Crois­sants, bar­fuß, Vogel­ge­zwit­scher, das Inter­net war wie­der da und ich hatte bewußt frei, so wie ich es mir ges­tern vor­ge­nom­men hab. 

Der Unter­schied zu “ich hab so viel zu tun, aber keine Kraft für nichts und mach darum auch nichts” bzw. “ich hab nichts zu tun, dabei müsste ich doch eigent­lich, aber mir fehlt die Moti­va­tion” ist der, dass ich mir an den als “frei” erklär­ten Tagen wirk­lich erlaube, nur das zu tun, wozu ich Lust habe. An sol­chen Tagen geht es mir gut, bin ich im Rei­nen, kann es genie­ßen - und bin trotz­dem oft nicht unbe­dingt unpro­duk­tiv.
Ich lerne also dar­aus: wenn ich mich unter Druck setze, schaff ich sel­ten was, wenn ich aber gut zu mir bin und es lau­fen lasse, gelingt mir viel mehr und es geht mir bes­ser. Da mal drü­ber nachdenken.

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Heute Abend sind das erste Mal in die­sem Jahr meh­rere Tische vor dem Hip­ster­re­stau­rant schräg gegen­über und auch in der Bur­ger­kneipe besetzt; dazu saß vor­hin an der Ecke vor dem Kla­mot­ten­la­den eine fröh­li­che Runde und 3 der jun­gen Leute aus der Metal-WG gegen­über hat­ten Stühle vor die Tür gestellt. Alles zusam­men ergab das für eine ganze Weile einen rela­tiv lau­ten Stimm- und Klang­tep­pich und auch jetzt ist immer wie­der lau­tes Reden und Lachen zu hören.
Die Men­schen sit­zen wie­der drau­ßen und ich bekomme eine Vor­ah­nung, wie es wer­den könnte über den Som­mer. Viel­leicht wird es nicht so schlimm wie im letz­ten Jahr: weil es wie­der normal(er) ist, in Knei­pen und Restau­rants zu gehen und darum nicht mehr so exzes­siv genutzt wer­den muss. Und weil man wie­der rei­sen kann, was letz­tes Jahr ja nicht ein­fach mög­lich war. Viel­leicht ent­zerrt sich die­ses Jahr alles ein biß­chen. Ich kann es nur hof­fen - auch wenn das Pro­jekt #Lärm­schutz lang­sam wächst.

Kei­mende Rank­pflanze, ver­mut­lich Prunkwinde

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Nach über 2 Jah­ren Pan­de­mie spüre auch ich ganz lang­sam wie­der das Bedürf­nis nach “Nor­ma­li­tät”. Nicht nach Leicht­sinn und mas­ken­lo­sem Ein­kauf, aber danach, dass mich mehr oder sogar viele Men­schen auf einem Hau­fen nicht mehr so stö­ren. Ich hab auch mal wie­der Lust, irgendwo drau­ßen zu essen, abends durch son­nen­warme Stra­ßen zu schlen­dern, am Was­ser zu sit­zen - egal, wer da sonst noch so ist. Die Vor­sicht ver­bie­tet mir das alles noch, aber die Sehn­sucht danach macht sich leise bemerk­bar.
Das Ver­rückte ist, dass ich noch nie so oft eine Warn­mel­dung in der Corona App hatte wie in den letz­ten paar Wochen. Mal grün, mal rot, aber schon fast durch­gän­gig. Darum bleibt meine Maske selbst­ver­ständ­lich auf, wo immer ich mit Frem­den in Kon­takt oder Reich­weite bin. Die stört mich auch gar nicht wei­ter, daran hab ich mich total gewöhnt. Es ist vor allem das Bedürf­nis, keine Angst mehr zu haben. Nicht immer vol­ler Anspan­nung in Bus & Bahn zu sit­zen oder ande­ren Men­schen aus­zu­wei­chen. Ich möchte gerne wie­der ent­spannt irgendwo sein, in eine Kneipe gehen oder ins Kon­zert, durch Ikea lat­schen und da auch einen Kaf­fee trin­ken … Sowas eben. 

Es wird nicht wie­der nor­mal wie frü­her, dazu hat sich in zu vie­len Berei­chen der Gesell­schaft zuviel ver­än­dert, aber wir kön­nen eine neue Nor­ma­li­tät bauen, in der wir geschützt mit­ein­an­der leben kön­nen. Das wäre wirk­lich schön, auch und grade für so Einsiedler*innen und HSP wie mich. Ich hoffe weiter.

04-05-2022 Etwas mehr

Auch diese Nacht bin ich durch Traum­la­by­rin­the geirrt, musste Auf­ga­ben lösen, die ich nicht lesen konnte, weil die Brille fehlte, die im 5. Stock oben lag, in dem ich aber nie ankam, weil alles drun­ter und drü­ber ging.
Was rumort da nur wie­der in mir?

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Aber ich war recht­zei­tig auf, um in Ruhe zu früh­stü­cken, bevor ich zur Mitt­wochs­gruppe fuhr. Eine der bei­den Betreue­rin­nen war krank und die nette, sehr red­se­lige C. war auch nicht da, dafür aber meine Lieb­lings­frau H. end­lich mal wie­der. Wir haben Fra­gen-Kar­ten *) gezo­gen (deren Namen ich ver­ges­sen habe, mir zu notie­ren), jede drei, und sie abwech­selnd reihum beant­wor­tet. Dabei erga­ben sich schöne Gesprä­che, leb­hafte Dis­kus­sio­nen und ein schö­ner Aus­tausch. Doch, hat gut getan. Soziale Kon­takte sind eben doch wichtig.

*) “Wo fühlst du dich zuhause?” “Was ist das wich­tigste, das du in dei­nem Leben geschafft hast?” “Was ist deine Hoff­nung?” “Was kannst du genie­ßen?” So in der Art.

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Danach Wochen­ein­kauf (der immer teu­rer wird, ich muss jetzt echt über­le­gen, woran ich spa­ren kann), Kaf­fee mit Apfel­ta­sche (das könnte ich spa­ren, gönne ich aber eh nur sel­ten), Sofa­siesta, Insta­gram und Twit­ter, Schrei­ben mit D., Kar­tof­fel­rösti mit Apfel­mus, dazu online TV. Fer­tig.
Alles in Allem ein ziem­lich okayer Tag. Nur dass mein lin­kes Knie seit letz­ter Woche doll weh tut und das rechte seit ges­tern auch, find ich mal so rich­tig scheisse.

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Im Brief­kas­ten war wie­der ein­mal Post von mei­ner guten Seele A., die mich seit über 2 Jah­ren unre­gel­mä­ßig mit einem klei­nen Geld­be­trag über­rascht. Der ist aus­drück­lich für was Schö­nes gedacht, was ich mir sonst nicht leis­ten würde. Oft lan­dete er beim Fri­seur, letz­tes Jahr gab es die Jah­res­karte für die Bücher­halle, dies­mal gibt es eine Monats­karte für den HVV incl. eines Tref­fens mit A. irgend­wann dem­nächst.
Sie hat mir ver­bo­ten, mit ihr zu schimp­fen, also ver­trau ich inzwi­schen dar­auf, dass sie nur was schickt, wenn sie es wirk­lich kann und freue mich sehr.

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Über einen Tweet, der mir in die TL geriet, fand ich eine mir bis­her unbe­kannte Ver­sion eines mei­ner Lieb­lings­songs: “A Whiter Shade Of Pale”, gesun­gen von Annie Lennox. Nor­ma­ler­weise mag ich nur Ori­gi­nale, aber das hier ist eine Aus­nahme. Wun­der­schön! Ihre Stimme: wie Samt mit klei­nen Widerhaken. 

03-05-2022 Wieder nichts

Wie­der mal bin ich gefühlt in allen Träu­men der letz­ten Nacht in einer frem­den Stadt umher geirrt und fand weder zurück zum Aus­gangs­punkt noch raus aus dem Laby­rinth von Gas­sen, Häu­sern und Gär­ten, dabei wollte ich doch eigent­lich nur den Hund zusam­men mit mei­nem Ex-Freund bei der Tier­arzt­pra­xis abge­ben. Und die Men­schen, mit denen ich da war, fand ich auch nicht wie­der, sie waren ein­fach gegangen.

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Ein wei­te­rer Tag mit Nichts. Frau R. und ihre Kolleg*innen vom Hil­fe­Dings hat­ten Klau­sur­tag, darum fiel der wöchent­li­che Anruf aus. Was ande­res war nicht geplant. An sol­chen Tagen ist die Moti­va­tion, über­haupt auf­zu­ste­hen, nur gering vor­han­den. Was mich nach zu lan­gem Schlaf irgend­wann doch aus dem Bett treibt schiebt, sind die Kopf­schmer­zen vom zu lan­gen Lie­gen und die Aus­sicht auf Kaf­fee. Und da ich mich ungerne wie­der hin­lege, wenn ich mal so rich­tig auf­ge­stan­den bin, bleib ich eben auf. 

Das Nichts von heute:
Kaf­fee gekocht, Bröt­chen in den Ofen, eine Ladung Wäsche ange­stellt, mit Kaf­fee an den Rech­ner. Die Kla­mot­ten­be­stel­lung von letz­ter Nacht wirk­lich abge­schickt. Twit­ter, Insta­gram und Blo­grunde mit Früh­stück. Wäsche auf­ge­hängt. Wei­ter gele­sen im Inter­net, u.a. auf Mastodon, wo so einige hin­ge­wan­dert sind nach der Ankün­di­gung der Twit­ter­über­nahme durch Elon Musk. Fest­ge­stellt, dass das immer noch nicht meins ist. Geschrie­ben mit Freun­din D., gekocht, beim Essen TV geguckt. Dem Schlaf­be­dürf­nis danach nicht nach­ge­ge­ben. Noch­mal TV und SoMe (u.a. Eims­büt­tel­gruppe auf fb), was soll ich sonst tun? Gleich gibts ein spä­tes Abend­brot, ver­mut­lich irgend­was auf Net­flix und dann geht es hof­fent­lich nicht so spät ins Bett, damit ich es mor­gen in die Mitt­wochs­gruppe schaffe, weil ich so drin­gend irgend­wel­che sozia­len Inter­ak­tio­nen brau­che, damit ich hier nicht zusam­men mit Igor im schwar­zen Loch verschwinde.

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Mein Kopf ist voll mit Gedan­ken, aber bis die im Ver­stand ange­kom­men sind und z.B. auf­ge­schrie­ben wer­den kön­nen, sind sie im Müdig­keits­loch gelan­det. Ich möchte eigent­lich nur schla­fen, min­des­tens 3 Wochen oder bis zum Herbst. Nicht den­ken, nicht ent­schei­den, nicht han­deln. Aber ja, ich sitze das aus, wie immer. Die Erfah­rung zeigt, dass so eine Phase irgend­wann vor­bei geht. Bestimmt auch dies­mal wieder.

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Beim Anblick der Fotos auf Insta­gram gedacht: da drau­ßen explo­diert grade die Natur und ich bin nicht dabei. Warum schaffe ich es nicht? Warum hole ich mir keine Fahr­karte und such mir ein Ziel und zieh ein­fach los mit der Kamera? Warum kleb ich immer mit mei­nem Arsch am Schreib­tisch­stuhl fest?
(Kann mich da mal jemand los machen und mit mir zusam­men gehen?)

02-05-2022 Ein Zwischenstand

Was ich da jetzt auf­ge­schrie­ben hab in den letz­ten 10 Tagen, waren also an 7 davon viele Ter­mine, Vor­ha­ben, Pläne und bewußte Frei­zeit und an 3 Tagen nichts.
Mein ers­tes Fazit, erst­mal ohne Wer­tung und Absicht: mit Ter­mi­nen geht es mir men­tal bes­ser, weil ich das Gefühl habe, was sinn­vol­les zu tun. Dann kann ich auch gut ent­span­nen und für mich sor­gen. Ohne Ter­mine bin ich genauso und doch anders müde, dafür aber vor allem anfäl­li­ger für Igor und das Schneckenhaus.

Ich brau­che also Aufgaben.

Ich hätte da eine To-Do-Liste im Kopf, aber die will ich nicht. Da ste­hen viele blöde Sachen drauf, die Über­win­dung kos­ten, anstren­gend sind, Hilfe von außen benö­ti­gen, mich überfordern.

Tja.

29-04 bis 01-05-2022 Frei(e)-Tag(e)

Und was mach ich jetzt mit die­sen unge­plan­ten freien Tagen? Tja, wie immer: nichts. Wenn es keine Ter­mine gibt, keine Auf­ga­ben, keine Pläne, dann steh ich nur müh­sam auf irgend­wann, hab keine Moti­va­tion für nichts, kann mich nicht auf­raf­fen für irgend­was sinn­vol­les. Ich bringe die Zeit rum, den Tag rum, ein­fach nur, damit er weg ist.
Das ist eben so, es ist auch irgen­wie okay oder zumin­dest nicht furcht­bar schlimm, aber es macht halt auch kei­nen Spaß so insgesamt. 

Ich hab mir zwar vor­ge­nom­men, die Web­seite trotz­dem fer­tig zu machen so für alle Fälle, außer­dem sind da noch einige Fotos von letz­ter Woche zu bear­bei­ten und eigent­lich will ich ja immer auch schrei­ben und mich mal wie­der der Lyrik zuwen­den und ganz prak­tisch ist da das Bal­kon­pro­jekt, aber die Luft ist raus. Da sitz ich wie­der wie ange­klebt und bewe­gungs­los auf der Null-Linie und dann guckt auch Igor schon wie­der so komisch um die Ecke.

Was kann ich denn tun?
Wo ist mein Platz in die­ser Welt?
Wer bin ich ohne sozia­les Umfeld?
Wie finde ich den Sinn für’s Wei­ter­ma­chen und Durchhalten?

28-04-2022 Enkelglück (nachgetragen)

Weil die Arbeit an der Toch­ter­web­seite unter­bro­chen wurde und keine wei­te­ren Ter­mine im Kalen­der stan­den, hab ich mir einen freien Tag gegönnt. Aus­ge­schla­fen, lange gefrüh­stückt, Nach­rich­ten und Blogs gele­sen, in der Sonne geses­sen, ein frü­hes klei­nes Mit­tag­essen zube­rei­tet (früh, weil ich nor­ma­ler­weise erst abends koche). So lang­sam ver­zog sich dann auch die blöde Stim­mung vom Mitt­woch und machte Platz für die Vor­freude auf den Enkel, den ich ab dem frü­hen Abend “hüten” sollte.

Als ich dort ankam, war der Enkel noch an den Haus­auf­ga­ben und wollte nicht gestört wer­den, die Toch­ter räumte die Küche auf und ich saß auf dem Hocker und guckte zu und dann gab es eines die­ser schö­nen Mut­ter-Toch­ter-Gesprä­che. Sie sagte mir, warum die Web­seite erst­mal stoppt *), wir spra­chen über ihre - dem ADS geschul­dete - Sprung­haf­tig­keit und wie das frü­her schon so war, ohne dass ich es wußte und kamen dann von einem zum ande­ren und das war eine wun­der­bare, her­zens­warme halbe Stunde, die wir da zusam­men hat­ten und hab ich schon­mal gesagt, dass ich die­ses Kind, diese Frau unend­lich liebe?

*) Sie will mal eine Weile selbst expe­ri­men­tie­ren und ganz viel pro­bie­ren, mir damit aber nicht so viel quasi umsonst Arbeit machen und ich ver­steh das kom­plett und bin über­haupt nicht böse, wie sie ein biß­chen befürch­tet hatte.

Dann kam der Enkel aus sei­nem Zim­mer, die Toch­ter & der Freund zogen los ins Kon­zert und der Rest des Abends ver­ging mit reden, erzäh­len, zei­gen, quas­seln, lachen, gucken, Abend­essen, vor­le­sen und vie­len, vie­len Umar­mun­gen und am Ende war der kleine Große fast pünkt­lich im Bett und die Granny sehr müde und sehr glücklich.

27-04-2022 Katzenjammer

Vor dem Wecker auf­ge­wacht und fest­ge­stellt, dass ich den heute Nacht im Halb­schlaf auf eine halbe Stunde spä­ter gestellt hab, als ich wollte. Raus aus dem Bett, Bröt­chen in den Ofen gesteckt, unter die Dusche geschli­chen, Kaf­fee gekocht und irgendwo da unter­wegs hat er mich ange­hüpft, der Kat­zen­jam­mer. Die gute Stim­mung ver­flo­gen, statt des­sen mau­lig und knat­schig. Es pas­sen eben nicht mehr als 2 gute Tage hin­ter­ein­an­der in meine Stimmungs-App.

Dann hab ich die Mitt­wochs­gruppe abge­sagt, die Bal­kon­tür auf­ge­macht, gegen Igors Wil­len Musik ange­stellt und nach dem Früh­stück wei­ter an der neuen Web­seite gear­bei­tet. Zwi­schen­durch Fotos auf Insta­gram gela­den, wo es neu­er­dings immer mehr Gefäll­t­mirs gibt. Ich bin auch mit den neu­es­ten aus Plan­ten & Blo­men wirk­lich zufrie­den - und nutze anschei­nend die rich­ti­gen Hash­tags, um die ent­spre­chen­den Leute zu errei­chen. Da war die Social Media Fort­bil­dung ja doch zu was gut.
Wäh­rend ich am Nach­mit­tag so schön am Port­fo­lio der Toch­ter sitze, kommt eine SMS von ihr, dass ich die Web­seite nicht wei­ter machen soll, die Erklä­rung gäbe es mor­gen. Ich liebe meine Toch­ter, wirk­lich, aus tiefs­tem Her­zen, aber manch­mal … [hier tie­fen Seuf­zer ein­fü­gen].
Nun gut, umsonst ist sowas ja nie wirk­lich, immer­hin hatte ich mal wie­der was zu tun und außer­dem lerne ich immer was dabei. Und wer weiß, ob die Ent­schei­dung wirk­lich end­gül­tig ist, viel­leicht sagt ihr chao­ti­scher ADS-Kopf nächste Woche wie­der was anderes.

Den Rest des Tages hab ich mir dann frei genommen.

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