14-05-2021 Wut ist gut

Mitte Mai. Es reg­net, reg­net, reg­net. Ich über­lege, die Hei­zung doch wie­der anzu­stel­len, weil die Woll­so­cken und die Kuschel­de­cke alleine nicht wirk­lich wär­men. Kühl- und Küchen­schrank lee­ren sich zuse­hends, aber ich will nicht raus in die­ses graue, kalte Nass. Mor­gen. Bis mor­gen reicht das alles noch. (Drückt die Daumen.)


Weil ich am Diens­tag schon so schlecht drauf war, hatte ich da mit Frau R. vom Hilfe-Dings nicht lange tele­fo­niert. Statt des­sen haben wir uns für heute mit­tag noch­mal ver­ab­re­det und das reden tat doch ein biß­chen gut. Sie hat zwar mei­nen Frust und mein Genervt-Sein abbe­kom­men, aber “das ist doch mein Job” sagt sie und ich weiß, dass das stimmt und sie weiß, dass ich sie nie­mals per­sön­lich meine.
Jeden­falls kam da im Gespräch ein Gefühl aus dem Tief und das war gut.


Auch am Diens­tag kam vom Hilfe-Dings die Nach­richt, dass die Mitt­wochs­gruppe wie­der statt­fin­det und sich gleich am nächs­ten Tag - coro­na­kon­form - in Planten&Blomen trifft für einen klei­nen Spa­zier­gang mit lan­ger Kaf­fee­pause.
So sehr ich die Frauen aus der Gruppe ver­misse - das Zusam­men­sein, die Gesprä­che, die Herz­lich­keit und Wärme, das Lachen … - und mich ja sehne nach Men­schen, aber das war mir dann doch zu kurz­fris­tig. So spon­tan bin ich nicht, zumal ich eigent­lich am Mitt­woch ein­kau­fen gehen wollte und eine Sache am Tag meis­tens genug ist. Und dann noch lau­fen und über­haupt mit die­sem Scheiß­re­gen und es ist doch eh alles blöd — tja, und dann sitze ich zuhause und bin trau­rig und allein, wäh­rend die ande­ren was zusam­men unter­neh­men und dann kommt eben wie­der­mal genau die­ses Gefühl auf, dass ich ja doch am Ende immer alleine übrig bleibe. Und da ist dann auch gleich das nächste Fut­ter für Igor: ich bin ja selbst schuld daran, weil ich immer irgend­wel­che Vor­be­halte und Gründe dage­gen hab und nicht in die Puschen komme und siehste, da bin also wie­der wie immer ich die Doofe und ehr­lich, ich hasse mich dafür genauso sehr wie dafür, dass ich diese Gedan­ken habe. Aber es ändert nichts. Nicht der Hass, nicht das Wis­sen um all das.


Das Gefühl, das da heute wäh­rend des Tele­fo­nats in mir hoch kam, war übri­gens Wut. Vor allem wegen Fami­li­en­zeug, aber auch auf mich und die Krank­heit und die­ses beschis­sene Leben und viel­leicht klingt das selt­sam nach dem, was ich oben geschrie­ben habe, aber Wut ist ein Gefühl, das mir hilft, aus dem Loch zu krie­chen und darum ist sie gut. Auch wenn ich grade noch nicht weiß, wohin mich das bringt.

13-05-2021 Depressionsschub

Das hab ich auch noch nie erlebt: ich habe vor­ges­tern ein Gedicht geträumt. Im letz­ten Schlaf vor dem Auf­wa­chen kamen die Worte und ich hab sie im Traum hin und her gedreht, bis sie stimm­ten. Mit einem geöff­ne­ten Auge bin ich irgend­wann auf­ge­stan­den, zum Schreib­tisch gegan­gen und hab sie auf­ge­schrie­ben. Zurück im Bett wollte ich sie noch­mal den­ken, da waren sie kom­plett weg. Dafür ste­hen sie jetzt im Lyrikblog.


Seit ein paar Tagen geht es mir nicht gut. So rich­tig nicht gut. Die chro­ni­sche Depres­sion ist wie eine Welle und jetzt grade ste­cke ich fest in der Bewe­gung nach unten: das ist die mit den düs­te­ren Gedan­ken. “Ist eh alles umsonst und nutz­los und ich werd das nie schaf­fen, so wie ich wich­tige Sachen nie schaffe und ich bin ganz alleine, aber mich kann ja auch nie­mand mögen, weil ich so schwie­rig bin und darum bleib ich am Ende immer übrig und sowieso ist die­ses Leben umsonst und nutzlos”.

Diese Gedan­ken sind nie wirk­lich weg, auch in ver­meint­lich guten Zei­ten nicht. Der Unter­schied ist nur, dass ich sie mir dann bes­ser ver­zei­hen kann.

Ich hab schon irgendwo das Ver­trauen, dass es vor­bei geht, dass die Welle auch wie­der nach oben geht und es dann wie­der leich­ter wird und die Gedan­ken mich nicht mehr so furcht­bar run­ter zie­hen, aber das muss es dann halt auch erst­mal. Das heißt, dass ich wie­der ein­mal ankämp­fen muss gegen das alles, dass ich mich weh­ren muss gegen Igor und bewußt alles vor­ho­len, was ich eigent­lich weiß. Und im Moment gewinnt eben noch meis­tens die andere, die dunkle Seite. Auch, weil kämp­fen ein­fach so viel Kraft kos­tet, die da unten nicht vor­han­den ist. Da unten wer­den die nega­ti­ven Gedan­ken zu einem wei­chen Bett, in das ich mich ein­fach fal­len las­sen könnte. Dass mich das Bett dann auf­saugt und nicht mehr los lässt, ist mir in dem Moment ein­fach egal. Es ist ein ewi­ger Teufelskreis.

Ich hasse die­ses Leben. Ich hasse diese Krankheit.

08-05-2021 Geimpft

Müde und antriebs­los bin ich, aber immer­hin auch geimpft und (bis auf leich­ten Druck­schmerz an der Impf­stelle für einen Tag) frei von irgend­wel­chen Neben­wir­kun­gen. In 12 Wochen gibt es die zweite Dosis, ab dann bin ich viel­leicht ein wenig ent­spann­ter bezüg­lich der Begeg­nun­gen mit ande­ren Menschen. 

Nein, ich will keine Ver­güns­ti­gun­gen dafür. Will nicht fei­ern gehen oder ins Kino, würde auch nicht in den Urlaub flie­gen, wenn ich das Geld hätte. Ich will nur nicht ster­ben an dem Scheiß. Und irgend­wann will ich meine Kin­der wie­der ohne mie­ses Gefühl in den Arm neh­men kön­nen. Darum lass ich mich imp­fen. Darum schütze ich mich und andere trotz­dem weiterhin.


Angeb­lich soll es mor­gen 25° im Schat­ten wer­den und ange­sichts der grauen Kälte da drau­ßen frag ich mich, wie das gehen soll. Ob ich meine Hei­zung doch lie­ber anstelle?

05-05-2021 Verzählt

Im Traum war ich mit sehr vie­len Men­schen unter­wegs zu einer Insel im Süden (Grie­chen­land?), wir flo­gen stun­den­lang und es durfte nur zwi­schen 4:10 und irgend­wann mor­gens geschla­fen wer­den. Ich suchte einen Platz dafür, aber es kamen immer mehr Men­schen dazu und über­all, wo ich mich hin­le­gen wollte, lag dann schon eine Decke als Zei­chen, dass hier belegt ist. Aber eigent­lich wollte ich sowieso viel lie­ber alleine sein.


Heute war The­ra­pie und sie sagte mir, dass ich mich ver­zählt habe - es war gar nicht die vor­letzte, son­dern die vor­vor­letzte Stunde. Zwei regu­läre sind also noch übrig und das ist nur eine mehr, fühlt sich aber ver­dammt viel und gut an. Uff.

Ein­mal meinte sie “Sie sind ja meine Lieb­lings­kli­en­tin. Sie machen die ganze Arbeit alleine und ich bekomme das Geld dafür” und wir lach­ten sehr zusam­men. Aber sie hat ja recht. Denn meis­tens komme ich, wäh­rend ich die ganze Zeit rede, irgend­wann selbst auf die Zusam­men­hänge und manch­mal sogar auch zu einem Ergeb­nis, mit dem ich dann wei­ter gehen kann. Ich bin gespannt, ob das auch ohne sie als Spie­gel funk­tio­nie­ren wird.


Mor­gen früh also die erste Imp­fung mit Astra - nein, nicht Uralt, son­dern (ich muss immer erst goo­geln) -zeneca. Ich weiß natür­lich um die Neben­wir­kun­gen, aber auch, dass die schlim­men sehr sehr sel­ten auf­tre­ten und hoffe ein­fach das Beste. Was bleibt mir auch übrig? Das Wich­tigste ist für mich, dass die Krank­heit nicht töd­lich ver­läuft, sollte ich mich doch irgend­wann damit anste­cken.
Wir wer­den sehen.

04-05-2021 Akzeptanz und Veränderung

Seit August 2017 nutze ich meine Stim­mungs­app (Day­lio). Vor ein paar Tagen habe ich ent­deckt, dass ich zu den vor­ein­ge­stell­ten 5 Stim­mun­gen wei­tere hin­zu­fü­gen kann. Das beson­dere daran ist aber nicht, dass ich so eine Blitz­mer­ke­rin bin ;-), son­dern dass ich das Bedürf­nis hatte, zwi­schen den bestehen­den Stim­mun­gen “okay” und “gut” eine wei­tere ein­zu­tra­gen. Weil das “okay” von heute nicht mehr das glei­che ist wie von letz­tem Jahr. Es ist tat­säch­lich ein bes­se­res - ein “okay +” sozu­sa­gen.
Das ist das Ergeb­nis von The­ra­pie und har­ter Arbeit und es macht mich stolz und glücklich.


Aller­dings hab ich die neue Stim­mung seit­dem noch nicht benutzt, denn aktu­ell sind die Tage - mit einer Aus­nahme - eher wie­der grau. Nicht dun­kel, wie es in einem depres­si­ven Loch wäre, son­dern grau wie nichts­sa­gend, lang­wei­lig, lust­los und müde. Ich komme selbst für Klei­nig­kei­ten nicht in Gang, schieb alles weg, ver­kriech mich lie­ber wort­los ins Schne­cken­haus.
Vor allem aber drü­cke ich mich vor anste­hen­den Auf­ga­ben, weil sie Ver­än­de­rung bedeu­ten oder weil ich lang erprob­tes Ver­hal­ten ändern müsste dafür. Weil ich mich was trauen müsste. Weil ich Angst habe und nicht (mehr) weiß, wie das geht: mich was zu trauen.

Wenn ich mein Leben ändern möchte, muss ich es zuerst so akzep­tie­ren, wie es ist. Wenn ich meine Ängste über­win­den möchte, muss ich zuerst akzep­tie­ren, dass sie da sind und einen Ursprung, viel­leicht sogar eine Berech­ti­gung haben. Ich weiß das inzwi­schen und denke auch, dass ich die­sen Schritt geschafft habe. Jetzt müsste ich nur noch akzep­tie­ren, dass das mit der Ver­än­de­rung Zeit braucht und nicht von selbst geht.


Muss ich wirk­lich mein gan­zes Leben lang ler­nen? Oder wird es noch eine letzte Phase geben, in der alles in Ord­nung ist und ich end­lich aus­ru­hen kann?


Was sonst noch war:

  • Mehr Fami­li­en­zeug, über das ich wei­ter­hin nicht schrei­ben kann, weil ich noch viel zu nah dran bin
  • Neues Fami­li­en­zeug, wo ich über­haupt nicht weiß, was ich dazu sagen soll
  • Ein her­zens­gu­ter Sonn­tag mit Toch­ter und Enkel
  • Und der über­ra­schende Anruf mei­ner Haus­ärz­tin: ich habe einen Impf­ter­min! Am Don­ners­tag ist es soweit und ich bin jetzt ein­fach mal total opti­mis­tisch, dass das alles gut geht und wird.

22-04-2021 Nur noch zwei

Am 05. April 2018 hatte ich - nach eini­gen pro­ba­to­ri­schen Sit­zun­gen - die erste “offi­zi­elle” The­ra­pie­stunde mit Frau S. Von den geneh­mig­ten 100 Stun­den sind jetzt noch zwei übrig. Immer, wenn ich daran denke, rutscht mir für einen Moment das Herz weg. Wir wer­den danach zwar noch eine Hand­voll Gesprächs­ter­mine haben (alle vier Wochen einen bis zum Herbst), aber kann ich denn wirk­lich jetzt schon alleine wei­ter gehen?
Und dann atme ich tief ein und aus, rufe die Zuver­sicht und den Mut und stopfe das Herz wie­der zurück. 

Es hat sich viel ver­än­dert — nein: ICH hab viel ver­än­dert, aber das war nur durch die The­ra­pie mög­lich. Weil ich dort den Raum hatte, Gedan­ken und Gefühle laut aus­zu­spre­chen und dadurch zu sor­tie­ren, sie aus­ein­an­der zu neh­men, wie­der zu er-leben und noch­mal von einer ande­ren Seite anzu­schauen und am Ende weg­zu­pa­cken oder neu anzu­neh­men. Sie hat mich reden las­sen und nur ab und zu etwas davon raus­ge­pickt und wie­der­holt, was ihr beson­ders und wich­tig schien. Sie hat mich nie bewer­tet und immer bestärkt. Sie hat mir die Zeit gege­ben, die ich brauchte für die Ver­än­de­rung. Ich war wütend, trau­rig, am Boden, glück­lich, zuver­sicht­lich, genervt, erstaunt und vie­les mehr. Ich ging vor und zurück, habe Berge bezwun­gen und stürzte in tiefe Täler und war oft genug müde und zwei­felte vor allem an mir. Und nach jeder Stunde war ich um wenigs­tens einen wich­ti­gen Gedan­ken reicher. 

Die größte Ver­än­de­rung ist, dass ich mich heute um so viel mehr und bes­ser anneh­men kann, wie ich bin. Dass Igor und die Stimme im Kopf keine Feinde mehr sind. Dass ich ihnen etwas ent­ge­gen zu set­zen habe und sie als mah­nen­den Teil von mir sehen kann.
Ich bin noch lange nicht am Ende, aber auf einem guten Weg. Auf MEINEM Weg.

Und das erste Mal war heute der Gedanke in mei­nem Kopf, dass ich nicht mehr immer nur auf das sehen möchte, was ich NICHT kann, son­dern end­lich wie­der den Fokus auf das legen, was ich kann - und dass ich mir das zutraue. Noch nicht immer, aber immer öfter.

18-04-2021 Urlaub

Letz­ten Don­ners­tag hab ich beschlos­sen: ich mach ein­fach mal ein paar Tage Urlaub. Keine Auf­ga­ben, keine Ver­pflich­tun­gen, nicht den­ken und nicht schrei­ben, wenig Twit­ter und Nach­rich­ten. Nur mein Schne­cken­haus, Kuschel­de­cke, gutes Essen und die letz­ten Staf­feln Grey’s Ana­tomy. Ich brauch mal eine kleine Pause von allem, auch wenn die­ses “Alles” nur selbst auf­er­legt ist.


Natür­lich denkt mein Kopf alleine wei­ter. Aber ich will dem grade nicht aktiv fol­gen, ich lass die Gedan­ken ein­fach zie­hen wie Wol­ken am Him­mel. Die Erkennt­nisse kom­men übri­gens ganz von alleine: das ist das Gute an 6 Jah­ren Therapie.


Ges­tern war der erste wirk­lich schöne Tag nach lan­ger Zeit, son­nig und früh­lings-warm. Natür­lich kommt sofort halb Eims­büt­tel aus den Löchern gekro­chen und steht in Hor­den an allen Ecken rum. (Man könnte fast den­ken, Corona sei vor­bei.)
Ich mach die Bal­kon­tür weit auf und werde sofort über­rollt von einer Welle Geschwätz, Gega­cker und Geh­eule, ver­mischt mit Ver­kehrs­lärm. Ich hab Angst vor dem Som­mer. Wie soll das wer­den, wenn der Rest der Leute auch drau­ßen ist?
Und wie­der gucke ich nach Woh­nungs­an­ge­bo­ten und ver­zweifle immer mehr.

Wie hab ich das alles frü­her nur ausgehalten?

13-04-2021 Negativ

Es gibt Zei­ten, in denen kann ich nicht schrei­ben. Nicht, weil es nichts zu schrei­ben gäbe – eher weil es zu viel gibt und ich es nicht sor­tiert bekomme, auch nicht durchs Schrei­ben. So eine Zeit ist jetzt grade. Es muss ein­fach war­ten, bis der rich­tige Moment da ist.


Aber die Chro­nis­tin­nen­pflicht möchte fest­hal­ten, was es so gab in der letz­ten Woche. Nämlich:

  • eine sehr gute, hilf­rei­che und herz-warme The­ra­pie­stunde mit einem unge­plan­ten Thema
  • eine schwie­rige Fami­li­en­an­ge­le­gen­heit, über die ich (noch) nicht schrei­ben kann - s.o.
  • einen zehn­ten Enkel­ge­burts­tag mit end­los viel Liebe
  • den ers­ten - wie erwar­tet nega­ti­ven - Coro­na­test, um mal zu wis­sen, wie das so ist und geht
  • und über allem viel April­wet­ter von Schnee­stür­men bis schöns­tem Sonnenschein

Ich ver­su­che wei­ter­hin, Geduld zu haben mit mir. Es wird für alles eine Zeit kommen.

04-04-2021 Sonntag oder so

Immer öfter muss ich nach­gu­cken, wel­cher Wochen­tag eigent­lich ist. Ohne Ter­mine ver­schwim­men sie, es gibt keine spe­zi­fi­schen Merk­male mehr. Ich mag das nicht, es ver­stärkt den Ein­druck der Ori­en­tie­rungs- und der Bedeutungslosigkeit.


Ges­tern hab ich aus Neu­gierde mal nach dem Fati­gue Syn­drom (ME/CFS) gegoo­gelt und einen Selbst­test gemacht. Die sind immer mit Vor­sicht zu genie­ßen, aber bei einem hab ich von den 20 Fra­gen 17 mit “Ja” beant­wor­tet und das gibt mir schon irgend­wie zu den­ken.
Jetzt müsste ich eigent­lich mit mei­ner Haus­ärz­tin dar­über spre­chen, aber mit der jet­zi­gen kann ich das gleich ver­ges­sen. Bei ihr fehlt mir ein­fach das Ver­trauen, dass sie mich ernst nimmt. Dann muss ich also ran an die Suche nach einer neuen Pra­xis. (Wie ich das hasse.)

Und wenn ich dann schon­mal dabei bin, kann ich ja auch gleich noch eine neue Zahn­ärz­tin suchen. Ges­tern abend ist näm­lich beim Biss ins Brot die zweite Hälfte einer mei­ner Zahn­rui­nen abge­bro­chen. Es ist ganz hin­ten, so dass es zum Glück nicht zu sehen ist (und mit MNS sowieso nicht - der ein­zige Grund, wes­halb ich die Din­ger liebe) und der Zahn war eh kaputt und tot und tut darum nicht weh, aber es steht jetzt so ein klei­ner spit­zer Rest raus und wo der auf die Innen­seite der Wange trifft, bil­dete sich in kur­zer Zeit eine Blase, die mäch­tig nervt. Die Zunge ist natür­lich die ganze Zeit irgendwo da zugange.
Die so ange­nehm schweig­same ZÄ, die ich letz­tes Jahr über Frau R. vom Hil­fe­dings gefun­den hatte, ist im Herbst - nach der lan­gen Coro­na­pause - lei­der in den Ruhe­stand gegan­gen und ich hab keine Ahnung, wie die Nach­fol­ge­rin­nen sind. Meine pani­sche Angst vor ZÄ schlägt wie­der Pur­zel­bäume vor Glück. (Wie ich das hasse.)


Aber dann schickt das Lieb­lings­kind am frü­hen Abend eine Nach­richt, ob ich ihr was Klei­nes an der Web­seite machen könnte und ich bin glück­lich, dass ich damit wenigs­tens eine knappe Stunde mal wie­der sinn­voll beschäf­tigt und von allem ande­ren abg­lenkt bin.
Falls jemand Inter­esse an einer (bis jetzt noch) klei­nen Aus­wahl an Hin­ter­grund­fo­tos für Handy oder Tablet hat, kann ja ein­fach mal gucken gehen. Im Lauf der Zeit kom­men da sicher noch mehr dazu.


Im Land gilt grade Aus­gangs­sperre ab 21 Uhr und es ist fast gespens­tisch ruhig drau­ßen. Wie mit­ten in der Nacht, nur eben viel frü­her. Ob das Virus die freie Zeit wohl nutzt und irgend­wel­che Serien auf Net­flix guckt?

03-04-2021 Ich geb mir Mühe

Halb­wegs geschla­fen für ein paar Stun­den. Geträumt, dass da komi­sche kleine Vie­cher an mei­ner Wand sind, die bei Berüh­rung wach­sen und zu Fle­der­mäu­sen wer­den; jemand wollte sie raus brin­gen und tat sie dazu in sein Auto, wo sie sich rasant ver­mehr­ten und die­ser Jemand des­halb einen Unfall hatte. Ich hörte den ent­setz­li­chen Auf­prall, traute mich nicht zu gucken. Kurz auf­ge­wacht, umge­dreht, wei­ter geschla­fen und geträumt, dass ich im alten Job davon erzählte und dass der Jemand ein frü­he­rer Kol­lege sei.
Ja, das ist meine spe­zi­elle Fähig­keit: über meh­rere Schlaf­pha­sen hin­weg zusam­men­hän­gende Romane zu träu­men. Klingt bes­ser, als es ist.


Zum Früh­stück Twit­ter auf, zwei­d­rei Mel­dun­gen zu der x-ten “Demo” von Leerdenker*innen und dem über­aus wohl­wol­len­den Ver­hal­ten der dor­ti­gen Poli­zei gele­sen, kurz das Kot­zen bekom­men und dann beschlos­sen, mich heute nicht auf­zu­re­gen. Twit­ter zu.


Statt des­sen Haus­ar­beit: Abwasch, Wäsche, Bad, staub­saugen. Mecha­nisch ein­fach tun, nicht nach­den­ken, das ist auch mal gut.
Danach kam die Sonne raus und ich musste drin­gend noch­mal 187 Fotos von den wun­der­schö­nen Tul­pen machen, die ich am Mitt­woch zum Glück vom Ein­kauf mit­ge­bracht hatte und die mich jetzt bei jedem Blick für wenigs­tens den einen Moment freuen.

Ich geb mir ja Mühe.

(Mit der beschei­de­nen Han­dy­ka­mera foto­gra­fiert, dafür sind sie ganz okay.)

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